Guter Quereinstieg, begrenzte Entwicklungsperspektiven
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut für den Quereinstieg
Sicherer Arbeitsplatz
Hervorragende Kolleg:innen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mitarbeiter:innen ernster nehmen
Mehrleistung besser honorieren
Verbesserungsvorschläge
Vertrauen in Mitarbeiter:innen stärken
Transparentere Kommunikation der Leitungsorgane
Essensförderung für alle Mitarbeiter:innen
Unkomplizierte Genehmigung externer Fortbildungen
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist von einigem Druck von oben geprägt. 2024 gab es einen Wechsel in der kaufmännischen Geschäftsführung, der zu umfassenden Sparmaßnahmen führte. Homeoffice- und Gleitzeitregelungen wurden infrage gestellt, Essenszuschüsse teilweise gekürzt, gleichzeitig jedoch auch das Zeiterfassungssystem modernisiert.
Vorgesetzte in den einzelnen Direktionen geben diesen Druck ungefilterter weiter als andere, teils zeigen sie, dass sie die Sorgen der Mitarbeiter:innen ernst nehmen. Jeder weiß welche Direktion hier das Schwarze Schaf ist, einfach Mal auf LinkedIn bei einem Bekannten nachfragen.
Die Neubesetzung der statistischen Generaldirektion im Jahr 2025 wirkt sich derzeit sehr positiv auf die Stimmung in der Belegschaft aus.
Image
Stark vom Arbeitsbereich abhängig. Die Wahrnehmung reicht von ablehnend bis sehr wertschätzend auf Seiten der Befragten.
Work-Life-Balance
Diese hängt stark vom direkten Vorgesetzten ab. Durch das Gleitzeitsystem lassen sich Überstunden aus intensiven Arbeitsphasen relativ gut wieder abbauen. Zwar gab es Einschränkungen seitens der Generaldirektion, im Vergleich zu Ministerien ist die Regelung aber weiterhin gut gelöst.
Keine Probleme bei Karenz oder Papamonat (in der Privatwirtschaft nicht immer der Fall).
Karriere/Weiterbildung
Man braucht Glück. Fachkarrieren existieren praktisch nicht, und zusätzliche Verantwortung wird meist nicht angemessen vergütet.
Fortbildungen werden häufig von externen Motivationscoaches durchgeführt und sind inhaltlich wenig anspruchsvoll. Es gibt kein Fortbildungsbudget für externe Kurse.
Kollegenzusammenhalt
Das Beste an Statistik Austria sind die Kolleg:innen. Es wird auf hohem fachlichem Niveau gearbeitet, und der gegenseitige Respekt ist ausgeprägt. Der Betriebsrat ist das Rückgrat dieses Zusammenhalts und organisiert regelmäßig Ausflüge sowie andere Events außerhalb des Arbeitsalltags.
Vorgesetztenverhalten
Sehr teamabhängig. Manche Führungskräfte lassen große Freiheiten, solange die Arbeit erledigt wird. Ich hatte hervorragende direkte Vorgesetzte, die jedoch vom höheren Management bei allzu mitarbeiter:innenfreundlichem Verhalten systematisch unter Druck gesetzt wurden.
Andere wiederum pushen Mitarbeiter:innen, an der Grenzen der Vertretbaren. Interventionen nach Beschwerden bei höheren Stellen blieben in meinem Fall wirkungslos, könnten jedoch in anderen Direktionen eher Erfolg haben.
Arbeitsbedingungen
Seit 2025 gibt es Firmenlaptops und modernere Kommunikations-Apps – Schritte in die richtige Richtung.
Die Homeoffice-Regelung wurde jedoch verschärft: Theoretisch sind drei Tage möglich, praktisch wird dies nur in wenigen Direktionen gelebt, sonst meist maximal zwei Tage. Die Umsetzung ist semi-flexibel und stark von den Vorgesetzten abhängig.
Es gibt eine Kantine mit Essenszuschuss (4,5 € pro Gericht), was grundsätzlich sehr positiv ist. Eine Alternative für Veganer:innen oder Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten wurde jedoch von der Geschäftsführung abgelehnt. Da entsprechende Gerichte rar sind und Homeoffice wenig flexibel ist, können Betroffene die Kantine kaum nutzen.
Kommunikation
Die kaufmännische Generaldirektion sorgt durch große, unübersichtliche Projekte für erhebliche Unsicherheit bei Führungskräften und Mitarbeiter:innen. In manchen Direktionen wird diese Unsicherheit durch das mittlere Management weiter verstärkt (jede(r) weiß welche Direktion das ist), da Informationen gezielt zurückgehalten oder widersprüchlich kommuniziert werden.
Es ist fast skurril, dass der Informationsstand stark davon abhängt, in welchem Stockwerk man arbeitet.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt entspricht dem Kollektivvertrag. Ob das passt, muss jede:r selbst entscheiden. In Gehaltsgesprächen muss man bei der Anrechnung von Vordienstzeiten hartnäckig bleiben – sie werden zwar berücksichtigt, aber nicht immer gerne.
Überbezahlung ist möglich, wenn man konsequent darauf besteht. Da es nicht viele qualifizierte Bewerber:innen gibt, lohnt es sich, selbstbewusst zu verhandeln.
Wer eine Projektleitung übernimmt, sollte unbedingt auf die korrekte Einstufung im Gehaltsschema bestehen. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen Mitarbeiter:innen Leitungsfunktionen übernehmen, aber erst Jahre später entsprechend bezahlt werden.
Gleichberechtigung
Definitiv kein „Alte-Männer-Verein“. Es gibt viele Frauen in Führungspositionen, und Gleichstellung wird aktiv gefördert. Väter können ohne Probleme Papamonat oder Karenz in Anspruch nehmen – völlig selbstverständlich.
Interessante Aufgaben
Die Themengebiete sind spannend, man arbeitet mit realen Daten und lernt enorm viel. Als Einstiegsjob ist die Organisation sehr gut geeignet – ein paar Jahre hält man hier problemlos durch.