Spannende Aufgaben, viel Lernpotenzial, jedoch geprägt von Micromanagement, Kontrolldenken und hohem Leistungsdruck.
Arbeitsatmosphäre
Nach meiner Erfahrung herrscht hier teilweise eine Kultur von Micromanagement und mangelndem Vertrauen. Präsenz und Erreichbarkeit werden sehr stark beobachtet, was zusätzlichen Druck erzeugt.
Kommunikation
Feedback zu Themen wie mangelndem Vertrauen, Micromanagement oder Kontrollgefühl im Homeoffice wurde aus meiner Sicht nicht wirklich ernst genommen. Auf das Thema Micromanagement kam beispielsweise die Antwort, dass die Leute „halt im Homeoffice sind“, was bei mir den Eindruck verstärkt hat, dass grundsätzlich wenig Vertrauen gegenüber Mitarbeitenden im Homeoffice vorhanden ist.
Die Kommunikation war insgesamt stark leistungs- und outputorientiert, wodurch ein hoher Arbeitsdruck entstanden ist.
Kollegenzusammenhalt
Durch 100% remote entsteht meines Empfindens nach Konkurrenzverhalten zwischen den Kolleg:innen. Aufgaben sollen erledigt werden, das Menschliche wird dabei übersehen.
Work-Life-Balance
Es kann 100% im Homeoffice gearbeitet werden.
Gleitzeit steht zwar im Vertrag, gleichzeitig wird aber erwartet, während der „üblichen“ Arbeitszeiten dauerhaft erreichbar und sichtbar anwesend zu sein. Da stellt sich irgendwann schon die Frage, wie flexibel diese Gleitzeit in der Praxis tatsächlich ist.
Vorgesetztenverhalten
Gespräche mit dem Vorgesetzten meines Teamleads, die offiziell dem Wohlbefinden und Verbesserungsvorschlägen dienen sollten, haben sich für mich eher wie Gespräche über Leistungssteigerung angefühlt — etwa ab wann ich zusätzliche Verantwortung übernehmen oder sogar meinen Senior-Teamlead vertreten kann, obwohl ich als Junior eingestiegen bin. Das sagt aus meiner Sicht viel über die Erwartungshaltung aus.
Interessante Aufgaben
Die Erwartungen an Geschwindigkeit und Output empfand ich stellenweise als unrealistisch — besonders für Junioren. Oft zählt vor allem, möglichst schnell Ergebnisse zu liefern, selbst wenn man Themen eigentlich gründlich verstehen und nachhaltig lernen möchte. Aussagen wie „nimm einfach KI dafür“ vermitteln dabei manchmal den Eindruck, dass Geschwindigkeit wichtiger ist als fachliche Entwicklung oder echtes Verständnis.
Positiv ist allerdings, dass man dadurch mit vielen unterschiedlichen Themen in Berührung kommt. Wer eigenständig arbeitet und bereit ist, sich vieles selbst zu erarbeiten, kann in kurzer Zeit viel lernen und fachlich breit aufgestellt werden. Man sollte jedoch damit rechnen, dass man sich viele Themen weitgehend selbst aneignet und dabei häufig auf sich selbst – oder auf KI – gestellt ist.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist sehr gut als Einsteiger, Benefits wie Homeoffice, Gleitzeit, Essenszuschüsse sind sehr gut.
Karriere/Weiterbildung
Meine Zertifizierung wurde vom Arbeitgeber auf Anfrage übernommen.