Motiviert Leute sollten sich etwas anderes suchen
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Sozialer Zusammenhalt. Die Wiener Linien funktionieren aufgrund von einigen sehr guten Personen, welche niemals die Anerkennung bekommen werden. Wenn diese weg sind, bricht das Kartenhaus zusammen.
- Fachexperten mit unglaublichen Wissen (leider oft nicht gefördert)
- Schatten IT hilft sich gegenseitig
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- tuscheln hinter dem Rücken, Probleme werden unter den Teppich gekehrt. Selbstdarstellung ist alles
- Abteilungshickchack. Viele Managementprobleme durch längst vergangene Probleme aus der Urzeit.
- Zentralisierung von allen Services. Ein Gebäude hat ein technisches Gebrechen? Einmelden, 5x nachtelefonieren und hoffen, dass diese Abteilung Budget für Reparaturen hat. Kann von ein paar Wochen bis über ein Jahr dauern. Besser wäre es Prozesse zu standardisieren.
- Einkaufprozess und Ausschreibungen ein Wahnsinn. Nicht der beste Anbieter wird genommen, sondern die billigsten. Natürlich funktioniert es nicht und Wartezeiten werden kalkulatorisch nicht einberechnet, weil kein Gewinn erzielt werden muss
- Konzern (Wiener Stadtwerke), WienIT und Wien Energie verhindern mit 100 Gremien aktiv die Modernisierung der Wiener Linien. Wird anscheinend politisch so gewollt.
Verbesserungsvorschläge
- Selbstdarsteller und Dampfplauderer aus dem Unternehmen werfen. Inhaltlich qualifizerte Personen fördern, Führungskräfte qualitativ überprüfen
- Aus dem Würgegriff der Wiener Stadtwerke, Wien Energie und WienIT befreien
- Unternehmensstrukturen ändern, die jegliche Innovation behindern, weil sie durch 100 "Enterprise Architektur" Gremien müssen, wo über technische Themen Entscheidungen getroffen werden ohne Fachwissen und Projekte verzögern.
Arbeitsatmosphäre
Gut, aber wie lange noch?
Das Fundament, auf dem früher alles gut lief und man sich lange ausgeruht hat, bröselt und der Point-of-no-return rückt näher. Einsparungen und Konsequenzen werden kommen und betrifft mal wieder nicht die Boomer Generation.
Image
Eigentlich sehr gut, aber in den letzten Jahren am Bröckeln in der Bevölkerung, weil der Service (zB Intervalle) merkbar schelchter geworden ist.
Work-Life-Balance
Sehr gut einteilbar.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt viele Möglichkeiten für Weiterbildungen. Karriere ist teilweise schwerer. Vor allem, wenn man seinen Vorgesetzten gegenüber kritisch ist.
Gehalt/Benefits
Etwas weniger, als am Privatmarkt. Aber mit der zu erbringenden Arbeitsleistung unschlagbar. Früher immer mehr oder weniger ins Burn-Out getrieben, hier wird um 16 Uhr der Bleistift niedergelegt. Auch von Führungskräften. Mehrarbeit wird nicht entlohnt, aber Zeitausgleich ist kein Problem. Kantine ist billig und meist ok. Kein Gourmet, aber warm und billig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen viel Marketing ("Greener Linien"). Nach innen könnte es mehr sein, man arbeitet daran. Stichwort Budget und Einsparungen.
Kollegenzusammenhalt
Meist sehr gut. Man hilft sich, wo man kann.
Umgang mit älteren Kollegen
Wie heißt es so schön? Je niedriger die Dienstnummer, desto mehr Standing hat man.
Man müsste eher umgekehrt Fragen: wie gehen ältere Kollegen mit jüngeren um? Viele geben sich sehr selbstsicher, wenn man 20+ Jahre im Unternehmen ist, aber jegliche Änderung in der Privatwirtschaft verpasst hat. Führt zu arrogantem Auftreten.
Vorgesetztenverhalten
Politische Spielchen werden gerne ab unterster Chef-Ebene gespielt. Verantwortung wird nach unten gegeben, aber Entscheidungen werden oben getroffen. Aber da es keine personelle Konsequenzen gibt in dem Unternehmen, ist das egal.
Arbeitsbedingungen
Niemand reißt sich ein Bein aus. Wird auch von niemanden verlangt.
Kommunikation
Nicht vorhanden. Die linke Hand weiß nicht, was die rechte macht. Gangtratsch und persönliche Gespräche sind die Hauptkanäle. Und sehr viele Meetings, aber ohne jeglichen Inhalt.
Gleichberechtigung
Viele Förderungen für junge Frauen (Technikerinnen TU), LGBT etc. (Positiv!)
Junge Männer werden da leider manchmal etwas übersehen (sozial schwache Menschen sieht man nicht an der Hautfarbe oder Geschlecht)
Interessante Aufgaben
Technisch und inhaltlich ca 10 Jahre der Privatwirtschaft hinterher. Viele Tätigkeiten sind nur ein Umsetzen, was es am Markt längst Standard ist, wird aber intern als das Neuste/Beste verkauft.
Es würde so viel mehr gehen, aber veraltete Strukturen/Prozesse, WienIT, Wiener Stadtwerke als Konzernleitung und Wien Energie sind Blockierer durch den Versuch alles zu vereinheitlichen, anstelle Abteilungen selbst die Chance zu geben sich zu modernisieren.

