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Bertschi 
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Bewertung

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Glänzender Auftritt nach aussen – schwierige Realität im Innern

1,2
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Administration / Verwaltung bei Bertschi AG in Dürrenäsch gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Marke ist stark positioniert, das Marketing professionell – von aussen wirkt vieles modern und zukunftsorientiert. Die Kantine bietet gutes Essen, und es gibt ausreichend Parkplätze. In einigen Teams gibt es engagierte Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit funktioniert – trotz schwieriger Rahmenbedingungen.

Verbesserungsvorschläge

Führungskräfte professionalisieren / austauschen: Viele Probleme entstehen durch ungeeignetes Führungsverhalten. Schulungen in moderner Führung, Kommunikation und Empathie sind dringend notwendig.

Vertrauensvolle Kultur schaffen: Offene Kritik sollte erlaubt sein – ohne Angst vor Konsequenzen. Mitarbeitende verdienen ein Arbeitsumfeld mit echter Wertschätzung.

Transparenz stärken: Es wäre wünschenswert, wenn die Unternehmensführung ein klareres Bild davon hätte, wie einzelne Führungskräfte agieren, sobald sie unbeobachtet sind.

Know-how-Abfluss stoppen und Talente halten: In den letzten Jahren haben viele kompetente und engagierte Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Um diesen Verlust an Wissen und Qualität zu stoppen, braucht es gezielte Massnahmen zur Mitarbeiterbindung, ehrliche Entwicklungsperspektiven und eine Unternehmenskultur in der Leistung gefördert wird.

Faire Arbeitsbedingungen: Homeoffice, klare Überstundenregelung und leistungsgerechte Bezahlung sollten Standard sein, nicht Ausnahme.

Vielfalt und Gleichstellung fördern: Mehr Frauen in Führungspositionen und faire Chancen für alle Alters- und Herkunftsgruppen würden dem Unternehmen gut tun.

Weniger Schein, mehr Sein: Das externe Image ist stark – jetzt sollte der Fokus auf innerer Substanz und echter Mitarbeiterbindung liegen.

Arbeitsatmosphäre

Die allgemeine Stimmung im Unternehmen ist angespannt. Viele Kolleg:innen haben Angst um ihre Stelle, da häufig Einstellungen und Entlassungen ohne nachvollziehbare Gründe erfolgen. Vertrauen oder eine positive Grundstimmung sind kaum spürbar. Freundlichkeit ist eher Ausnahme als Regel, und es dominiert eine streng hierarchische, top-down gesteuerte Unternehmenskultur. Empathie seitens der Führungsebene ist selten vorhanden. Zusätzlich sorgt die fortschreitende Standardisierung dafür, dass Stellen so gestaltet werden, dass sie möglichst leicht ersetzbar sind. Dies wirkt sich negativ auf Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen aus. Die Stimmung ist entsprechend angespannt.

Image

Extern wirkt das Unternehmen durch starkes Employer Branding sehr attraktiv – insbesondere auf Plattformen wie LinkedIn oder TikTok. Intern zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die Realität weicht deutlich vom öffentlichen Image ab. Vieles wirkt inszeniert und wenig authentisch. Besonders problematisch: Unter dem Label "Schweizer Qualität" wird zunehmend Arbeit ins Ausland verlagert, u. a. nach Rumänien, während lokale Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Widerspruch zwischen Markenversprechen und Realität wird intern zunehmend spürbar.

Work-Life-Balance

Die Arbeitsbelastung ist hoch, der Arbeitstag reicht oft nicht aus, um alle Erwartungen zu erfüllen. Überstunden sind regelmässig nötig, werden aber weder bezahlt noch durch Freizeit ausgeglichen. Homeoffice wurde nach der Pandemie umgehend wieder gestrichen. Sabbaticals sind ausschliesslich Führungskräften der oberen Ebene vorbehalten.

Karriere/Weiterbildung

Interne Weiterbildungsmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Es gibt keine klaren Entwicklungsprogramme, kein Mentoring, keine systematische Mitarbeiterförderung. Die wenigen Karrierepfade sind undurchsichtig und stark von persönlichen Beziehungen abhängig.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt liegt unter dem Branchendurchschnitt. Sozialleistungen sind minimal und nicht zeitgemäss. Überstunden werden vorausgesetzt, jedoch nicht vergütet oder kompensiert. Benefits sind kaum vorhanden, Weiterbildung wird nicht angeboten.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind eher Teil der Aussendarstellung. Intern spielt das Thema kaum eine Rolle, weder im Alltag noch in strategischen Entscheidungen.

Kollegenzusammenhalt

Unter den direkten Kolleg:innen herrscht teilweise eine gewisse Solidarität, aber die generelle Haltung ist stark von persönlichen Interessen geprägt. Es gilt oft: "Ich helfe dir, wenn du mir hilfst." Ein echter Zusammenhalt über Abteilungsgrenzen hinweg ist kaum vorhanden.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Bewerber:innen werden selten eingestellt. Intern wird erfahrenes Personal zwar noch beschäftigt, jedoch nicht gezielt gefördert oder wertgeschätzt.

Vorgesetztenverhalten

Die direkte Führung ist stark abhängig von der nächsthöheren Instanz und agiert oft autoritär. Kritische Stimmen werden nicht geduldet. Es fehlt an Führungskompetenz, Empathie und Mentoring. Besonders die erste Führungsebene verhält sich häufig herrschsüchtig und egozentriert.

Arbeitsbedingungen

Die physische Arbeitsumgebung ist grundsätzlich in Ordnung. Es gibt Parkplätze und eine Kantine mit gutem, aber teurem Essen. Moderne Arbeitsplatzgestaltung oder ergonomische Verbesserungen werden nicht aktiv gefördert. Digitale Tools sind zwar vorhanden, aber nicht konsequent in Prozesse integriert.

Kommunikation

Kommunikation erfolgt nahezu ausschliesslich von oben nach unten. Rückmeldungen aus den Teams oder Verbesserungsvorschläge verpuffen ohne Wirkung. Kritik oder Anregungen werden nicht ernst genommen. Es fehlt an echter Transparenz – wer etwas mitteilt, hat selten das Gefühl, gehört zu werden.

Gleichberechtigung

Diversität spielt eine untergeordnete Rolle. Es gibt keine weiblichen Führungskräfte auf oberer Ebene, und Gleichstellung ist eher ein Schlagwort als gelebte Realität.

Interessante Aufgaben

Aufgaben werden zunehmend vereinfacht, um auch von geringer qualifiziertem Personal bearbeitet werden zu können. Damit sinkt nicht nur die Komplexität, sondern auch der Anspruch an die Mitarbeitenden. Viele spüren, dass ihre Rolle beliebig wird – echte Entwicklung oder fachliche Tiefe ist kaum noch möglich.

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Arbeitgeber-Kommentar

HR-Team

Vielen Dank für Ihr ausführliches und offenes Feedback. Wir schätzen es sehr, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Eindrücke so differenziert zu schildern – sowohl in Bezug auf positive Aspekte als auch in Bezug auf die Herausforderungen, die Sie erleben oder beobachtet haben.

Besonders freut uns, dass Sie unsere starke Markenposition, das professionelle Marketing sowie das Angebot in der Kantine und die Zusammenarbeit mit engagierten Kolleg:innen positiv hervorheben. Solche Rückmeldungen bestärken uns in dem, was gut funktioniert – gleichzeitig nehmen wir Ihre kritischen Punkte sehr ernst.

Die Themen, die Sie ansprechen – etwa Führung, Unternehmenskultur, Kommunikation, Mitarbeiterbindung und Gleichstellung – betreffen zentrale Werte, an denen wir kontinuierlich arbeiten. Es ist uns bewusst, dass nicht alles permanent im Alltag so gelebt wird. Ihre Rückmeldung bestärkt uns darin, diesen Weg der Entwicklung konsequent und selbstkritisch weiterzugehen.

Konkret möchten wir uns mit folgenden Anliegen intensiver auseinandersetzen:

Führung und Kultur: Wir arbeiten daran, Führungskräfte gezielter zu unterstützen, weiterzubilden und deren Rolle als Coach und Förderer zu stärken. Das umfasst moderne Führungskonzepte, Empathie sowie eine offene und vertrauensvolle Feedbackkultur.

Transparenz und Dialog: Wir wissen, dass Kommunikation keine Einbahnstrasse sein darf. Deshalb setzen wir uns verstärkt dafür ein, dass in der Firma eine ehrliche, transparente und offene Kommunikation gelebt wird und dass sich Mitarbeitende und Vorgesetzte auf Augenhöhe, mit Respekt und Wertschätzung begegnen können.

Arbeitsbedingungen und Work-Life-Balance: Themen wie Homeoffice, Überstundenregelungen und faire Entwicklungsmöglichkeiten stehen auf unserer Agenda. Einige Massnahmen sind bereits in Umsetzung, andere befinden sich noch in der Planung.

Gleichstellung und Diversität: Auch wenn wir hier noch nicht da sind, wo wir hinwollen, erkennen wir die Notwendigkeit, gerechte Strukturen zu schaffen – für alle Mitarbeitenden, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Weibliche Führungskräfte auf oberer Ebene in der Logistikbranche zu finden, stellt nach wie vor eine grosse Herausforderung dar – jedoch arbeiten wir aktiv daran, auch qualifizierte Frauen für diese Positionen zu gewinnen.

Dass Sie Unstimmigkeiten zwischen dem externen Bild und der gelebten Realität ansprechen, nehmen wir sehr ernst. Ein glaubwürdiges und authentisches Miteinander ist nur möglich, wenn wir kontinuierlich daran arbeiten, unsere Werte auch intern spürbar zu machen.

Vielen Dank für Ihre wertvollen Hinweise. Auch wenn sie kritisch sind, sehen wir sie als wertvolle Chance zur Weiterentwicklung. Nur mit offenem Dialog und ehrlichem Feedback kann Veränderung gelingen – und Sie haben dazu einen wichtigen Beitrag geleistet. Wir hoffen, dass Sie die Freude an Ihrer Arbeit bei uns wieder finden und uns als Arbeitgeber bald wieder positiv wahrnehmen können.

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Puls

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.