Sicherer Arbeitgeber, aber in Führung und Organisation noch Luft nach oben
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Stadtgemeinde bietet als öffentlicher Arbeitgeber viele stabile Vorteile. Der Arbeitsplatz ist sicher, die Rahmenbedingungen klar geregelt und je nach Tätigkeitsbereich gut planbar. Besonders hervorzuheben ist der starke Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen. Viele Abläufe funktionieren nur, weil Mitarbeitende engagiert sind und oft mehr leisten, als von ihnen erwartet wird. Auch der Gleitzeitrahmen am Morgen von 6:30 bis 8:00 Uhr wird positiv wahrgenommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führung in der Stadtgemeinde ist teilweise ausbaufähig. Entscheidungen werden nicht immer klar kommuniziert und wirken für Mitarbeitende nicht immer nachvollziehbar. Schulungen und Weiterbildungen sind zwar vorhanden, deren Umsetzung im Arbeitsalltag ist jedoch oft kaum spürbar. Es fehlt teils das Vertrauen in die Fachkompetenz der Mitarbeitenden, stattdessen wird stark kontrolliert.
Auch Transparenz und Informationsfluss lassen zu wünschen übrig, teilweise entsteht der Eindruck, dass ein kleiner „inner circle“ bevorzugt wird.
Organisatorisch gibt es ebenfalls Schwächen: Aufgaben sind unnötig auf mehrere Personen verteilt, während in anderen Bereichen Arbeitsvolumen und verfügbare Stunden nicht gut aufeinander abgestimmt sind. Einige Regelungen zur Arbeitszeit wirken wenig zeitgemäß, wie feste Anwesenheitszeiten bis 18 Uhr, obwohl nicht alle Vollzeitkräfte direkten Bürgerkontakt haben.
Schließlich wird in puncto Digitalisierung und moderne Arbeitsmethoden noch gespart: Online-Terminvergaben, digitale Kommunikation oder virtuelle Besprechungen sind nur eingeschränkt möglich, MS Teams-Lizenzen wurden reduziert.
Pflicht-Dienstprüfung werden in den Stellenausschreibungen zudem nicht transparent angegeben.
Verbesserungsvorschläge
Die Führung könnte klarer und transparenter gestaltet werden. Entscheidungen sollten verständlich kommuniziert, Verantwortung übernommen und Mitarbeitende stärker unterstützt werden. Fehler sollten offen behandelt und die fachliche Kompetenz der Mitarbeitenden mehr respektiert werden. Die Organisation sollte effizienter gestaltet werden, indem Aufgaben sinnvoll gebündelt und Arbeitsvolumen sowie Stunden realistisch aufeinander abgestimmt werden. Arbeitszeitregelungen könnten flexibler sein, um den tatsächlichen Tätigkeiten besser gerecht zu werden. Auch in Sachen Digitalisierung gibt es viel Potenzial: Online-Terminvergaben, Chatbots, Live-Chats und virtuelle Besprechungen könnten Abläufe deutlich verbessern. Schließlich sollten alle Pflichtanforderungen, wie etwa die Dienstprüfung, von Beginn an transparent kommuniziert werden.
Unterm Strich kein schlechter Arbeitgeber, aber in vielen Bereichen leider noch sehr klassisch verwaltet statt wirklich zeitgemäß geführt.
Vor allem bei Führung, Transparenz, Digitalisierung und sinnvoller Organisation wäre aus meiner Sicht deutlich mehr möglich.