Respektvoller und kollegialer Umgang, aber veraltete Strukturen und fehlende Anreize
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Respektvoller Umgang unter Kollegen und Vorgesetzten
- Gegenseitige Unterstützung im Team
- Wissenstransfer durch erfahrene Mitarbeitende
- Regelmässige Kommunikation durch wöchentliche Meetings
- Flexible Arbeitszeiten dank Zeitkonto
- Spontane Ferien möglich, inkl. Kauf von Zusatzferien
- Verlässliche Unterstützung durch direkte Vorgesetzte
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Unterdurchschnittliche Entlöhnung
- Keine Perspektiven und Aussicht auf Entwicklungsmöglichkeiten
- Häufige Unzufriedenheit im Team, besonders bezüglich Lohn und Infrastruktur
- Konservative Unternehmenskultur erzeugt teils eine pessimistische Grundstimmung
- Lohnerhöhungen schwach und nicht leistungsbezogen
- Frisch ausgebildete Mitarbeitende verlassen oft direkt das Unternehmen
- Gewinnbeteiligung sehr gering und nicht beeinflussbar
- Moderne Tools und Infrastruktur werden nur zögerlich eingeführt
- Kommunikation der Geschäftsleitung bei kritischen Themen ausweichend
- Mitarbeitende haben wenig Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten
Verbesserungsvorschläge
- Faire Löhne zahlen und Lohnerhöhungen leistungsbezogener gestalten.
- Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven für junge Mitarbeitende sichtbar machen, um Talente zu halten.
- Arbeitsmittel moderniesieren
- Ehrlich kommunizieren statt Schönreden. Probleme offen ansprechen und Kritik ernst nehmen, besonders bei sensiblen Themen wie Lohn
- Mitarbeitende stärker einbinden, um das Gefühl zu vermitteln, Teil des Ganzen zu sein.
Arbeitsatmosphäre
Unter Kollegen und Vorgesetzten wurde sich stets respektvoll verhalten. Man wird vom Vorgesetzten unterstützt. Die allgemeine Stimmung war okay, es wird sich oft beschwert (v.a. wenn es um die Entlöhnung und Infrastruktur geht). Ausserdem herrscht eher eine konservativere Haltung im Unternehmen, wenn es um Veränderung geht, was eine pessimistische Stimmung erzeugt.
Image
Intern wird häufig kritisch über das Unternehmen gesprochen, besonders in Bezug auf die Entlöhnung. Die Geschäftsleitung begegnet solchen Themen oft mit verharmlosenden Aussagen wie: „Der Lohn ist ja nicht das Wichtigste.“ Es entsteht der Eindruck, dass gezielt versucht wird, von der schlechten Bezahlung abzulenken. Gegen Aussen wird mit toller Nachwuchsausbildung geworben, jedoch die meisten verlassen das Unternehmen nach Abschluss der Ausbildung. Dabei geraten die durchaus vorhandenen positiven Aspekte schnell in den Hintergrund (zurecht).
Work-Life-Balance
Man kann spontan Ferien beziehen und es wird ein flexibles Arbeitszeitmodell verwendet (Zeitkonto). Man hat die Möglichkeit auf HomeOffice und Teilzeit. Der Arbeitsort ist recht abgelegen, weswegen ein Auto vorteilhaft ist.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen werden grundsätzlich angeboten, und es besteht auch die Möglichkeit, eigene Vorschläge einzubringen. Dennoch fehlt es, v.a. für junge Personen, an einer klaren, langfristigen Perspektive sowie an überzeugenden Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens. Die strukturellen Rahmenbedingungen wirken begrenzt und wenig förderlich für eine nachhaltige Karriereplanung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt am unteren Ende des branchen- und ortsüblichen Niveaus. Für Berufseinsteiger eher abschrenkend und perspektivenlos, für junge Talente sowieso. Auch frisch ausgebildete Lernende verlassen das Unternehmen häufig unmittelbar nach Abschluss ihrer Lehre, da ihnen bessere Perspektiven und faire Entlohnung andernorts geboten werden. Lohnerhöhungen fallen gering aus und sind nicht an die persönliche Leistung gekoppelt. Zwar existiert ein Leistungsentschädigungsprogramm, doch individueller Einfluss darauf besteht praktisch nicht. Die Gewinnbeteiligung ist minimal und ebenfalls nicht beeinflussbar. Insgesamt fühlt man sich wie ein kleines Zahnrad in einer grossen Maschinerie.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Recycling und Bleifrei ist ein Begriff.
Kollegenzusammenhalt
Man wird unterstützt und man hilft sich gegenseitig bei Herausforderungen. Vom älteren Personal kann man viel lernen. Leider wird für Mitarbeiterevents nur ein geringfügiges Budget zur Verfügung gestellt, sodass die direkten Vorgesetzten sogar einen Teil jeweils übernehmen. Für die Grösse des Unternehmens eigentlich schade.
Vorgesetztenverhalten
Direkte Vorgesetzten grundsätzlich stets korrekt. Die Geschäftsleitung hat eher eine konservative Haltung, was Innovation und moderne Arbeitsmittel betrifft. Es fühlt sich oft so an, als wären aktuelle Technologien und Infrastruktur wie Neuland für sie.
Arbeitsbedingungen
Erst 2021 wurde Windows 10 flächendeckend eingeführt. Seither hat sich die technische Ausstattung zwar verbessert, dennoch hinkt man dem aktuellen Stand der Zeit weiterhin hinterher. Gängige Tools, die andernorts längst Standard sind, wurden nur mit grossem Aufwand und spürbarem Widerstand eingeführt oder gar nicht. Moderne Infrastruktur ist noch Neuland.
Kommunikation
Wöchentliche Meetings, um über das aktuelle Geschehen zu informieren. Abzug gibt es für die Kommunikation der Geschäftsleitung. Bei Umfragen ist der Lohn immer ein Thema, es wird jedoch gekonnt ignoriert und nicht darauf eingegangen.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich werden Mitarbeitende unabhängig vom Geschlecht respektvoll behandelt. Im Alltag zeigen sich jedoch gewisse Verhaltensmuster, wie z.B. dass Frauen vermehrt eingesetzt werden für das Organisieren von Verpflegung für Meetings. Auch kommt es vereinzelt unter den männlichen (eher älteren) Kollegen zu geschlechterbezogenen Witzen, die zwar meist humorvoll und als harmlos gemeint sind, jedoch in einem professionellen Umfeld nichts verloren haben (auch wenn sie nicht direkt gegenüber Frauen geäussert werden). Solche Verhaltensmuster hinterlassen den Eindruck, dass Gleichstellung zwar offiziell gewollt, aber nicht in allen Bereichen konsequent gelebt wird.
Interessante Aufgaben
Ich war unterfordert und die Aufgaben waren mittelmässig spannend. Neue Ansätze werden oft abgewunken. Die Haltung ist: "Ja nichts verändern und das Risiko eingehen, etwas zu versäumen" anstelle von "Lass es probieren, schauen wie es läuft und dann von da weiter gehen". Drückt sehr die Motivation.