Guter Arbeitgeber mit Potenzial – mehr Wertschätzung, Menschlichkeit und eine bessere Work-Life-Balance wären wichtig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Viel Potenzial, aber bei Wertschätzung, Kommunikation, Lohn und Work-Life-Balance besteht grosser Handlungsbedarf
Verbesserungsvorschläge
Mein grösster Verbesserungsvorschlag wäre, die Mitarbeitenden wieder stärker als Menschen und nicht nur als Arbeitskräfte und Zahlen wahrzunehmen. Dazu gehören für mich eine bessere Work-Life-Balance, fairere und zeitgemässe Löhne, verlässlichere Arbeitspläne und regelmässige freie Wochenenden. Besonders bei Teilzeitpensen und Mitarbeitenden mit Familie sollte stärker auf eine sinnvolle Verteilung der Arbeitszeiten geachtet werden.
Genauso wichtig sind für mich klare Kommunikationswege, ein respektvoller Umgang untereinander und Vorgesetzte, die Anliegen ihrer Mitarbeitenden ernst nehmen. Probleme wie schlechtes Reden übereinander, fehlender Zusammenhalt oder persönliche Anliegen sollten nicht einfach abgetan werden. Mehr Wertschätzung, Menschlichkeit und gegenseitiges Verständnis würden meiner Meinung nach nicht nur das Arbeitsklima verbessern, sondern auch dazu beitragen, gute Mitarbeitende langfristig im Unternehmen zu halten.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre bei Coop ist grundsätzlich angenehm, kann jedoch je nach Team stark variieren. Verbesserungspotenzial sehe ich vor allem im Umgang untereinander. Themen wie das Reden über andere Mitarbeitende, gegenseitiges Schlechtmachen oder teilweise auch Mobbing können das Arbeitsklima stark belasten. Ein respektvoller und wertschätzender Umgang sollte deshalb stärker gefördert werden.
Image
Coop hat grundsätzlich ein gutes und bekanntes Image. Dennoch gibt es aus meiner Sicht einige Bereiche, in denen sich das Unternehmen weiterentwickeln könnte. Besonders bei Work-Life-Balance, Lohn, internen Entwicklungsmöglichkeiten und der Wertschätzung der Mitarbeitenden sehe ich Potenzial. Wenn hier stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und auf mehr Menschlichkeit gesetzt würde, könnte Coop sein positives Image nicht nur nach aussen, sondern auch als Arbeitgeber nach innen deutlich stärken.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance sehe ich als einen der grössten Verbesserungspunkte. Sehr lange Arbeitstage, teilweise von früh morgens bis nach 19 Uhr, sind auf Dauer belastend für Privat- und Familienleben sowie die Erholung. Gerade bei Teilzeitpensen wäre eine sinnvollere und gleichmässigere Verteilung der Arbeitsstunden wünschenswert. Auch freie Wochenenden sollten regelmässiger berücksichtigt werden. Ich selbst musste beispielsweise zeitweise sechs Samstage hintereinander arbeiten, was insbesondere als alleinerziehende Mutter eine grosse organisatorische Belastung darstellte. Ich denke, dass eine bessere Arbeitszeitgestaltung und mehr Rücksicht auf die Erholung der Mitarbeitenden auch dazu beitragen würden, langfristig gute Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten.
Karriere/Weiterbildung
Bei Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sehe ich noch Verbesserungspotenzial. Mitarbeitende aus dem Verkauf werden meiner Erfahrung nach vor allem für Weiterentwicklungen innerhalb des Verkaufs berücksichtigt. Dabei können Menschen Fähigkeiten und Potenzial für ganz andere Bereiche wie HR, Administration oder andere interne Funktionen mitbringen. Ich würde mir wünschen, dass stärker auf individuelle Stärken geschaut wird und Mitarbeitende durch Workshops, interne Weiterbildungen oder Entwicklungsgespräche eine faire Chance erhalten, sich auch ausserhalb ihres bisherigen Bereichs weiterzuentwickeln. Potenzial sollte nicht nur anhand der bisherigen Position oder persönlicher Beziehungen erkannt und gefördert werden.
Gehalt/Benefits
Die Benefits bei Coop sind grundsätzlich gut und bieten den Mitarbeitenden einige Vorteile. Beim Gehalt sehe ich jedoch deutliches Verbesserungspotenzial. Angesichts der heutigen Lebenshaltungskosten und der teilweise körperlich sowie zeitlich anspruchsvollen Arbeit sollte die Entlöhnung stärker angepasst werden. Wer Vollzeit arbeitet, sollte seinen normalen Lebensunterhalt gut finanzieren können, ohne dass es dabei um Luxus geht. Gerade bei einem grossen und wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen würde ich mir wünschen, dass sich die Leistung und der Einsatz der Mitarbeitenden noch stärker im Lohn widerspiegeln.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist aus meiner Erfahrung stark vom jeweiligen Team abhängig. In meinem Rayon habe ich leider mehrfach erlebt, dass wenig Verständnis füreinander vorhanden war und hinter dem Rücken über andere gesprochen wurde. Besonders enttäuschend empfand ich Situationen, in denen mir wegen der Erkrankung meines Kindes und eines notwendigen Notfallbesuchs Vorwürfe gemacht wurden. Für mich bedeutet Teamarbeit, sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander einzuspringen, wenn es möglich ist. Dass solche Situationen teilweise nicht ernst genommen wurden, obwohl ich sie angesprochen habe, empfand ich als sehr schade und war auch ein Grund für meinen Entscheid, Coop zu verlassen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Mitarbeitenden war in meiner Filiale grundsätzlich respektvoll. Ich finde jedoch, dass gegenseitiges Verständnis zwischen den Generationen wichtig ist. Jüngere Mitarbeitende wachsen beispielsweise deutlich digitaler auf und gestalten auch ihre Pausen oder ihren Alltag teilweise anders. Diese Unterschiede sollten akzeptiert werden, ohne sie direkt negativ zu bewerten. Respekt sollte nicht nur gegenüber älteren, sondern genauso gegenüber jüngeren Mitarbeitenden gelten. Hier wünsche ich mir teilweise noch mehr gegenseitiges Verständnis und Offenheit.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich teilweise als sehr korrekt erlebt. Dennoch gab es auch Situationen, in denen Überforderung spürbar war und für mich der menschliche Aspekt zu kurz kam. Neben Zahlen, Leistung und klaren Strukturen sollte auch gesehen und wertgeschätzt werden, was die Mitarbeitenden täglich leisten – teilweise auch körperlich sehr anspruchsvolle Arbeit. Ich wünsche mir deshalb bei gewissen Vorgesetzten mehr Menschlichkeit, Verständnis und Wertschätzung, ohne dabei auf klare Führung und Strukturen zu verzichten.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich gut. Deutliches Verbesserungspotenzial sehe ich jedoch bei der Work-Life-Balance und insbesondere bei den Löhnen. Die heutigen Lebenshaltungskosten für Miete, Krankenkasse, Lebensmittel, Steuern und weitere notwendige Ausgaben sind hoch, sodass der Lohn trotz Vollzeitarbeit teilweise kaum noch in einem angemessenen Verhältnis dazu steht. Dabei geht es nicht um Luxus, sondern darum, mit dem eigenen Einkommen den normalen Lebensunterhalt gut bestreiten zu können. Gerade bei einem grossen und wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen wie Coop wünsche ich mir deshalb eine stärkere Anpassung der Löhne an die heutigen Lebenshaltungskosten und eine angemessene Wertschätzung der täglich geleisteten Arbeit.
Kommunikation
Die Kommunikation könnte klarer und strukturierter sein. Wichtige Informationen werden teilweise zu spät oder nach Abwesenheiten wie Ferien nicht zuverlässig weitergegeben. Zudem entstehen durch Gruppen-Chats oder Informationen über Dritte schnell Missverständnisse. Es wäre sinnvoll, klare Kommunikationswege und Zuständigkeiten festzulegen, damit Informationen direkt von den verantwortlichen Personen kommen und alle Mitarbeitenden denselben Informationsstand haben.
Gleichberechtigung
Die Gleichberechtigung habe ich grundsätzlich als positiv erlebt und meiner Erfahrung nach stehen die verschiedenen Tätigkeiten allen offen. Zur Lohngleichheit kann ich keine konkrete Beurteilung abgeben. Bei körperlich besonders anspruchsvollen Bereichen wie Früchte und Gemüse oder Fleisch würde ich mir jedoch eine möglichst ausgewogene Teamzusammensetzung wünschen, damit schwere körperliche Arbeiten besser auf mehrere Mitarbeitende verteilt werden können. Dabei sollte vor allem die körperliche Belastbarkeit und eine faire Aufgabenverteilung berücksichtigt werden.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich gibt es interessante Aufgaben, allerdings kann die Arbeit je nach Rayon mit der Zeit sehr eintönig werden, wenn sich die Tätigkeiten täglich wiederholen. Ich würde mir deshalb mehr Abwechslung wünschen, beispielsweise durch gelegentliche Einsätze an der Kasse oder in anderen Bereichen, sofern es betrieblich möglich ist. Eine abwechslungsreichere Aufgabenverteilung könnte zusätzlich die Motivation der Mitarbeitenden fördern.


