Wer Herausforderungen und Veränderungen sucht, bekommt reichlich Gelegenheit, über sich hinauszuwachsen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Menschen. Viele grossartige Kolleginnen und Kollegen, internationale Kontakte und Begegnungen, die weit über den eigentlichen Job hinausgehen. Dazu viel Freiheit, Eigenverantwortung und die Möglichkeit, sich fachlich in Bereiche zu entwickeln, die ursprünglich vermutlich niemand vorgesehen hatte. Nach zehn Jahren bleiben vor allem die Menschen und erstaunlich viele gute Geschichten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass gute Ideen manchmal mehr Ausdauer als Qualität benötigen. Themen werden diskutiert, neu bewertet, vertagt und später mit bemerkenswerter Zuverlässigkeit wiederentdeckt. Zuständigkeiten bleiben dabei gelegentlich länger flexibel als wünschenswert. Wer Verantwortung übernimmt, sollte deshalb nicht automatisch immer noch mehr davon erhalten – insbesondere dann nicht, wenn Entscheidungskompetenz und Ressourcen nicht im gleichen Tempo mitwachsen.
Verbesserungsvorschläge
Weniger diskutieren, mehr entscheiden. Verantwortlichkeiten klar festlegen und Entscheidungen anschliessend auch konsequent umsetzen. Prozesse nicht nur verändern, sondern vereinfachen und nachhaltig dokumentieren. Mitarbeitenden mit Erfahrung und Eigeninitiative zuhören, bevor aus kleinen Problemen grosse Projekte werden. Und vielleicht gelegentlich prüfen, ob zwischen Anspruch, Kommunikation und gelebter Realität noch alles zusammenpasst.
Arbeitsatmosphäre
Nach rund zehn Jahren kann ich sagen: Wer Abwechslung sucht, wird hier fündig. Kaum hat man einen Prozess verstanden, besteht eine realistische Chance, dass System, Zuständigkeit oder Prozess bereits wieder verändert werden. Das hält geistig beweglich.
Besonders positiv sind die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten. Im Finance beginnt man mit Buchhaltung und stellt irgendwann fest, dass man nebenbei auch IT-Koordinator, Projektmanager, Prozessdesigner, Schnittstellenexperte und Troubleshooter geworden ist. Eine derart breite Weiterbildung erhält man anderswo vermutlich nur gegen Kursgebühr.
Auch Eigenverantwortung wird grossgeschrieben: Man erhält viel Raum für eigene Lösungen – manchmal sogar, bevor ganz geklärt ist, wer eigentlich zuständig wäre.
Internationale Zusammenarbeit sorgt zudem dafür, dass einfache Fragen selten Gefahr laufen, einfach beantwortet zu werden.
Nach zehn Jahren nehme ich viel mit – fachlich, menschlich und die Erkenntnis: «Das haben wir schon immer so gemacht» bedeutet nicht zwingend, dass noch jemand weiss, warum.
Gehalt/Benefits
Die Entwicklungsmöglichkeiten sind bemerkenswert vielfältig. Wer lange genug dabei ist, eigene Ansprüche mitbringt oder seinen Job vielleicht etwas zu ernst nimmt, entwickelt sich fast zwangsläufig weiter. Aufgaben und Verantwortlichkeiten wachsen dabei zuverlässig mit – gelegentlich sogar schneller als Stellenbeschreibungen oder organisatorische Strukturen. Weiterbildung findet entsprechend sehr praxisnah statt: Probleme erkennen, Lösungen suchen und unterwegs gleich noch lernen, wer eigentlich dafür zuständig wäre. Das Gehalt sorgt bei all dieser Entwicklung immerhin für eine angenehme Konstante.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen bieten alles, was man für einen abwechslungsreichen Arbeitstag braucht: moderne Arbeitsplätze, viel Eigenverantwortung und ausreichend Gelegenheit, kreative Lösungen für Herausforderungen zu finden, von denen man morgens teilweise noch nicht wusste, dass es sie gibt. Besonders nachhaltig ist der Umgang mit bestehenden Strukturen – manches wird erstaunlich lange weiterverwendet.
Gleichberechtigung
Unterschiedliche Meinungen und Perspektiven haben viel Raum. Themen werden ausführlich diskutiert, mehrfach beleuchtet und bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt erneut aufgenommen. So wird wirkungsvoll verhindert, dass vorschnelle Entscheidungen einer weiteren Diskussionsrunde im Wege stehen.

