Glänzender Auftritt nach aussen – schwierige Realität im Innern
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Marke ist stark positioniert, das Marketing professionell – von aussen wirkt vieles modern und zukunftsorientiert. Die Kantine bietet gutes Essen, und es gibt ausreichend Parkplätze. In einigen Teams gibt es engagierte Kolleg:innen, mit denen die Zusammenarbeit funktioniert – trotz schwieriger Rahmenbedingungen.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte professionalisieren / austauschen: Viele Probleme entstehen durch ungeeignetes Führungsverhalten. Schulungen in moderner Führung, Kommunikation und Empathie sind dringend notwendig.
Vertrauensvolle Kultur schaffen: Offene Kritik sollte erlaubt sein – ohne Angst vor Konsequenzen. Mitarbeitende verdienen ein Arbeitsumfeld mit echter Wertschätzung.
Transparenz stärken: Es wäre wünschenswert, wenn die Unternehmensführung ein klareres Bild davon hätte, wie einzelne Führungskräfte agieren, sobald sie unbeobachtet sind.
Know-how-Abfluss stoppen und Talente halten: In den letzten Jahren haben viele kompetente und engagierte Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Um diesen Verlust an Wissen und Qualität zu stoppen, braucht es gezielte Massnahmen zur Mitarbeiterbindung, ehrliche Entwicklungsperspektiven und eine Unternehmenskultur in der Leistung gefördert wird.
Faire Arbeitsbedingungen: Homeoffice, klare Überstundenregelung und leistungsgerechte Bezahlung sollten Standard sein, nicht Ausnahme.
Vielfalt und Gleichstellung fördern: Mehr Frauen in Führungspositionen und faire Chancen für alle Alters- und Herkunftsgruppen würden dem Unternehmen gut tun.
Weniger Schein, mehr Sein: Das externe Image ist stark – jetzt sollte der Fokus auf innerer Substanz und echter Mitarbeiterbindung liegen.
Arbeitsatmosphäre
Die allgemeine Stimmung im Unternehmen ist angespannt. Viele Kolleg:innen haben Angst um ihre Stelle, da häufig Einstellungen und Entlassungen ohne nachvollziehbare Gründe erfolgen. Vertrauen oder eine positive Grundstimmung sind kaum spürbar. Freundlichkeit ist eher Ausnahme als Regel, und es dominiert eine streng hierarchische, top-down gesteuerte Unternehmenskultur. Empathie seitens der Führungsebene ist selten vorhanden. Zusätzlich sorgt die fortschreitende Standardisierung dafür, dass Stellen so gestaltet werden, dass sie möglichst leicht ersetzbar sind. Dies wirkt sich negativ auf Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen aus. Die Stimmung ist entsprechend angespannt.
Image
Extern wirkt das Unternehmen durch starkes Employer Branding sehr attraktiv – insbesondere auf Plattformen wie LinkedIn oder TikTok. Intern zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Die Realität weicht deutlich vom öffentlichen Image ab. Vieles wirkt inszeniert und wenig authentisch. Besonders problematisch: Unter dem Label "Schweizer Qualität" wird zunehmend Arbeit ins Ausland verlagert, u. a. nach Rumänien, während lokale Arbeitsplätze abgebaut werden. Der Widerspruch zwischen Markenversprechen und Realität wird intern zunehmend spürbar.
Work-Life-Balance
Die Arbeitsbelastung ist hoch, der Arbeitstag reicht oft nicht aus, um alle Erwartungen zu erfüllen. Überstunden sind regelmässig nötig, werden aber weder bezahlt noch durch Freizeit ausgeglichen. Homeoffice wurde nach der Pandemie umgehend wieder gestrichen. Sabbaticals sind ausschliesslich Führungskräften der oberen Ebene vorbehalten.
Karriere/Weiterbildung
Interne Weiterbildungsmöglichkeiten sind nicht vorhanden. Es gibt keine klaren Entwicklungsprogramme, kein Mentoring, keine systematische Mitarbeiterförderung. Die wenigen Karrierepfade sind undurchsichtig und stark von persönlichen Beziehungen abhängig.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt unter dem Branchendurchschnitt. Sozialleistungen sind minimal und nicht zeitgemäss. Überstunden werden vorausgesetzt, jedoch nicht vergütet oder kompensiert. Benefits sind kaum vorhanden, Weiterbildung wird nicht angeboten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeit und soziales Engagement sind eher Teil der Aussendarstellung. Intern spielt das Thema kaum eine Rolle, weder im Alltag noch in strategischen Entscheidungen.
Kollegenzusammenhalt
Unter den direkten Kolleg:innen herrscht teilweise eine gewisse Solidarität, aber die generelle Haltung ist stark von persönlichen Interessen geprägt. Es gilt oft: "Ich helfe dir, wenn du mir hilfst." Ein echter Zusammenhalt über Abteilungsgrenzen hinweg ist kaum vorhanden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Bewerber:innen werden selten eingestellt. Intern wird erfahrenes Personal zwar noch beschäftigt, jedoch nicht gezielt gefördert oder wertgeschätzt.
Vorgesetztenverhalten
Die direkte Führung ist stark abhängig von der nächsthöheren Instanz und agiert oft autoritär. Kritische Stimmen werden nicht geduldet. Es fehlt an Führungskompetenz, Empathie und Mentoring. Besonders die erste Führungsebene verhält sich häufig herrschsüchtig und egozentriert.
Arbeitsbedingungen
Die physische Arbeitsumgebung ist grundsätzlich in Ordnung. Es gibt Parkplätze und eine Kantine mit gutem, aber teurem Essen. Moderne Arbeitsplatzgestaltung oder ergonomische Verbesserungen werden nicht aktiv gefördert. Digitale Tools sind zwar vorhanden, aber nicht konsequent in Prozesse integriert.
Kommunikation
Kommunikation erfolgt nahezu ausschliesslich von oben nach unten. Rückmeldungen aus den Teams oder Verbesserungsvorschläge verpuffen ohne Wirkung. Kritik oder Anregungen werden nicht ernst genommen. Es fehlt an echter Transparenz – wer etwas mitteilt, hat selten das Gefühl, gehört zu werden.
Gleichberechtigung
Diversität spielt eine untergeordnete Rolle. Es gibt keine weiblichen Führungskräfte auf oberer Ebene, und Gleichstellung ist eher ein Schlagwort als gelebte Realität.
Interessante Aufgaben
Aufgaben werden zunehmend vereinfacht, um auch von geringer qualifiziertem Personal bearbeitet werden zu können. Damit sinkt nicht nur die Komplexität, sondern auch der Anspruch an die Mitarbeitenden. Viele spüren, dass ihre Rolle beliebig wird – echte Entwicklung oder fachliche Tiefe ist kaum noch möglich.