Konservatives Arbeitsumfeld versteckt hinter jugendlichem Spirit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die konservative Einstellung des Unternehmens.
Verbesserungsvorschläge
Wenn Sie sehr schnell viele Mitarbeiter glücklich machen wollen, würde ich Ihnen raten, Ihren Arbeitnehmern zu vertrauen und sie von daheim aus arbeiten zu lassen. Sie können ganz leicht überprüfen, ob das wirklich funktioniert: sind die Aufgaben am Ende des Tages erledigt, kann Ihr Mitarbeiter auch genauso gut (wenn nicht sogar besser), von daheim aus arbeiten. Durch das Wegfallen des Arbeitswegs & des am Morgen Zurechtmachens gewinnen die Arbeitnehmer enorm viel Zeit, die sie in ihre Freizeit investieren können.
Arbeitsatmosphäre
Die meisten hier sind oft schlecht gelaunt, weil die Arbeitsbedingungen schlecht sind.
Kommunikation
Oft muss man über drei Ecken kommunizieren, dabei gehen oft Infos verloren oder man kann sein Anliegen nicht direkt an denjenigen richten, der dafür zuständig ist, weil man die Vorgesetzten-Etikette einhalten muss.
Kollegenzusammenhalt
In der Abteilung selbst halten immer alle zusammen und man unterstützt sich gegenseitig. Jedoch bekommt man mit, dass andere Abteilungen oft abfällig über die eigene Abteilung reden oder man nicht ernst genommen wird.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist hier wenn man Vollzeit arbeitet quasi nicht vorhanden. Durch das Einarbeitungsmodell muss man jeden Tag elf Minuten länger bleiben (ich würde mir stattdessen lieber die Tage um Weihnachten einfach mit Urlaubstagen frei nehmen), dann hat man noch eine halbe Stunde unbezahlte Mittagspause und Zeit, die man vom Freitag einarbeitet damit man da früher gehen kann. So kommt man von Montag bis Donnerstag auf fast 9 Stunden, die man im Büro verbringen muss. Natürlich kann man auch am Freitag länger bleiben, aber was bringt es, wenn sowieso alle Kollegen früh gehen und man dann alleine da sitzt.
Von Home-Office brauchen wir gar nicht erst reden. Damit man überhaupt einen einzigen Tag die Woche bekommt muss man schon ein Prozedere durchmachen, wo sogar die Geschäftsführung das Dokument unterzeichnen muss. Ich durfte weder Montag noch Freitag beantragen weil "man sich dann ja ein verlängertes Wochenende machen würde". Das heißt ein Tag ist Maximum, was auch nicht jeder Arbeitnehmer bekommt. Es muss immer der selbe Tag sein, was das Ganze natürlich noch unflexibler macht. Zusätzlich liegt das Büro schlecht öffentlich erreichbar im 23. Bezirk.
Vorgesetztenverhalten
Das mit dem Vorgesetztenverhalten ist ein zweischneidiges Schwert. Es gibt Führungskräfte in den oberen Hierarchien, die durchaus kompetent und bemüht sind, die wechselnden Teamleads und auch die Geschäftsführung hinterlassen da leider keinen so guten Eindruck. Die Teamleads die ich bis jetzt hatte sind nach außen hin sehr kompetent aufgetreten und haben den Eindruck vermittelt, als würden sie sich in ihrem Gebiet sehr gut auskennen. In Wahrheit war es leider oft das Gegenteil. Mangelnde Führungskompetenz und Organisation sowie ständiges Abgeben von Aufgaben an mich standen an der Tagesordnung. Hier würde ich dem Recruiting Team dringend raten, auch hinter die Fassaden zu blicken.
Interessante Aufgaben
Im Endeffekt habe ich kaum Aufgaben erledigt, für die ich damals eigentlich angestellt wurde. Hin und wieder kommen spannende Aufgaben dazu, die aber relativ schnell abgearbeitet werden.
Gleichberechtigung
Man merkt deutlich, wie Arbeitnehmer aus anderen Abteilungen bevorzugt werden. Eine Abteilung hat kürzlich einen zweiten Home-Office Tag zugesichert bekommen, während andere nicht einmal einen bekommen. Die Bezahlung variiert auch sehr stark zwischen den Abteilungen, obwohl die Aufgabenbereiche oft ähnlich sind. Wie bereits erwähnt, wird z.B. meine Abteilung oft belächelt und bekommt auch bei Feiern (gefühlt) weniger Budget als andere oder wird gar nicht erst eingeladen.
Umgang mit älteren Kollegen
In der Abteilung selbst wird jeder respektvoll behandelt.
Arbeitsbedingungen
Schlecht erreichbares Büro, zu wenig Parkplätze, Klimaanlage spinnt oft, Kollegen müssen wochenlang um einen neuen Laptop/PC bitten weil sie mit dem alten nicht arbeiten können, nur eine Frauentoilette fürs gesamte Stockwerk. Dafür gratis Kaffee, Obst und Snacks.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Keine Förderung für öffentliche Verkehrsmittel, Kaffee in Aluminiumkapseln von Nestlé, Weigerung das dritte Geschlecht in den online Diensten zu vertreten ("Das brauchen wir nicht"), kein Bestreben die Websites barrierefreier zu machen ("Das brauchen wir nicht"). Dafür Angebot von Milchalternativen zum Kaffee und Fahrrad-Leasing-Angebote.
Gehalt/Benefits
Auch nach zwei Jahren im Unternehmen verdiene ich immer noch unter dem durchschnittlichen Einstiegsgehalt der Branche. Nachdem ich mehr Aufgaben übernommen habe, mein Studium abgeschlossen und ein zusätzliches Zertifikat erlangt habe, fiel die Gehaltserhöhung trotzdem sehr niedrig aus. Auch meine Kollegen bekommen unterdurchschnittlich und unverhältnismäßig bezahlt, Gehaltserhöhungen werden versprochen aber nie umgesetzt. Außerdem bekommt man keine Boni, Essenszuschüsse (gerade mal Rabatt in der Firmenkantine, wo es nur aufgewärmtes Essen gibt) oder Unterstützung für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.
Image
Ich habe das Gefühl, dass die Firma nach außen hin sehr positiv wahrgenommen wird, da auch gerade an Schulen viel Werbung gemacht wird und hier auch einiges an Unterstützung geboten wird.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden gerne finanziert, im Nachhinein aber gerade in Sachen Gehalt nicht wirklich anerkannt. In Bezug auf Karriere kommt es ein bisschen auf die aktuelle Position an, ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass man in der Firma wirklich wachsen kann. Ich für mich habe schnell erkannt, dass ich hier kein Wachstumspotenzial habe.

