Attraktive Branche, jedoch geprägt von Führungsdefiziten und angespanntem Arbeitsklima
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Branche ist sehr spannend und bietet grundsätzlich ein zukunftsrelevantes Umfeld. Das Unternehmen verfügt aus meiner Sicht über eine gute Vision und bringt Voraussetzungen mit, um langfristig zukunftsfähig zu sein. Gerade das übergeordnete Potenzial und die strategische Relevanz des Tätigkeitsfelds machen den Arbeitgeber grundsätzlich attraktiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kritisch sehe ich vor allem das aktuelle Management, die in Teilen unprofessionelle Arbeitsweise sowie die derzeitige Stimmung im Unternehmen. Diese Faktoren wirken sich spürbar auf Zusammenarbeit, Orientierung und das allgemeine Arbeitsklima aus.
Verbesserungsvorschläge
Das Management sollte sich stärker auf seine eigentlichen Kernaufgaben konzentrieren, insbesondere auf Strategie, Unternehmensführung und die übergeordnete Steuerung des Unternehmens. Eine stärkere operative Einmischung erschwert aus meiner Sicht effiziente Abläufe und führt teilweise zu unnötigen Reibungsverlusten.
Zudem braucht es deutlich klarere Regelungen bei Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten. Mit der heutigen Unternehmensgrösse wäre es wichtig, Führungsstrukturen, Entscheidungswege und Zusammenarbeit konsequent weiterzuentwickeln. Es sollte stärker berücksichtigt werden, dass das Unternehmen längst nicht mehr wie ein kleines KMU geführt werden kann und entsprechend professionellere, skalierbare Führungsmodelle notwendig sind.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfinde ich aktuell als eher angespannt. Gründe dafür sind aus meiner Sicht die derzeitige Situation im Unternehmen sowie der Führungsstil der Geschäftsleitung. Hinzu kommt, dass vielfach in Silos gearbeitet wird, was die Zusammenarbeit und das Wir-Gefühl spürbar beeinträchtigt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist aus meiner Sicht deutlich verbesserungsbedürftig. Informationen werden oft nur selektiv weitergegeben, häufig über informelle Netzwerke statt über klare und verlässliche Kanäle. Dadurch entsteht viel Flurfunk, und der Informationsfluss hängt teilweise stark davon ab, wen man kennt. Das erschwert Transparenz, Nachvollziehbarkeit und eine einheitliche Ausrichtung im Unternehmen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist aus meiner Sicht ausbaufähig. Viele konzentrieren sich stark auf den eigenen Bereich, und abteilungsübergreifend entsteht teilweise eher ein Gegeneinander als ein Miteinander. Wenn ein Thema nicht dem eigenen Vorteil oder den eigenen Zielen dient, fehlt mitunter die Bereitschaft, sich einzubringen. Das erschwert die Zusammenarbeit und wirkt sich negativ auf den gemeinsamen Unternehmenserfolg aus.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich ist die Work-Life-Balance solide. Positiv ist die vorhandene Flexibilität im Arbeitsalltag. Gleichzeitig hängt insbesondere beim Thema Homeoffice noch vieles stark von der jeweiligen Führungskraft ab, wodurch keine einheitliche Praxis erkennbar ist. Zudem finden vereinzelt Termine bis weit in den Abend hinein statt, was die Vereinbarkeit einschränken kann.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten ist uneinheitlich ausgeprägt. Je höher die Hierarchiestufe, desto öfter wirkt das Verhalten unprofessionell. Hinzu kommen starke Mikromanagement-Tendenzen, wodurch Entscheidungen und Prozesse unnötig ausgebremst werden. Fachlich ist zum Teil viel technisches Wissen vorhanden, bei Führungskompetenz und Leadership besteht jedoch klarer Entwicklungsbedarf.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich sind interessante Aufgaben vorhanden, insbesondere aufgrund der Branche und des Themenumfelds. Allerdings geht viel Potenzial durch Silodenken sowie Unklarheiten bei Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten verloren. Dadurch entsteht teilweise der Eindruck, dass viele an vielem mitwirken, ohne dass Zuständigkeiten klar geregelt sind. Das erschwert fokussiertes Arbeiten und nimmt den eigentlich spannenden Aufgaben einen Teil ihrer Attraktivität.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich ist Gleichberechtigung auf dem Papier gegeben. In der praktischen Umsetzung hängt jedoch vieles von der jeweiligen Führungsperson ab. Zudem fehlt es aus meiner Sicht an Transparenz, wodurch schwer nachvollziehbar ist, wie konsequent und einheitlich das Thema tatsächlich gelebt wird.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen haben sich aus meiner Sicht eher verschlechtert. Leistungen wie kostenloser Kaffee werden bereits als grösseres Benefit dargestellt, obwohl dies heute eher als Standard wahrgenommen wird. Gleichzeitig fehlen in einigen Bereichen zeitgemässe Rahmenbedingungen, etwa bei der Ausstattung und den Nebenleistungen. Insgesamt bleiben die gebotenen Arbeitsbedingungen damit hinter dem Eindruck zurück, den das Unternehmen selbst davon vermittelt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Grundsätzlich sind entsprechende Konzepte vorhanden, und mit dem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht wird das Thema sichtbar adressiert. Es ist erkennbar, dass man sich darum bemüht. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass das Engagement vor allem dort konsequent verfolgt wird, wo auch ein wirtschaftlicher Nutzen erkennbar ist. Dadurch wirkt das Umwelt- und Sozialbewusstsein teilweise eher zweckorientiert als durchgängig verankert.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist aus meiner Sicht bestenfalls durchschnittlich, die Sozialleistungen liegen allenfalls leicht darüber. Zusätzlichen Unmut verursacht das neue, wenig transparente Lohnsystem. Es schafft spürbar Unsicherheit, erhöht den variablen Lohnanteil deutlich und koppelt diesen an teils unrealistisch wirkende Ziele. Zudem ist dieser variable Anteil nicht über die Sozialversicherungen abgesichert. Für viele Mitarbeitende bedeutet das System faktisch über Jahre hinweg einen Deckel beim Reallohn. Insgesamt wird das Modell zwar sehr positiv dargestellt, stösst in der Praxis jedoch nur auf begrenzte Akzeptanz.
Image
Das Image des Unternehmens hat in den letzten Jahren spürbar gelitten. Das zeigt sich nicht nur auf Plattformen wie kununu, sondern auch in der Wahrnehmung innerhalb der Branche sowie im politischen Umfeld. Dadurch entsteht der Eindruck, dass das Unternehmen extern deutlich an Reputation eingebüsst hat.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich bestehen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung, diese sind jedoch eher eingeschränkt. Auch Weiterbildungen werden aus meiner Sicht nur zurückhaltend unterstützt. Eine aktive Förderung durch die vorgesetzte Person ist eher selten, sodass die Verantwortung für die eigene Entwicklung weitgehend bei den Mitarbeitenden selbst liegt. Dadurch fehlt es an klarer Begleitung und gezielter Entwicklungsförderung.


