Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass ich jetzt weiß, wie man es auf keinen Fall machen sollte, eine unbezahlbare Lektion fürs Leben. Danke für dieses einmalige Negativbeispiel.
Und: Immerhin weiß ich jetzt, wie viel Geduld, Selbstbeherrschung und Frustresistenz wirklich in mir steckt. Wäre ohne euch nie ans Licht gekommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wo soll man anfangen? Die Liste ist länger als die Einarbeitung je war.
Unfähige Ausbilder die weder fachlich noch menschlich geeignet sind, junge Menschen zu begleiten. Eine Führungsebene, die sich mehr für ihr Image interessiert als für die Realität im Betrieb. Keine klare Kommunikation, null Wertschätzung, und Verantwortung wird lieber weitergeschoben als übernommen.
Statt Ausbildung gab’s Chaos, statt Förderung Druck, statt Unterstützung Desinteresse. Man wurde nicht ausgebildet, man wurde einfach abgestellt. Fehler waren keine Lernchance, sondern ein Grund, laut zu werden.
Und das Schlimmste: Man hatte das Gefühl, dass genau diese Zustände allen Beteiligten völlig egal waren, solange der Laden irgendwie läuft.
Verbesserungsvorschläge
Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einer echten Ausbildung, statt Azubis als billige Arbeitskräfte durchzuschleifen? Eine Schulung für Ausbilder wäre dringend nötig, nicht nur in fachlicher Hinsicht (Stichwort: Kompetenzlücken XXL), sondern vor allem im Umgang mit Menschen. Wer nur herumbrüllt, anstatt zu erklären, hat in der Ausbildung absolut nichts verloren.
Vielleicht auch mal reflektieren, dass Führung nicht bedeutet, von oben herab zu kommandieren, sondern Vorbild zu sein. Oder ist das im Unternehmen ein unbekanntes Konzept?
Und für die Geschäftsführung: Weniger Schein, mehr Sein. Weniger Lächeln fürs Außenbild, mehr Rückgrat im Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden. Aktuell wirkt alles wie ein schlecht gespieltes Theaterstück, mit miserabler Regie und noch schlechteren Dialogen.
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung schwankte irgendwo zwischen “passiv-aggressiv” und “toxisch”. Vertrauen? Fehlanzeige. Ehrliche Kommunikation? Eher ein Fremdwort.
Karrierechancen
Theoretisch wäre Karriere möglich gewesen, wenn man bereit gewesen wäre, sich durchzubeißen, alles zu ertragen und seine Würde abzugeben. Alternativ: Man geht einfach nach der Ausbildung und sucht sich etwas, das diesen Namen verdient.
Arbeitszeiten
Relativ geregelt, aber wehe, man hatte einen privaten Termin oder war mal krank, dann wurde einem das gern aufs Brot geschmiert. Flexibilität war hier keine Einbahnstraße.
Ausbildungsvergütung
Die Bezahlung entsprach dem üblichen Tarif, leider war das auch das Einzige, was ansatzweise professionell gehandhabt wurde. Für das, was man täglich ertragen musste, allerdings definitiv kein Ausgleich.
Die Ausbilder
Fachlich inkompetent und menschlich ungeeignet, eine gefährliche Mischung, wenn man die Verantwortung für Auszubildende trägt. Unterstützung? Fehlanzeige. Statt Anleitung gab es Desinteresse oder Belehrungen im Befehlston. Wer hier etwas lernen will, ist auf sich allein gestellt. Die Ausbilder wirkten oft überfordert, sowohl mit den Inhalten als auch mit der Rolle selbst.
Spaßfaktor
Wenn man masochistische Tendenzen hat oder Freude daran findet, ignoriert, angeschrien oder ausgenutzt zu werden, dann ja, war schon fast ein Freizeitpark. Für alle anderen: Nein.
Aufgaben/Tätigkeiten
Von Anfang an ins kalte Wasser geworfen, allerdings ohne Anleitung, Schwimmflügel oder auch nur die Aussicht auf Rettung. Aufgaben wurden ohne Kontext zugeworfen, Lernfaktor gegen null. Selbstorganisation war nicht nur gewünscht, sondern notwendig zum Überleben.
Variation
Variation gab es vor allem in der Art der Frustration: Mal völlige Überforderung, mal komplette Unterforderung. Zwischen sinnloser Ablagearbeit und chaotischen Aufgaben ohne Anleitung war alles dabei, nur keine Struktur.
Respekt
Respekt war ein sehr einseitiges Konzept: Man sollte ihn zeigen, bekam ihn aber selten zurück. Der Umgangston war oft unangemessen, Kritik wurde nicht sachlich geäußert, sondern lautstark ins Gesicht gebrüllt.