Es war einmal eine gute …
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorheben möchte ich vor allem den Zusammenhalt unter vielen Kolleginnen und Kollegen sowie den persönlichen Einsatz einzelner Führungskräfte auf Teamebene. Auch in einer aus meiner Sicht zunehmend schwierigen organisatorischen Situation haben viele Mitarbeitende versucht, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam gute Arbeit
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die folgenden Punkte spiegeln ausdrücklich meine persönlichen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Meinungen wider.
Seit dem Wechsel der Geschäftsführung vor Jahren zum bis vor kurzem noch Verantwortlichem GF, fehlten mir zunehmend sichtbare Führung, Kommunikation und Wertschätzung. Mehrere personelle und organisatorische Entscheidungen waren für mich schwer nachvollziehbar – insbesondere, dass aus meiner Sicht gut funktionierende Teams erheblich verändert oder aufgelöst wurden.
Auch manche unternehmerischen Entscheidungen empfand ich als widersprüchlich. Obwohl ein wesentlicher Teil des Geschäfts aus dem Automobilbereich stammt, hatte ich den Eindruck, dass teilweise gesellschaftspolitische beziehungsweise ökologisch-progressive Überzeugungen stärker gewichtet wurden als praktische Anforderungen. Beispielhaft war für mich die Anschaffung einiger Elektrofahrzeuge, die sich insbesondere für längere Kundenbesuche in Teilen Osteuropas nur eingeschränkt eigneten. Gleichzeitig wurden Unterstützungen für Mitarbeiterparkplätze reduziert oder gestrichen, verbunden mit dem Hinweis auf öffentliche Verkehrsmittel.
Kritisch sehe ich auch den Umgang mit Mitarbeiterbefragungen. Nach meiner Wahrnehmung wurde teilweise bereits im Vorfeld vermittelt, wie bestimmte Fragen oder Bewertungen verstanden werden sollten. Eine wirklich offene Befragung stelle ich mir anders vor.
Auch im Arbeitsumfeld waren Verschlechterungen spürbar. So nahm beispielsweise die Sauberkeit der Sanitärbereiche aus meiner Sicht ab, nachdem offenbar Reinigungszeiten reduziert worden waren. Irritiert hat mich zudem, dass Mitarbeiter des Reinigungsteams nach meiner Wahrnehmung teilweise für private Tätigkeiten einzelner Personen eingesetzt wurden. Welche Hintergründe oder Vereinbarungen dabei bestanden, kann ich nicht beurteilen.
Bei Kündigungen ließen einzelne Personalentscheidungen bei mir zudem Zweifel daran entstehen, welchen Stellenwert soziale Verantwortung und Fürsorge tatsächlich hatten (Burnout). Über die jeweiligen arbeitsrechtlichen Hintergründe verfüge ich allerdings nicht über ausreichende Informationen und möchte deshalb keine Kausalitäten behaupten.
Ähnliche Kritikpunkte habe ich auch in anderen öffentlichen Arbeitgeberbewertungen gelesen. Einige dieser Beiträge waren später nicht mehr auffindbar. Warum dies so war und wer dafür verantwortlich war, weiß ich nicht und möchte darüber ausdrücklich nicht spekulieren.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre der wichtigste Schritt eine neue Geschäftsführung, die für die Mitarbeiter tatsächlich sichtbar und ansprechbar ist, regelmäßig kommuniziert und auch kritische Rückmeldungen ernst nimmt.
Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass Personalentscheidungen transparent, nachvollziehbar und nach objektiven Kriterien getroffen werden. Insbesondere bei gut funktionierenden Teams sollte nachvollziehbar erklärt werden, warum Strukturen verändert oder aufgelöst werden.
Ebenso sollte eine Mitarbeiterbefragung meiner Meinung nach vollständig unbeeinflusst stattfinden. Gerade kritische Ergebnisse sind für ein Unternehmen wertvoll, weil sie Probleme sichtbar machen können, bevor daraus größere Konflikte entstehen.
Vor allem würde ich mir wünschen, dass die hier geschilderten Kritikpunkte unabhängig und ergebnisoffen untersucht werden. Ich persönlich verstehe nicht, warum – soweit für mich erkennbar – weder seitens des Unternehmens noch seitens der Vector Stiftung in Deutschland eine unabhängige beziehungsweise anonyme Befragung der noch beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu den wiederholt geäußerten Kritikpunkten und Wahrnehmungen durchgeführt wurde.
Gerade wenn ähnliche Erfahrungen von mehreren Personen öffentlich geschildert werden, wäre eine vertrauliche und anonyme Befragung der Belegschaft aus meiner Sicht ein sinnvoller Weg, um festzustellen, ob es sich um individuelle Erfahrungen oder möglicherweise um strukturelle Probleme handelt.
Auch die personellen Veränderungen in der Geschäftsführung haben meine offenen Fragen nicht vollständig beantwortet. Der damalige Geschäftsführer ist inzwischen in einer anderen Funktion in den USA tätig. Gleichzeitig ist seine Ehefrau und der Sohn meines Wissens weiterhin im Unternehmen beschäftigt. Entscheidend ist für mich dabei ausdrücklich nicht das persönliche oder familiäre Verhältnis, sondern die Frage, ob Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege und mögliche Interessenkonflikte ausreichend transparent und unabhängig überprüft werden.
Ich würde mir deshalb für die Zukunft mehr Transparenz, nachvollziehbare Personalentscheidungen, eine echte Feedbackkultur, soziale Verantwortung und vor allem eine Führung wünschen, die Kritik nicht als Störung, sondern als Möglichkeit zur Verbesserung versteht.
Abschließend möchte ich ausdrücklich festhalten: Diese Bewertung gibt meine persönlichen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Schlussfolgerungen wieder. Sie erhebt keinen Anspruch darauf, die Sicht aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wiederzugeben. Wo mir konkrete Hintergründe oder Zusammenhänge nicht bekannt sind, möchte ich ausdrücklich keine Tatsachen behaupten oder über Motive einzelner Personen spekulieren.
Gerade deshalb hätte ich damals eine unabhängige und anonyme Befragung der Belegschaft für den sinnvollsten Weg gehalten, um festzustellen, wie die Situation von den heute noch dort beschäftigten Menschen tatsächlich wahrgenommen wird

