Herausforderungen und Beobachtungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv sehe ich, dass das Unternehmen in Familienbesitz geblieben ist und nicht verkauft wurde. Das empfinde ich als verantwortungsvoll. Ich nehme den Eigentümer persönlich als bodenständig und zurückhaltend wahr.
Sein Lebensstil wirkt auf mich bescheiden. Die familiären Anlässe vermitteln aus meiner Sicht Werte und Zusammenhalt. Der geplante Generationenwechsel erscheint mir grundsätzlich als grosse Chance für eine Neuorientierung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den Umgangston, die fehlende Transparenz und die geringe Mitgestaltungsmöglichkeit empfinde ich als problematisch. Mehr und mehr Aus meiner Wahrnehmung kämpfen Mitarbeitende stark mit hohen Anforderungen, während auf Managementebene finanzielle Prioritäten anders gesetzt werden. Die Umsetzung von Corporate Governance erscheint mir nur begrenzt, und Rechenschaftspflicht ist kaum spürbar.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre es hilfreich, wenn sich der Eigentümer mit integren Führungskräften umgibt denen er trauen kann. Corporate Governance sollte ernst ernst genommen und aktiv eingefordert werden. Ich habe den Eindruck, dass kritische Rückmeldungen nach oben nur begrenzt ankommen. Mehr direkter Austausch mit Mitarbeitenden könnte helfen, unterschiedliche Perspektiven besser zu berücksichtigen. Bertschi ist transaktional geworden und dies ist aus meiner Sicht nicht gut. Auch nehme ich einen sehr starken Spardruck im operativen Bereich wahr.
Es wird dabei vor allem beim Personal angesetzt. Das empfinde ich als den falschen Ansatz. Gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass auf höheren Ebenen weiterhin wenig Zurückhaltung gelebt wird. Diese unterschiedliche Wahrnehmung von Sparen halte ich für problematisch und demotivierend.
Arbeitsatmosphäre
Mein Eindruck ist, dass wirtschaftliche Kennzahlen im Vordergrund stehen. Zwischenmenschliche Aspekte spielen aus meiner Sicht eine untergeordnete Rolle. Wertschätzung im Alltag erlebe ich kaum.
Image
Das externe Erscheinungsbild unterscheidet sich aus meiner Sicht deutlich vom internen Erleben.
Work-Life-Balance
Aus meiner Sicht ist die Arbeitsbelastung hoch. Private Bedürfnisse finden wenig Berücksichtigung.
Karriere/Weiterbildung
Ich sehe wenig strukturierte Entwicklungsmöglichkeiten. Weiterbildung erscheint mir eher selektiv.
Gehalt/Benefits
Der Lohn wird korrekt ausbezahlt. Zusätzliche Leistungen empfinde ich als begrenzt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach aussen wird ein positives Bild vermittelt. Intern nehme ich ökologische Themen als nachrangig wahr.
Kollegenzusammenhalt
Ich habe erlebt, dass Zusammenarbeit durch interne Konkurrenz erschwert wird. Jeder achtet stark auf den eigenen Bereich.
Umgang mit älteren Kollegen
Alter wird nicht als Stärke genutzt. Viele gehen einfach.
Vorgesetztenverhalten
Ich nehme Führung als distanziert wahr.
Unterstützung im Alltag erlebe ich selten.
Führung durch Vorbild erkenne ich nicht.
Arbeitsbedingungen
Ich empfinde die Bedingungen als fordernd. Entlastende Massnahmen sind aus meiner Sicht kaum vorhanden. Homeoffice gibt es nicht mehr.
Kommunikation
Nach meinem Empfinden werden Informationen zurückhaltend weitergegeben. Entscheidungen wirken oft nicht nachvollziehbar. Rückfragen sind nicht erwünscht.
Gleichberechtigung
Aus meiner Wahrnehmung sind Frauen in Führungsfunktionen deutlich unterrepräsentiert. Fördermassnahmen sehe ich nicht.
Interessante Aufgaben
Der Sinn hinter einzelnen Massnahmen erschliesst sich mir oft nicht immer.