Herunterwirtschaftung einer einst sehr guten Firma
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kantine, Benefits, Nachhaltigkeit der Migros an sich, vereinzelte Kollegen die wirklich versuchen das Beste zu machen, Vernetzung der Standorte, Parkplatzmöglichkeit
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Siehe oben.
Verbesserungsvorschläge
1) Kontrollorgane einbauen bei den Führungspositionen / Audits. Aktuell bewegen sich viele wie ein selbsternannter Polizist aufgrund der Tatsache, dass sie den Anschein haben, dass sie "geschützt" sind dadurch dass sie den einen oder anderen kennen. Die aktuellen Organe, die sich gegenseitig kontrollieren sollten, sind eher Scheinorgane.
2) Ebenfalls ist die Passivität vom obersten Kader wirklich spürbar. Jede Eskalation wird wieder zurückgespielt, dass man es selbst lösen soll, dieses wird als intelligente Rückfrage a la "Coaching" verkauft. Probleme die auf Werksleitungsebene sind, werden nicht angegangen und die Mitarbeiter müssen selber kreativ werden.
Das ist der Hauptgrund, warum ich gegangen bin.
3) Werte auch leben, wie sie immer wieder gepredigt werden
4) Konsequenzen bei Fehlern der Mitarbeiter genauso hart ausführen, wenn es ein Führungsmitglied trifft. Loyale zum Führungsteam werden meistens geschont.
5) Vergabe von Positionen durch Leistung und Qualifizierung
6) Versprechen nicht aussprechen, wenn man es nicht einhalten kann
7) Mitarbeiter als Menschen behandeln und nicht als entbehrliches Gut.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war mal gut aus meiner Sicht im Produktionsumfeld. Leider gab es viele Führungspositionswechsel, die viel Unruhe reingebracht haben (Stichwort: Vetternwirtschaft). Es ist eigtl. bekannt, aber dagegen unternommen wird irgendwie nichts aus meiner Perspektive. Es werden Leute befördert anhand der Familien-/Teamzugehörigkeit und nach Symphatie, nicht wirklich nach der Leistung bzw. Qualifizierung.
Beispiel: Es wird ein Deutsch-Niveau verlangt von Führungskräften an die produzierenden Mitarbeiter, obwohl manche Führungspositionen ebenfalls mit der Sprache kämpfen.
Was ich auch schade finde ist, dass das geräuschlose Mobbing immer lauter wird. Es werden bestimmte Personen unter die Lupe genommen und gegen sie aktiv vorgegangen nur weil die Meinung nicht dem der Führungskraft entspricht.
Teams, die mal miteinander waren, spielen sich gegenseitig aus.
Dies alles fördert eher eine Atmosphäre des Misstrauen & Unzufriedenheit in meinen Augen. Sehr schade, die Firma hatte wirklich Potenzial.
Image
Image ist auf Messen etc. immer gut vertreten und man hört viel gutes in den Medien.
Work-Life-Balance
Das ist top. Bei Homeoffice gab es nie einen negativen Bescheid oder bei privaten Terminen.
Karriere/Weiterbildung
War jahrelang in einer Position stecken geblieben, weiterbilden ja, jedoch Karriereschritte nach oben schwierig ohne Vitamin B. Vitamin B ist hier wichtiger wie Leistung.
Gehalt/Benefits
Für meine Arbeitsstelle war es ausreichend. Benefits sind sehr gut. Pensionskasse, immer wieder Geschenktüten, Gutscheine etc.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Finde ich gut. Viele Anlaufstellen bei Sicherheit und Umweltthemen. E-Mobilität kommt auch langsam und Solarpanels sind auch installiert.
Kollegenzusammenhalt
Mitarbeiter in den Führungspositionen halten sehr gut zusammen, das finde ich lobenswert.
Sobald aber es darauf ankommt, wer die Verantwortung trägt, wird in jeder Hierarchiestufe eher auf sich selber geschaut.
Es gibt einen Teamleiter von den unzähligen jedoch, der sich wirklich Mühe gibt, für den Rest kann ich es leider nicht sagen auf Basis meiner Beobachtung und Zusammenarbeit.
Umgang mit älteren Kollegen
Anzahl Dienstjahre zählen nicht mehr, der Umgang wird bestimmt durch die Höhe des Freundschaftsgrades mit den Führungspositionen.
Vorgesetztenverhalten
Selektiertes Verhalten anhand wer vor einem steht, Machtausübung, Mobbing (wird eher versteckt gemacht statt offensichtlich) v.a. gegen Temporäre, Frauen und Nicht-Deutsch-Mächtigen. Wenn man gut befreundet ist mit einen der Führungspositionen, kann man eigtl. einen entspannten Arbeitstag mit dem Vorgesetzten erwarten.
Vieles wurde an HR und Standortleitung berichtet, aufgrund der oben genannten Intransparenz vom Infofluss Oben nach Unten, sieht man leider nicht ob was gemacht worden ist oder nicht. Vieles wurde solange diskutiert, Termine immer wieder verschoben in der Hoffnung, dass das Personal es vergisst oder aufgibt, letzteres ist eher eingetroffen.
Arbeitsbedingungen
Das Wochenpensum ist gut machbar, Klimaanlage, Kaffee und Wasser sind immer vorhanden.
Kommunikation
Eher intransparent. Es wird vieles nur an einzelne, selektierte Personen informiert. Vertrauliche Informationen werden teils öffentlich behandelt. Es wird auch oft nach Namen der Quellen gefragt wenn etwas vertraulich weitergegeben wird, was eher entspricht, dass man die Quelle einschüchtern möchte oder vorher schon eliminieren möchte.
Gleichberechtigung
Wie oben genannt. Nicht wirklich, es wird ausserhalb immer davon gesprochen, aber Realität erinnert es eher einem klassischen 3-Klassen System.
Interessante Aufgaben
Aufgaben waren vielfältig und interessant. Viel abteilungsübergreifend gearbeitet und viele nette Persönlichkeiten ausserhalb der eigenen Abteilung kennengelernt, wo Politik / Interessenskonflikte eher kein Thema war.

