Ihr Unternehmen?

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Biotronik 
AG
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Über drei Jahre reichen mir für ein klares Fazit: fachlich teilweise interessant, menschlich und kulturell ein Reinfall

1,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Biotronik AG in Bülach gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Ich möchte trotz meiner sehr schlechten Gesamtbewertung nicht behaupten, dass wirklich alles schlecht war.

Es gibt gute und hilfsbereite Mitarbeitende. Je nach Abteilung kann man fachlich viel lernen und interessante Aufgaben übernehmen. Ich konnte während meiner Zeit verschiedene Unternehmensbereiche kennenlernen und Erfahrungen sammeln, die mir beruflich weiterhelfen.

Das Problem sind für mich nicht sämtliche einzelnen Mitarbeiter oder die eigentliche Tätigkeit. Das Problem ist die Kultur, die sich durch viele Ebenen zieht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Liste ist leider lang:

Mangelndes Vertrauen, gegenseitiges Anschwärzen, extreme Lästereien, teilweise toxisches Führungsverhalten, aus meiner Sicht mangelnde Neutralität von HR, fragwürdiger Umgang mit Konflikten und Kündigungen, unfaire Förderung, problematischer Umgang mit Lernenden, persönliche Grenzüberschreitungen, veraltete Prozesse und zu wenig Konsequenz bei wirklich ernsten Themen.

Am gravierendsten finde ich den Umgang mit Macht. Solange man mit den richtigen Personen gut steht, scheint vieles möglich zu sein. Gerät man dagegen mit einer Führungskraft in Konflikt, kann sich die Situation sehr schnell gegen einen drehen.

Verbesserungsvorschläge

HR muss tatsächlich unabhängig agieren und darf nicht faktisch als verlängerter Arm der Führung funktionieren.

Beschwerden über se*uelle Belästigung und Mobbing brauchen einen unabhängigen, vertraulichen und nachvollziehbaren Prozess. Führungspositionen dürfen dabei keinen Schutzschild darstellen.

Die Lehrlingsbetreuung muss konsequent auf ihre pädagogische und menschliche Eignung überprüft werden. Kommentare über Körper, Aussehen oder Gewicht von Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben dort nichts verloren.

Führungskräfte müssen anhand ihres tatsächlichen Führungsverhaltens beurteilt werden und nicht nur anhand fachlicher Resultate.

Weiterbildungsbudgets und Entwicklungsmöglichkeiten sollten nach nachvollziehbaren Kriterien vergeben werden und nicht danach, wer das beste persönliche Verhältnis zur Führungskraft hat.

Und ganz grundsätzlich müsste endlich eine Kultur geschaffen werden, in der Mitarbeitende Probleme ansprechen können, ohne danach Angst haben zu müssen, selbst zum Problem erklärt zu werden.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre hängt stark von der jeweiligen Abteilung ab. Angst davor, einen Fehler zu machen, hatte ich persönlich nicht. Was ich jedoch über mehrere Teams hinweg erlebt habe, war eine Kultur des gegenseitigen Kontrollierens und Anschwärzens.

Gefühlt gibt es in fast jedem Bereich Personen, die Fehler oder Aussagen anderer sofort nach oben tragen und Konflikte teilweise regelrecht suchen, um selbst bei Vorgesetzten besser dazustehen. Dadurch entsteht kein Umfeld, in dem man offen zusammenarbeitet, sondern eines, in dem man aufpassen muss, wem man was erzählt.

Hinzu kommen Lästereien in einem Ausmass, das ich für einen professionellen Arbeitsplatz nicht normal finde. Teilweise fühlte sich das Unternehmen für mich eher wie ein Kindergarten als wie ein international tätiges Medizintechnikunternehmen an.

Image

Nach aussen wirkt ein internationales Medizintechnikunternehmen natürlich professionell, strukturiert und modern.

Meine interne Erfahrung war teilweise das komplette Gegenteil.

Besonders absurd fand ich in diesem Zusammenhang auch gewisse Firmenveranstaltungen. Was ich dort selbst gesehen beziehungsweise unmittelbar mitbekommen habe, hatte mit dem professionellen Image des Unternehmens für mich teilweise nichts mehr zu tun.

Ich habe bei solchen Veranstaltungen Situationen rund um Drogenkonsum beziehungsweise mutmasslichen Drogenkonsum erlebt. Bei einer Veranstaltung habe ich ausserdem beobachtet, wie in einer Gruppe mit Personen aus sehr hohen Hierarchieebenen ein Joint herumgereicht wurde.

Auch se*uelle Handlungen zwischen Mitarbeitenden im Toilettenbereich einer Firmenveranstaltung habe ich mitbekommen.

Natürlich entscheidet jeder Erwachsene selbst, was er privat macht. Wenn solche Dinge jedoch an einer offiziellen Firmenveranstaltung stattfinden, während gleichzeitig Lernende und sehr junge Mitarbeitende anwesend sind, darf man sich meiner Meinung nach schon fragen, welche Unternehmenskultur man dort vorlebt.

Work-Life-Balance

Diesen Punkt würde ich differenzierter bewerten, da meine grössten Kritikpunkte nicht bei Arbeitszeit oder Freizeit lagen. Meine negative Bewertung dieses Arbeitgebers basiert hauptsächlich auf Führung, Unternehmenskultur, Umgang mit Mitarbeitenden und HR.

Karriere/Weiterbildung

Auch hier kann ich aus eigener Erfahrung und aus Situationen sprechen, bei denen ich selbst anwesend war.

Von einem Unternehmen, das junge Menschen ausbildet, erwarte ich besondere Professionalität. Teilweise habe ich das Gegenteil erlebt. Lernende wurden schlechtgeredet, Probleme aus meiner Sicht unnötig aufgebauscht und mussten sich danach gegenüber der internen Lehrlingsbetreuung rechtfertigen.

Den Umgang der damaligen Lehrlingsbetreuung empfand ich als äusserst unangenehm. Besonders unangebracht fand ich persönliche Kommentare über Aussehen und Körper. Einer Lernenden wurde ihre Schminke negativ kommentiert. Als sie einmal ohne Schminke erschien, hiess es wiederum, man habe sie kaum erkannt.

In einer anderen Situation wurde einem Lernenden vor anderen gesagt, Sport würde ihm aufgrund seiner Figur guttun beziehungsweise er hätte diesen nötig.

Solche Aussagen haben für mich in einer professionellen Berufsbildung nichts verloren. Mein Eindruck war, dass viele Lernende den Kontakt zur Lehrlingsbetreuung eher vermeiden wollten, anstatt sie als Vertrauensperson wahrzunehmen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war für mich nicht der ausschlaggebende Kritikpunkt.

Mein Problem mit BIOTRONIK beziehungsweise später Teleflex Bülach war nie hauptsächlich das Geld. Ein gutes Gehalt gleicht für mich eine schlechte Unternehmenskultur, problematische Führung oder fehlende Fairness nicht aus.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Zum Umweltbereich kann ich keine fundierte Bewertung abgeben.

Beim sozialen Verantwortungsbewusstsein fällt meine Bewertung dagegen sehr schlecht aus. Ein Unternehmen kann sich nach aussen noch so viele Werte geben. Entscheidend ist für mich, wie mit Mitarbeitern umgegangen wird, wenn tatsächlich ein Problem entsteht.

Gerade der Umgang mit Mobbing, persönlichen Grenzüberschreitungen, Konflikten und Vorwürfen sexueller Belästigung hat mein Vertrauen in das Unternehmen stark beschädigt.

Kollegenzusammenhalt

Sehr abhängig vom Team.

Ich hatte auch sehr gute Kolleginnen und Kollegen und habe Menschen kennengelernt, mit denen die Zusammenarbeit wirklich angenehm war. Das möchte ich ausdrücklich nicht schlechtreden.

Unternehmensweit habe ich allerdings extrem viel Lästern, Grüppchenbildung und gegenseitiges Anschwärzen erlebt. Teilweise unterstützen sich Mitarbeitende gegenseitig, teilweise hat man eher das Gefühl, jeder versucht sich selbst möglichst gut zu positionieren.

Gerade dieses permanente Reden übereinander macht auf Dauer sehr viel kaputt.

Umgang mit älteren Kollegen

-

Vorgesetztenverhalten

Für mich einer der schlimmsten Punkte im Unternehmen.

Ich habe Führungskräfte erlebt, deren Führungsstil ich als autoritär, temperamentvoll und teilweise respektlos empfunden habe. Besonders problematisch war für mich das Zusammenspiel zwischen Führungskräften und HR.

Bei Konflikten hatte ich mehrfach den Eindruck, dass Aussagen von Führungskräften automatisch mehr Gewicht erhalten als diejenigen der betroffenen Mitarbeitenden. Die Neutralität und objektive Prüfung, die ich von HR erwartet hätte, habe ich mehrfach vermisst.

Ich habe zudem Situationen erlebt, in denen Mitarbeitenden Punkte oder Vorwürfe angelastet wurden, die aus meiner Sicht so nicht stattgefunden hatten. Gerade während der Probezeit kann das gravierende Folgen haben. Teilweise entstand bei mir der Eindruck, dass bei unerwünschten Mitarbeitenden eher Argumente für eine Trennung gesucht wurden, als Probleme offen und ehrlich anzusprechen.

Besonders schwerwiegend fand ich den Umgang mit Situationen rund um sexuelle Belästigung, die ich selbst mitbekommen habe. Aus meiner Wahrnehmung wurde nicht mit der Konsequenz reagiert, die ich bei einem solchen Thema erwarte, insbesondere wenn Personen mit Führungsverantwortu

Arbeitsbedingungen

Die eigentliche Infrastruktur war für mich nicht das Hauptproblem.

Deutlich problematischer fand ich Prozesse, die unnötig kompliziert, langsam und teilweise veraltet wirkten. Mitarbeitende erkennen diese Probleme oft selbst und bringen Verbesserungsvorschläge ein, trotzdem verändert sich aus meiner Wahrnehmung erstaunlich wenig.

Zusätzlich hatte ich häufig den Eindruck, dass für sinnvolle Verbesserungen angeblich kein ausreichendes Budget vorhanden ist.

Kommunikation

Chaotisch, unnötig kompliziert und häufig wenig transparent.

Viele Prozesse sind aus meiner Sicht veraltet. Abläufe werden komplizierter gestaltet, als sie sein müssten, gleichzeitig werden Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitenden zwar angehört, danach aber häufig nicht umgesetzt.

Bei Konflikten oder Problemen hatte ich mehrfach den Eindruck, dass nicht offen nach einer Lösung gesucht wird, sondern zuerst danach, wer verantwortlich gemacht werden kann.

Gleichberechtigung

Formale Gleichberechtigung und tatsächlich faire Behandlung sind zwei verschiedene Dinge.

Ich habe eine deutliche Ungleichbehandlung wahrgenommen, abhängig davon, welche Position jemand hat, wie gut die Beziehung zur Führungskraft ist und wie viel Einfluss die betreffende Person besitzt.

Besonders kritisch wird es meiner Meinung nach, wenn bei Konflikten zwischen Führungskraft und Mitarbeiter faktisch bereits klar scheint, wessen Darstellung mehr Gewicht bekommt.

Interessante Aufgaben

Hier möchte ich fair bleiben.

Fachlich kann das Unternehmen durchaus interessante Möglichkeiten bieten. Durch meine verschiedenen Einsätze konnte ich unterschiedliche kaufmännische Bereiche kennenlernen und Verantwortung übernehmen.

Genau deshalb finde ich die Situation eigentlich besonders schade: An den Tätigkeiten oder Produkten allein liegt es meiner Meinung nach nicht. Viel Potenzial wird durch die Unternehmenskultur, Führung und internen Strukturen zunichtegemacht.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.