Ehemals vorbildlicher Arbeitgeber in einer Abwärtspirale
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Zusammenarbeit in den Projekten ist super. Es gibt so viele geniale Kollegen, die Arbeit und die Produkte sind sehr spannend!
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- schlechte Führung in R&D - top down, obwohl das Management bei vielen Themen nicht involviert ist / die Themen nicht versteht. So wird beispielsweise die letzte Reorganisation mit den Verzögerungen in den Projekten begründet, obwohl die Ursachen andere sind (siehe unten)
- Das Projektleiter-Dreieck (Kosten, Qualität, Termin) giltet auch in der Belimo- das Management kürzt jedoch die Projektdauer, fordert gleiche Qualität bei gleichen oder sogar reduzierten Kosten und wundert sich über Verzögerungen/Mehrkosten
- R&D ist immer mehr mit nicht-funktionalen Prozessen überzogen. Wenn Projekte länger dauern, sollten nicht die Mitarbeiter beschuldigt werden, sondern die Prozesse optimiert werden
- Angstkultur statt den vorgegebenen Belimowerten (diese werden vom Management nicht vorgelebt)
- Es werden wenige vom CTO favoritisierte Personen enorm gefördert, ohne dass diese Personen bis jetzt geliefert hätten oder den Anforderungen dieser Stellen gerecht werden würden.
- Mut auch mal Tools oder Prozesse zu beenden. Im Anforderungsmangement beispielsweise ändern wir die Methodik und Tools regelmässig, was zu enormen Mehraufwänden in den Projekten führt.
- Das HR ist sehr vorgesetztenorientiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich bei Problemen das HR besser involviere, da sich dies sonst rächen kann.
Verbesserungsvorschläge
- weniger Prozesse
- Prozesse / Tools erst ausrollen, wenn sie wirklich funktionieren
- Mitarbeiter in Änderungen einbeziehen -> heute ist vieles top down
- Belimo-Werte leben -> Mitarbeiter wieder in den Fokus stellen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich ziemlich verschlechtert. Regelmässig wird in R&D reorganisisiert ohne Berücksichtigung von Change Management und folglich auch ohne die Betroffenen abzuholen. Bei den Änderungen fehlt entweder die Vision oder sie ist nicht nachvollziehbar.
Trotz all den organisatorischen Änderungen und den zusätzlichen Prozessen wird mehr Effizienz erwartet- folglich steigt der Druck. Ich empfinde immer mehr eine Atmospäre der Angst- auch höheres Mangement führt nur noch aus und argumentiert politisch. Kritik oder Bedenken werden deshalb nicht mehr geäussert, da sich dies rächen könnte.
Image
Das Image ist (noch) gut, jedoch sprechen sich die internen Schwierigkeiten immer mehr rum
Work-Life-Balance
Der Druck wird immer grösser. In Krisensituationen hat mich weder mein Vorgesetzter, noch das HR unterstützt.
Karriere/Weiterbildung
Interessantes und vielseitiges Weiterbildungsangebot
Gehalt/Benefits
Die Entlöhnung ist sehr gut, jedoch ist sie nicht fair verteilt. Befördert werden diejenigen, die am sichtbarsten sind- unabhängig von der effektiven Leistung.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Belimo verkauft sich grüner als sie effektiv ist. Abgesehen von der Climate Foundation sind keine Bestrebungen zur Emmissionsreduktion spürbar (bsp. haben wir einen sehr hohen Standby-Verbrauch in Hinwil und die HLK Anlage läuft nicht effizient, aber es wird nicht verbessert). Zusätzlich wird enorm viel geflogen und auch hier ist keine Reduktion in Sicht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt ist immer noch sehr gross. Die aktuellen Veränderungen der Prozesse und in der Organisation fördern das Silodenken, wodurch immer mehr eine Abgrenzung untereinander spürbar wird.
Vorgesetztenverhalten
Ab Stufe Abteilungsleiter empfinde ich einen grossen Disconnect zur Basis. Zusätzlich hat es einige Führungskräfte, die durch das Wachstum der Belimo in Ihre Positionen gekommen sind und mit ihren Fähigkeiten nicht mehr der aktuellen Situation entsprechen.
Kommunikation
Die Kommunikation hat sich enorm verschlechtert- insbesondere in Bezug auf Änderungen. Es wird immer politischer kommuniziert.


