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Bewertung

Spezialisten darin, das Ansehen langjähriger Mitarbeitender zu beschädigen

1,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 bei Coop in Bern gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

25. Lohn pünktlich

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Der negativste Aspekt meiner gesamten Arbeitserfahrung war das wiederkehrende Gefühl, im Arbeitsalltag bewusst herabgesetzt und weniger wertgeschätzt zu werden. Trotz meines Engagements, meiner Loyalität und meiner langjährigen Erfahrung hatte ich häufig den Eindruck, mich ständig rechtfertigen und neu beweisen zu müssen.

Diese dauerhafte Wahrnehmung wirkte sich stark auf meine Motivation, mein Selbstvertrauen und mein Wohlbefinden aus. Ein respektvoller, professioneller Umgang auf Augenhöhe hätte aus meiner Sicht vieles verbessert und zu einem gesünderen Arbeitsklima beigetragen.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungen sind aus meiner Sicht durchaus möglich, hängen jedoch stark vom Bewusstsein und der Haltung derjenigen ab, die Prozesse gestalten und Entscheidungen treffen. Ohne Neutralität, fachliche Kompetenz und die Bereitschaft zur Selbstreflexion wird es schwierig sein, nachhaltige Veränderungen umzusetzen.

Echte Weiterentwicklung erfordert transparente Strukturen, faire Entscheidungen und Verantwortliche, die bereit sind zuzuhören und unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen. Nur so können Vertrauen aufgebaut und langfristig spürbare Verbesserungen erreicht werden.

Arbeitsatmosphäre

Von Anfang an hatte ich das Gefühl, ständig um meinen Platz im Unternehmen kämpfen zu müssen, obwohl ich meine Arbeit stets engagiert, zuverlässig und mit grosser Einsatzbereitschaft ausgeführt habe. Als ausländische Mitarbeiterin wurde ich häufig anders bewertet und hatte den Eindruck, mich stärker beweisen zu müssen als Kolleginnen und Kollegen aus dem Inland. Mein Engagement und meine Erfahrung wurden dabei nicht immer im gleichen Mass anerkannt.

Gleichzeitig entstand für mich mehrfach der Eindruck, dass fachliche Kompetenz nicht immer das entscheidende Kriterium für bestimmte Positionen war. Das führte zu Frustration und erschwerte eine vertrauensvolle und motivierende Arbeitsatmosphäre. Trotz meiner langjährigen Loyalität und meines Einsatzes fühlte ich mich nicht immer respektiert oder gleichwertig behandelt.

Kommunikation

Während meiner zehnjährigen Tätigkeit bei Coop City habe ich mich stets bemüht, klar, respektvoll und professionell zu kommunizieren. Trotz meines telc-Zertifikats (Grammatik B2) hatte ich jedoch häufig den Eindruck, sprachlich kritischer bewertet zu werden als andere. Manchmal entstand für mich das Gefühl, dass meine Ausdrucksweise oder kleine Unsicherheiten stärker hervorgehoben wurden, als es bei Kolleginnen und Kollegen der Fall war.

Das empfand ich als belastend, zumal ich neben Deutsch auch Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch und Italienisch spreche und Kommunikation für mich immer ein wichtiger Teil meiner Arbeit war. Statt als Stärke wahrgenommen zu werden, hatte ich gelegentlich den Eindruck, mich zusätzlich behaupten zu müssen.

Diese Erfahrungen führten dazu, dass ich die Kommunikationskultur nicht immer als unterstützend oder wertschätzend erlebt habe. Ein offenerer und respektvollerer Umgang mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen hätte aus meiner Sicht zu einem positiveren Arbeitsklima beigetragen.

Kollegenzusammenhalt

In Bezug auf den Kollegenzusammenhalt habe ich leider sehr negative Erfahrungen gemacht. Als ausländische Mitarbeiterin hatte ich oft das Gefühl, weniger Verständnis und Unterstützung zu erhalten – besonders in einer sensiblen Phase wie meiner Schwangerschaft. Die veränderte Situation und der Bedarf an mehr Flexibilität wurden im Team nicht immer akzeptiert oder respektiert.

Trotz meiner Bemühungen, Lösungen zu finden und weiterhin zuverlässig zum Team beizutragen, hatte ich häufig den Eindruck, dass meine Vorschläge nicht wertgeschätzt wurden und ich eher kritisch oder distanziert behandelt wurde. Diese Haltung hat den Arbeitsalltag für mich sehr belastend gemacht.

Ein Erlebnis, das mir besonders in Erinnerung geblieben ist: Am Tag der Geburt meiner Tochter erhielt ich aus dem Team keine Glückwünsche oder Anerkennung. Lediglich eine portugiesische Kollegin sowie mein damaliger Vorgesetzter schickten mir eine Karte. Vonseiten des restlichen Teams gab es weder zu diesem Zeitpunkt noch später eine Geste oder Gratulation. Für mich sagt das viel über den tatsächlichen Zusammenhalt und die zwischenmenschliche Kultur im Team aus.

Work-Life-Balance

Rückblickend empfand ich die Work-Life-Balance während meiner Zeit im Unternehmen als sehr schwierig. In der Phase, in der ich im Stundenlohn arbeitete, erhielt ich häufig besonders anspruchsvolle und schwer planbare Arbeitszeiten. Damals wurde ein Teil meines Einkommens noch durch Leistungen der Arbeitslosenversicherung ergänzt, doch nachdem diese Unterstützung endete, versuchte ich wiederholt, eine feste Anstellung zu erhalten.

Trotz mehrfacher Anfragen bekam ich über lange Zeit hinweg keinen festen Vertrag, während gleichzeitig neue Mitarbeitende eingestellt wurden und teilweise schneller feste Anstellungen erhielten. Diese Situation war für mich besonders belastend, da ich zu diesem Zeitpunkt Mutter eines kleinen Kindes war und auch mein Mann im Stundenlohn arbeitete. Planungssicherheit und Stabilität wären in dieser Lebensphase besonders wichtig gewesen.

Heute sehe ich diese Zeit mit mehr Abstand und erkenne, wie herausfordernd und kräftezehrend diese Situation tatsächlich war. Damals habe ich vieles als Pech oder persönliche Umstände eingeordnet – rückblickend hatte es jedoch deutlich strukturellere Gründe, die meine Work-Life-Balance erheblich

Vorgesetztenverhalten

Während meiner Zeit im Unternehmen arbeitete ich unter drei verschiedenen Vorgesetzten, deren Führungsstil ich sehr unterschiedlich erlebt habe. Der erste Vorgesetzte, der mich eingestellt hat, war nicht immer konsequent oder eindeutig in seinen Entscheidungen, schaffte es jedoch meist, ein gewisses Gleichgewicht im Team aufrechtzuerhalten.
Meine darauffolgende Vorgesetzte gab mir schließlich einen festen Vertrag (60 % Pensum) mit klar definierten Arbeitstagen und Einsatzzeiten, die mit meiner familiären Situation vereinbar waren. Diese Regelung brachte für mich erstmals Stabilität und Planbarkeit.
Mit dem anschließenden Führungswechsel veränderte sich die Situation deutlich. Vereinbarungen, die zuvor getroffen worden waren, wurden nicht immer berücksichtigt, und ich wurde wiederholt in Arbeitszeiten eingeteilt, die mit den Betreuungszeiten der Kita nicht vereinbar waren, etwa sehr früh am Morgen. Das stellte mich als Mutter vor große organisatorische Herausforderungen.
Insgesamt empfand ich den Führungsstil in dieser Phase als wenig konsistent und nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt.

Gleichberechtigung

Das Thema Gleichberechtigung habe ich im Arbeitsalltag nicht immer als selbstverständlich erlebt. Besonders als ausländische Mitarbeiterin hatte ich häufig den Eindruck, mich stärker beweisen zu müssen, um die gleiche Anerkennung für meine Leistung zu erhalten. Engagement und Zuverlässigkeit wurden nicht immer im gleichen Mass wahrgenommen wie bei anderen.

In verschiedenen Situationen entstand für mich das Gefühl, dass Herkunft und persönliche Lebensumstände – etwa Mutterschaft oder Teilzeitarbeit – unbewusst in die Bewertung einflossen. Das wirkte sich auf Chancen, Vertrauen und die Wahrnehmung innerhalb des Teams aus.

Ich hätte mir ein Arbeitsumfeld gewünscht, in dem Vielfalt als Stärke gesehen wird und alle Mitarbeitenden – unabhängig von Herkunft, Sprache oder familiärer Situation – gleich behandelt und nach ihrer tatsächlichen Leistung beurteilt werden.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Mitarbeitenden wirkte im Arbeitsalltag nicht immer wertschätzend oder nachhaltig. Erfahrung und langjährige Betriebszugehörigkeit wurden zwar erwartet, jedoch nicht immer entsprechend anerkannt oder aktiv in Entscheidungen einbezogen. Teilweise entstand der Eindruck, dass Belastbarkeit und Flexibilität stärker eingefordert wurden als Rücksicht auf persönliche Situationen oder die vorhandene Erfahrung. Das konnte dazu führen, dass sich ältere oder langjährig beschäftigte Mitarbeitende weniger gesehen und unterstützt fühlten. Aus meiner Sicht wäre ein bewussterer Umgang mit Erfahrung, Wissen und Loyalität wichtig gewesen, um Stabilität im Team zu fördern und ein respektvolles, generationenübergreifendes Arbeitsklima zu stärken.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen gehörten für mich zu den negativsten Aspekten meiner gesamten Zeit im Unternehmen. Es fehlte häufig an Planungssicherheit, klaren Strukturen und verlässlicher personeller Organisation. Arbeitszeiten wurden teilweise kurzfristig festgelegt oder verändert, was besonders für Mitarbeitende mit familiären Verpflichtungen eine enorme Belastung darstellte.

Durch die hohe Fluktuation im Team entstand regelmäßig zusätzlicher Druck auf die verbleibenden Mitarbeitenden. Aufgaben mussten parallel übernommen, neue Kolleginnen und Kollegen eingearbeitet und Ausfälle kompensiert werden – oft ohne ausreichende Unterstützung oder spürbare Entlastung.

Ich hatte wiederholt den Eindruck, dass die tatsächliche Belastung der Mitarbeitenden unterschätzt oder in Kauf genommen wurde. Langfristig führte das zu Erschöpfung, Frustration und einem Gefühl von fehlender Wertschätzung. Insgesamt empfand ich die Arbeitsbedingungen als wenig nachhaltig und für Mitarbeitende auf Dauer kaum tragbar.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Die romantisierte Darstellung und das Beschönigen des Verhaltens unhöflicher oder respektloser Vorgesetzter wirkt sich nicht positiv auf das Unternehmen aus.

Gehalt/Benefits

Das Thema Gehalt und Sozialleistungen empfand ich während meiner gesamten Zeit im Unternehmen als sehr enttäuschend. Trotz vieler Jahre Betriebszugehörigkeit und konstantem Engagement blieb mein Einkommen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, ohne dass sich dies spürbar weiterentwickelte.

Besonders frustrierend war für mich der Eindruck, dass Löhne und Anerkennung nicht immer nachvollziehbar oder leistungsgerecht verteilt wurden. Teilweise entstanden deutliche Unterschiede, die sich aus meiner Sicht weder durch Erfahrung noch durch Verantwortung erklären liessen.

Ich hätte mir mehr Transparenz, Fairness und eine langfristige Entwicklung der Vergütung gewünscht, die Einsatz, Loyalität und Berufserfahrung tatsächlich widerspiegelt.


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Arbeitgeber-Kommentar

HR Coop, Employer Branding
HR CoopEmployer Branding

Liebe:r Mitarbeitende:r

Vielen Dank für deine ausführliche Bewertung und dass du deine Erfahrungen so offen schilderst.

Es tut uns leid zu lesen, dass du deine Zeit bei Coop Bern über längere Strecken als wenig wertschätzend erlebt hast und dich herabgesetzt gefühlt hast – insbesondere auch im Zusammenhang mit Herkunft, Sprache, Schwangerschaft und deiner familiären Situation. Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe, faire Behandlung und Gleichberechtigung sind uns wichtig. Umso mehr nehmen wir deine Hinweise zu Kommunikation, Teamzusammenhalt, Einsatzplanung, Führung und Lohntransparenz ernst.

Wenn du bereit bist, einzelne Punkte noch etwas zu konkretisieren, damit wir sie besser einordnen können, melde dich gerne unter employerbranding@coop.ch.

Liebe Grüsse
Dein Employer Branding Team

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.