Einschneidender Kulturshift, dessen Spuren nun deutlich spürbar sind.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zukunftsträchtige Branche, interessante Aufgaben, Kolleg:innenzusammenhalt, gute Gehälter.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den tiefgreifenden Kulturwandel, der einem das Gefühl gibt, dass das Unternehmen vom einst menschenorientierten, sicheren und besonderen Arbeitgeber, zu einer Organisation transformiert hat, in der man sich wie eine Kennzahl fühlt. Passt die Kennzahl nicht, auch wenn es nachvollziehbare Gründe gibt, werden Maßnahmen gesetzt, die schnellstmöglich zum gewünschten Ergebnis führen. Da bleibt für Menschlichkeit oft wenig Zeit und Handlungsspielraum.
Verbesserungsvorschläge
Die Transformation war zweifellos notwendig und sinnvoll. Gewinnoptimierung ist ein nachvollziehbares Unternehmensziel, und Performance bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dass Veränderungsprozesse Reibung erzeugen und nie alle gleichermaßen abholen, ist bekannt. Doch aktuell entsteht der Eindruck, dass dabei die menschliche Komponente nahezu vollständig in den Hintergrund geraten ist. Ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Effizienz und gelebter Menschlichkeit, wäre ein echter Mehrwert für alle – und würde das Unternehmen wieder zu einem herausragenden Arbeitgeber auf mehreren Ebenen machen.
Arbeitsatmosphäre
Ein schönes Büro, ein paar attraktive Benefits und sorgfältig formulierte Unternehmenswerte allein schaffen noch keine gute Atmosphäre. Entscheidend sind die gelebten Werte, die gemeinsamen Erfolge – und vor allem die Menschen, die diesem Anspruch täglich Leben einhauchen.
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Beginnt intern zu bröckeln.
Die werteorientierte Unternehmenskultur entsprechend der Gründerphilosophie "Mensch im Mittelpunkt, lernen und wachsen", die das Unternehmen so besonders gemacht hatte, ist leider nur noch in geschriebener Form zu finden. Schade, das machte TGW wirklich zu einem ganz besonderen Arbeitgeber.
Work-Life-Balance
"Performance" hört und liest man aktuell an jedem Tag mehrfach im Unternehmen, speziell weil davor schon 10h+ Tage in vielen Bereichen an der Tagesordnung waren und doch nicht wenige Kolleg:innen ihre Gesundheit dafür riskiert haben, schafft das noch mehr Druck.
Es wird immer wieder betont, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, doch selbst bei klaren Anzeichen und Hilferufen von teilweise ganzen Teams und ihren Führungskräften, wird einfach zugesehen, wie ganze Abteilungen auf verlorenem Posten kämpfen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Sozialbewusstsein im Kontext der Future Wings Privatstiftung sehr gut, da ein Teil des Gewinns der TGW Logistics dies finanziert. Beim Umweltbewusstsein ist sehr viel Luft nach oben, hier werden eher die Mindestkriterien der Kunden und verschiedenen regulatorischen Vorgaben erfüllt, als es aus eigener Motivation zu tun. Sustainability, die Kosten verursacht, aber den Gewinn nicht maximiert, wird wohl aktuell nicht ganz oben bei den Zielen stehen.
Kollegenzusammenhalt
Schwierige Bedingungen schweißen Einzelne zusammen und lassen andere um sich schlagen.
Vorgesetztenverhalten
Klassisches vertikales Mehrlevel-Hierarchie-Modell. Die 2 Sterne gelten den Erwartungen des Unternehmens an Führungskräfte, nicht den einzelnen Führungskräften der verschiedenen Levels. Die FK hat selbstredend die Vorgabe des Unternehmens zu erfüllen und die ist aktuell ganz klar "Gewinnoptimierung", in Kombination mit dem meist sehr sehr hohen Workload, bleibt wenig Platz für Menschlichkeit.
Arbeitsbedingungen
Meist moderne (sehr große) Großraumbüros, die sehr gut ausgestattet sind.
Kommunikation
Die Unternehmenskommunikation wirkt insgesamt eher oberflächlich und wenig transparent, präsentiert sich jedoch in einem durchgehend professionellen Gewand. Auch die Reaktionen auf Bewertungen sind äußerst souverän formuliert und folgen einer stark marketingorientierten Linie. Ob das HR-Team jedoch wirklich Einfluss nehmen kann und soll und, falls ja, in welcher Form, wird sich zeigen.
Gehalt/Benefits
Gehälter sind gut, Sozialleistungen entsprechen vermutlich dem Querschnitt der OÖ Industrieunternehmen.
Gleichberechtigung
Mehr Schein als Sein. Diversität wird recht schön dargestellt auf der Karrieresite; im Unternehmen sieht es gefühlt ein wenig anders aus. Internationalität, Frauenanteil und Inklusionsquote erfüllen eher das Klischee einer oldfashioned Company, als die Erwartungen an ein modernes High-Tech-Unternehmen. Die entsprechenden Quoten in den oberen Führungsebenen sprechen für sich. Die Entscheidung sich in Ländern des globalen Südens anzusiedeln, verstärkt zudem den Eindruck, dass kurzfristige Gewinnoptimierung höher priorisiert wird, als echte gelebte Internationalität vor Ort in Österreich.

