Ein Unternehmen, das Gesundheit verkauft, sollte nicht die Gesundheit seiner eigenen Mitarbeitenden aufs Spiel setzen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den aus meiner Sicht respektlosen Führungsstil, die als Mobbing empfundenen Verhaltensweisen, das wiederholte Blossstellen von Mitarbeitenden, widersprüchliche Anweisungen, fehlendes Zuhören, unpassende Personaleinsätze, die schlechte Bezahlung und insbesondere den Umgang mit gesundheitlich belasteten beziehungsweise schwangeren Mitarbeitenden.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte sollten nicht nur nach fachlichen oder wirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden, sondern insbesondere nach ihrer sozialen und menschlichen Kompetenz.
Beschwerden über Mobbing und respektloses Verhalten müssen ernst genommen und unabhängig untersucht werden.
Anweisungen müssen klar, einheitlich und nachvollziehbar sein. Mitarbeitende dürfen nicht für widersprüchliche Vorgaben verantwortlich gemacht werden.
Schwangerschaft und ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit müssen mit der nötigen Sensibilität und unter Beachtung der gesetzlichen Schutzbestimmungen behandelt werden.
Mitarbeitende sollten entsprechend ihren individuellen Stärken eingesetzt und gefördert werden.
Löhne und Arbeitsbedingungen sollten der tatsächlichen Verantwortung und Belastung entsprechen.
Eine ehrliche Feedbackkultur muss geschaffen werden, in der Mitarbeitende ihre Meinung äussern können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre wurde für mich zunehmend zu einer psychischen Belastung. Statt Motivation, Vertrauen und gegenseitigem Respekt erlebte ich Druck, Angst vor Fehlern und ein Führungsverhalten, das ich persönlich als massives Mobbing empfunden habe.
Man konnte seine Arbeit noch so gewissenhaft erledigen – es fand sich offenbar immer etwas, das kritisiert werden konnte. Besonders belastend war das Gefühl, ständig aufpassen zu müssen, was man sagt oder tut, um nicht erneut blossgestellt zu werden.
Ein Arbeitsplatz sollte kein Ort sein, an dem man morgens bereits mit einem unguten Gefühl erscheint.
Image
Nach aussen steht ACTIV FITNESS für Gesundheit, Fitness, Motivation und Lebensqualität.
Meine Erfahrungen als Mitarbeiterin haben leider ein völlig anderes Bild hinterlassen.
Besonders enttäuschend finde ich die Diskrepanz zwischen den Werten, die gegenüber Kundinnen und Kunden vermittelt werden, und dem Umgang, den ich intern erlebt habe.
Gesundheit sollte nicht an der Eingangstür des Fitnessstudios enden.
Work-Life-Balance
Von einer gesunden Work-Life-Balance hätte ich mir bei einem Unternehmen aus der Fitness- und Gesundheitsbranche deutlich mehr erwartet.
Auf die persönliche Situation der Mitarbeitenden wurde meiner Erfahrung nach zu wenig Rücksicht genommen. Betriebliche Bedürfnisse hatten häufig Vorrang, während individuelle Belastungen kaum Gehör fanden.
Besonders enttäuschend fand ich den Umgang mit gesundheitlichen Einschränkungen und Schwangerschaft.
Wer Gesundheit als Geschäftsmodell hat, sollte diese Werte auch gegenüber den eigenen Mitarbeitenden leben.
Karriere/Weiterbildung
In einem grossen Fitnessunternehmen gäbe es eigentlich zahlreiche Möglichkeiten, Talente zu erkennen, Mitarbeitende gezielt zu fördern und ihnen Entwicklungsperspektiven zu bieten.
Meine Erfahrung war jedoch, dass individuelle Stärken und Wünsche zu wenig berücksichtigt wurden.
Gute Führung sollte Potenzial erkennen und fördern, statt Mitarbeitende durch permanente Kritik zu demotivieren.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung empfand ich als ausgesprochen schlecht – insbesondere gemessen an den Anforderungen, der Verantwortung, der geforderten Flexibilität und der psychischen Belastung.
Wer motivierte, qualifizierte und langfristig engagierte Mitarbeitende möchte, sollte diese auch entsprechend entlohnen.
Von Wertschätzung kann man schliesslich weder Rechnungen bezahlen noch den Lebensunterhalt finanzieren.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleginnen und Kollegen waren teilweise das Einzige, was den Arbeitsalltag erträglich machte.
In einem grossen Team gibt es unterschiedliche Persönlichkeiten, Fähigkeiten und Stärken. Viele Mitarbeitende waren engagiert, hilfsbereit und fachlich kompetent.
Leider kann auch ein gutes Team eine schlechte Führungskultur nicht dauerhaft ausgleichen. Wenn Mitarbeitende gegeneinander ausgespielt werden oder Angst vor Kritik haben, leidet irgendwann auch der Zusammenhalt.
Vorgesetztenverhalten
Für mich mit Abstand der schlimmste Punkt.
Ich habe ein Führungsverhalten erlebt, das ich als systematisches Schikanieren, Blossstellen und Mobbing empfunden habe.
Anweisungen wurden geändert, ohne dies klar zu kommunizieren. Anschliessend wurden Mitarbeitende für die Umsetzung der ursprünglichen Anweisungen kritisiert.
Konstruktive Gespräche fanden aus meiner Sicht zu selten statt. Statt zuzuhören, Probleme gemeinsam zu lösen oder Verantwortung zu übernehmen, wurde Druck ausgeübt.
Besonders erschütternd war für mich ein Vorfall im Zusammenhang mit einer schwangerschaftsbedingten Krankschreibung und einer Verwarnung. Ich empfand den Umgang damit als absolut respektlos und menschlich enttäuschend.
Führung bedeutet, Menschen zu unterstützen und zu fördern – nicht, sie einzuschüchtern oder kleinzumachen
Arbeitsbedingungen
Die eigentliche Tätigkeit und das Umfeld eines Fitnessstudios können durchaus Freude machen.
Allerdings helfen moderne Geräte und schöne Räumlichkeiten wenig, wenn das menschliche Arbeitsumfeld nicht stimmt.
Widersprüchliche Anweisungen, unpassende Einsatzplanung und ständiger Druck können selbst eine grundsätzlich schöne Tätigkeit zur Belastung machen.
Kommunikation
Die Kommunikation war teilweise geradezu absurd.
Am Montag wurde von Vorgesetzten ausdrücklich Vorgehensweise A verlangt. Am Dienstag hiess es plötzlich, Vorgehensweise B sei richtig. Wer dann nach der ursprünglichen Anweisung handelte, musste sich rechtfertigen und wurde teilweise vor anderen blossgestellt.
Statt Fehler in der eigenen Kommunikation einzugestehen, wurde die Verantwortung auf die Mitarbeitenden geschoben.
Klare Anweisungen, nachvollziehbare Entscheidungen und konstruktives Feedback? Meiner Erfahrung nach leider Mangelware.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung bedeutet für mich nicht nur, alle gleich zu behandeln, sondern auch individuelle Lebenssituationen angemessen zu berücksichtigen.
Gerade beim Thema Schwangerschaft und gesundheitliche Einschränkungen habe ich Erfahrungen gemacht, die mich nachhaltig enttäuscht haben.
Eine Verwarnung im Zusammenhang mit einer schwangerschaftsbedingten Krankschreibung empfand ich als besonders erschreckend.
Von einem modernen Arbeitgeber hätte ich wesentlich mehr Verständnis, Sensibilität und Unterstützung erwartet
Interessante Aufgaben
Die Arbeit in der Fitnessbranche könnte abwechslungsreich, motivierend und erfüllend sein.
Leider wurden die unterschiedlichen Stärken der Mitarbeitenden meiner Erfahrung nach kaum sinnvoll berücksichtigt.
Selbst in grossen Teams mit zahlreichen Talenten wurden Mitarbeitende teilweise ausgerechnet dort eingesetzt, wo ihre Fähigkeiten am wenigsten zur Geltung kamen.
Hinweise auf persönliche Stärken, Erfahrungen oder bessere Einsatzmöglichkeiten wurden häufig nicht ernst genommen.
So verschenkt man nicht nur Potenzial, sondern zerstört langfristig auch Motivation