Fehlende Gleichbehandlung, keine soziale Flexibilität und inkonsequenter Umgang mit Compliance-Verstössen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die operativen Abläufe im Lager waren klar strukturiert und im Tagesgeschäft funktional. Im Team herrschte grundsätzlich ein respektvoller Umgang, und der Kollegenzusammenhalt auf operativer Ebene war stabil. Die Aufgaben im Warenausgang und in der Kommissionierung waren gut organisiert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Als besonders kritisch habe ich den Umgang mit einem schwerwiegenden Compliance-Verstoss erlebt. Der Procurement-Chef liess nach meinem Kenntnisstand Edelstahlgrills unter Nutzung von Unternehmensressourcen produzieren und anschliessend privat veräussern. Die Fertigung erfolgte auf Kosten der Firma, der wirtschaftliche Nutzen lag jedoch beim Vorgesetzten persönlich.
Ich habe diesen Sachverhalt erst nach meiner Kündigung gemeldet, da ich während meines Arbeitsverhältnisses Angst vor beruflichen Konsequenzen hatte. Die Meldung erfolgte über einen Kollegen im mittleren Management an die Geschäftsleitung. Intern wurde bestätigt, dass ein Fehlverhalten vorlag. In der offiziellen Kommunikation wurde der Vorgang jedoch auf „falsches Stempeln“ reduziert, obwohl der eigentliche Kern des Vorfalls aus meiner Sicht deutlich schwerwiegender war.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte verbindliche und transparente Kriterien für Pensumsreduktionen einführen, die auch für Mitarbeitende in operativen Funktionen gelten. Entscheidungen müssen unabhängig von persönlichen oder familiären Beziehungen getroffen und nachvollziehbar begründet werden. Zudem braucht es klare Compliance- und Whistleblower-Strukturen, damit Missstände ohne Angst vor beruflichen Konsequenzen gemeldet werden können. Kritische Vorfälle sollten offen, faktenbasiert und mit klaren Konsequenzen aufgearbeitet werden.
Der Procurement-Chef wurde nach schweren Compliance verstössen lediglich degradiert und durfte im Unternehmen verbleiben. Eine klare, transparente und für Mitarbeitende nachvollziehbare Aufarbeitung fand nicht statt. Dieser Umgang mit einem aus meiner Sicht strafrechtlich relevanten Vertrauensbruch hinterliess den Eindruck, dass Loyalität gegenüber langjährigen Führungskräften höher gewichtet wird als Integrität, Transparenz und konsequentes Handeln. Zudem entstand dadurch ein Klima, in dem das Melden von Missständen als Risiko wahrgenommen wird.
Arbeitsatmosphäre
Sachlich, jedoch von Vorsicht geprägt. Kritische Themen werden eher vermieden als offen adressiert.
Kommunikation
Top-down-orientiert. Entscheidungen werden getroffen, ohne transparent begründet oder nachvollziehbar kommuniziert zu werden.
Kollegenzusammenhalt
Im operativen Team grundsätzlich gut. Unterstützung unter Kollegen vorhanden, jedoch begrenzt durch strukturelle Rahmenbedingungen.
Work-Life-Balance
Eingeschränkt. Individuelle Lebenssituationen werden nur bedingt berücksichtigt, flexible Modelle sind nicht einheitlich zugänglich.
Vorgesetztenverhalten
Uneinheitlich. Wahrgenommene Nähe oder persönliche Beziehungen scheinen Entscheidungen zu beeinflussen.
Gleichberechtigung
Nicht konsequent umgesetzt. Vergleichbare Anfragen werden unterschiedlich behandelt.
Umgang mit älteren Kollegen
Korrekt, jedoch ohne besondere Massnahmen zur Entlastung oder Flexibilisierung.
Arbeitsbedingungen
Funktional und zweckmässig, jedoch ohne besondere Investitionen in Verbesserung oder Ergonomie.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach aussen kommuniziert, intern jedoch nicht immer konsequent erlebbar.
Gehalt/Benefits
Marktüblich, jedoch wenig flexibel oder individuell gestaltbar.
Image
Nach aussen professionell, intern mit deutlichem Verbesserungspotenzial in Transparenz und Integrität.
Karriere/Weiterbildung
Begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten, insbesondere in operativen Funktionen.