Wer aufmuckt, fliegt
Gut am Arbeitgeber finde ich
bexio hatte bis 2021 ein sehr nahbares und wertschätzendes Management. Ich hatte den Eindruck, dass ich ehrliches Feedback erhalte und mich voll auf das Management (und auch auf die Kollegen) verlassen kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Seit 2022 erlebte ich immer häufiger, dass mir Versprechungen gemacht wurden, welche nicht eingehalten wurden. Wenn ich das HR auf frühere Abmachungen ansprach, dann stellte sich dieses regelmässig einfach zuerst einmal unwissend und fragt, welche Abmachungen ich meine. Wenn ich ihnen die entsprechenden Dokumente lieferte, dann wurde dies totgeschwiegen. Zum Schluss habe ich dem HR von bexio gar nichts mehr geglaubt.
Nachdem es wiederholt zu Drohungen und Einschüchterungen durch das Management kam, wandte ich mich an die Personalabteilung der Muttergesellschaft (Schweizerische Mobiliar). Diese wimmelte mich jedoch ab. Als ich die Personalabteilung von bexio auf Vorfälle ansprach, welche ich als Mobbing empfand, wurde mir gesagt, ich solle mir dies doch einfach nicht so zu Herzen nehmen. Schliesslich fabulierte das HR, man sei zum Schluss gekommen, dass es sich nicht um Mobbing gehandelt habe.
In einem Fall suchte ich eine Aussprache mit dem HR und dem Vorgesetzten. Dies wurde abgelehnt. Stattdessen wurde ich vorgeladen zu einer Standpauke mit dem Management. Als ich im Protokoll auch noch mit einem Satz meinen Standpunkt anbringen wollte, hat der Vorgesetzte dies wieder gestrichen.
Verbesserungsvorschläge
Förderung einer Feedback-Kultur
Steigerung der Kritikfähigkeit von Management und HR
Compliance-Trainings für das Management und den Verwaltungsrat
Arbeitsatmosphäre
Die Schweizerische Mobiliar als Muttergesellschaft von bexio verfügt über einen Verhaltenkodex und hält dazu fest, dass dieser für alle Tochtergesellschaften gelte. Das Management und HR von bexio erklärten mir jedoch, dass dieser Verhaltenskodex für bexio nicht gelte. Weder der VR von bexio noch die Rechtsabteilung der Schweizerischen Mobiliar erkannten in diesen Aussagen einen Widerspruch.
Als ich mich schriftlich an den VR von bexio wandte, leitete dieser mein Schreiben unbearbeitet an das Management von bexio weiter. Darauf schrieb mir das HR von bexio, sie fänden es respektlos, wenn Mitarbeitende ein kritisches Feedback bzgl. dem HR oder Management anbringen.
Kommunikation
Ich empfand die Kommunikation unter dem früheren Management (bis 2021) als sehr viel direkter, zum Beispiel durch wöchentliche all-hands Meetings. Damals war die Entscheidungsfindung des Managements sehr transparent und nachvollziehbar. Zuletzt war dies aus meiner Sicht nicht mehr der Fall.
Kollegenzusammenhalt
Ich hatte grossartige Kollegen und die Zusammenarbeit war lange sehr produktiv und angenehm. Nach einem Vorgesetztenwechsel wurde jedoch zunehmend eine Ellbogenkultur gefördert, zum Beispiel indem der Vorgesetzte ohne Absprache einen anderen Kollegen mit dem gleichen Thema beauftragte. Dies fand ich dann nicht mehr so konstruktiv.
Work-Life-Balance
Infolge der Behandlung durch Vorgesetzten, Management und HR fiel es mir zunehmend schwer abzuschalten und das Arbeitsverhältnis war sehr belastend.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte lange Zeit einen hervorragenden Vorgesetzten, welcher es verstanden hatte, ein Team mit sehr unterschiedlichen Charakteren zusammenzuhalten. Danach folgte ein Vorgesetzter, bei welchem ich keinerlei Einfühlungsvermögen feststellen konnte.
Interessante Aufgaben
Motivation und interessante Aufgaben setzen aus meiner Sicht voraus, dass man sich weiterentwickeln kann und klare Aufgaben und Entwicklungsziele hat. Aus diesem Grund übertrug mir mein früherer Vorgesetzter die Verantwortung für ein neues Aufgabengebiet. Dieser Wechsel wurde vom Management bestätigt und entsprechend protokolliert. Da zu diesem Zeitpunkt ein Vorgesetztenwechsel bevorstand, schrieb mir das HR, sie finde es wichtig, dass ich meine berufliche Entwicklung mit meinem künftigen Vorgesetzten besprechen werde. Dieser lehnte dies jedoch ab. Während den verbleibenden eineinhalb Jahren erfolgten keine Mitarbeiter- oder Entwicklungsgespräche. Stattdessen machte er als eine seiner ersten Amtshandlungen den vorherigen Management-Entscheid rückgängig. Das Management nickte dies wieder ab. Als ich daraufhin dem Management das Feedback gab, dass ich über den Entscheid enttäuscht sei, sagte mir der Vorgesetzte, wenn ich dem Management ein kritisches Feedback gebe, dann müsse ich mir auch bewusst sein, dass ich von Ihnen kein Wohlwollen mehr erwarten könne.
Arbeitsbedingungen
bexio hat die aktuellen Räumlichkeiten während der Start-up-Phase bezogen. Obwohl nur sehr begrenzte Mittel für den Mieterausbau zur Verfügung standen, hatte bexio eine einzigartige Arbeitsumgebung geschaffen, zum Beispiel durch einen Pausenraum mit Panoramablick. Dieser wurde jedoch vor zwei Jahren geopfert, um zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Zuletzt spürte ich bei vielen Mitarbeitenden eine Unzufriedenheit mit der Büroinfrastruktur, jedoch fehlte ein Plan zur Anpassung an die wachsende Firmengrösse und im Management fühlte sich niemand mehr für die Büroinfrastruktur verantwortlich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
bexio hatte früher zahlreiche Mitarbeitende, welche sehr idealistisch gehandelt hatten. Diese Denkhaltung spürte ich auch bei den Gründern. Davon ist nichts mehr übriggeblieben. Unter dem aktuellen Management wird noch gelegentlich ein CSR-Event durchgeführt, welchen man schön auf Social Media platzieren kann. Im Betriebsalltag widerspiegelt sich diese Haltung jedoch nicht und das Management lebt aktiv das Gegenteil vor.
Gehalt/Benefits
bexio übernimmt wie viele andere Arbeitgeber mehr als die Hälfte der PK-Beiträge. Dies ist aber auch ein wenig Augenwischerei, da es sich dabei um die Mindestbeiträge handelt.
Image
Vom coolen Start-up zur gesichtslosen Vertriebsorganisation
Karriere/Weiterbildung
Basierend auf meiner persönlichen Erfahrung legt bexio einen ausschliesslichen Fokus auf die Führungskräfte-Entwicklung. Nachdem bexio schon jahrelang regelmässige Leadership-Workshops ausrichtete, führte bexio neu einen Entwicklungspfad für Experten ein und das HR sagte mir, dass es künftig nur noch gemeinsame Workshops für Führungskräfte und Experten geben würde. Nur gerade ein halbes Jahr später organisierte jedoch das HR wieder einen Kultur- und Strategieworkshop ausschliesslich für Führungskräfte und das HR teilte mir mit, sie hätten sich entschieden, den Fokus zuerst wieder auf die Führungskräfte zu legen. Zudem wurde mir gesagt, dass man einen Führungsanspruch haben müsse, um in Diskussionen rund um Strategie und Kultur involviert zu werden.