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Bewertung

PostAuto als verlässlicher Arbeitgeber im ÖV: Tolles Team & gutes Arbeitsmaterial, aber Lohn & Schichtmodell ausbaufähig

3,7
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Postauto Nordschweiz in Aarau gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Klare Kernaufgabe: Der Fokus liegt rein auf dem Fahren und dem Kundendienst – ohne mühsame Büroarbeiten oder administrative Nebentätigkeiten.

Top Arbeitsmaterial: Moderne, sehr gut gewartete Busflotte mit ergonomischen Fahrersitzen und sauber eingerichteten Pausenräumen.

Verlässlichkeit & Sicherheit: Die Arbeits- und Lenkzeiten (AZG) werden konsequent eingehalten und der Lohn kommt absolut pünktlich.

Starker Teamgeist: Familiärer, hilfsbereiter Zusammenhalt im Fahrerteam am Standort.

Hohes Ansehen: PostAuto ist eine Traditionsmarke mit extrem hohem Ansehen bei Fahrgästen und anderen Verkehrsteilnehmern.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Lohn-Leistungs-Verhältnis: Die Entlöhnung bewegt sich auf dem Niveau eines normalen Handwerkerlohns. Gemessen an der grossen Verantwortung im Strassenverkehr und den spürbaren Einschränkungen im Privatleben durch Schicht- und Geteilt-Dienste ist das Gehalt zu tief angesetzt.

Schleppende Flottenerneuerung: Sehr lange Wartezeiten (über zwei Jahre) bei der Beschaffung angekündigter E-Busse, während regionale Partnerbetriebe die Elektrifizierung bereits deutlich schneller umsetzen.

Eingeschränkte Vereinbarkeit: Für Alleinverdiener oder Familien ist die Kombination aus unregelmässiger Schichtarbeit und dem Lohnniveau finanziell wie organisatorisch eine erhebliche Herausforderung.

Verbesserungsvorschläge

Lohnstruktur anpassen: Die Vergütung stärker an die hohe Verantwortung im Strassenverkehr sowie die physische und soziale Belastung durch Schicht- und Geteilt-Dienste ausrichten.

Erfahrung wertschätzen & binden: Insbesondere bei älteren, langjährigen Mitarbeitenden finanziell und strukturell nachbessern. Angesichts der bevorstehenden Pensionierungswelle der Boomer-Jahrgänge und des verschärften Fahrermangels ist die Bindung erfahrener Kräfte essenziell.

E-Mobilität beschleunigen: Die Beschaffungsprozesse für die angekündigten E-Busse zügiger umsetzen.

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen am Depot Hägglingen ist familiär und bodenständig. Man kennt sich, hilft sich bei Dienstverschiebungen unkompliziert aus und pflegt einen kollegialen Umgang im Aufenthaltsraum. Die Fahrpläne im ländlichen Freiamt erlauben meist ein entspanntes, aber fokusiertes Arbeiten.

Kommunikation

Die betrieblichen Vorgaben, Dienstplanänderungen und Weisungen werden zügig und verständlich kommuniziert. Bei Fragen oder Anliegen zur Route oder zum Fahrzeug erhält man von der Disposition rasch eine klare Antwort. Der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen im Depot ist offen und direkt.

Kollegenzusammenhalt

Grundsätzlich herrscht ein gutes und respektvolles Miteinander unter den Fahrenden. Durch die unterschiedlichen Schichten, geteilten Dienste (G-Dienste) und freien Tage sieht man manche Kolleginnen und Kollegen zwar seltener, aber wenn man sich im Depot trifft, hilft man sich gegenseitig. Manchmal gibt es kleine Grüppchen je nach Turnus.

Work-Life-Balance

Die Dienstpläne stehen frühzeitig fest, was die Freizeit- und Familienplanung im Voraus gut möglich macht. Die gesetzlichen Ruhezeiten nach AZG werden konsequent eingehalten. Wer Schichtarbeit mag und sich an die Wochenend- und Feiertagsarbeit gewöhnt hat, findet hier eine verlässliche Struktur.
Jedoch:Durch die Kombination aus Früh-, Spät- und geteilten Diensten bleibt unter der Woche oft wenig Zeit für Familie, Hobbys oder soziale Kontakte. Kurzfristige Dienständerungen oder Bitten zum Einspringen bei Personalengpässen fordern hohe Flexibilität, was die Abgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben belastet.

Vorgesetztenverhalten

Die Führungskräfte vor Ort haben ein offenes Ohr für das Fahrpersonal. Bei privaten Anliegen, Diensttausch-Wünschen oder Problemen auf der Linie wird nach machbaren Lösungen gesucht. Der Umgangston ist respektvoll und von gegenseitigem Vertrauen geprägt.

Interessante Aufgaben

Abwechslungsreich auf der Strasse mit täglichem Gästekontakt. Das Schöne an der Aufgabe ist, dass man sich voll und ganz auf das Fahren konzentrieren kann, da keine administrativen Nebentätigkeiten anfallen. Zudem wird auf die Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeiten geachtet.

Gleichberechtigung

Alle werden gleich behandelt – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Alter. Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) sorgt für Lohngleichheit und transparente Bedingungen für alle Fahrfahrerinnen und Fahrfahrer. Auch Quereinsteiger und ältere Mitarbeitende werden voll geschätzt und gut integriert.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleginnen und Kollegen werden voll geschätzt und ihr immenser Erfahrungsschatz auf der Strasse wird geachtet. Neueren Fahrern stehen sie oft mit guten Tipps zur Seite. Auch gesundheitliche Einschränkungen oder der Übergang in den Ruhestand werden vom Betrieb respektvoll begleitet.

Arbeitsbedingungen

Die Busflotte ist auf einem modernen Stand, gut gewartet und dank ergonomischer Fahrersitze sehr angenehm zu fahren. Die Pausenräume an den Depots und Endhaltestellen sind sauber und zweckmässig eingerichtet.

Einziger Wermutstropfen bei der Flotte: Die Umstellung auf E-Mobilität hinkt den eigenen Zielen weit hinterher. Während private PostAuto-Unternehmer in der Region bereits weitgehend elektrisch unterwegs sind, wartet man bei der Regie aufgrund extrem langer Lieferfristen schon lange auf die bestellten E-Busse.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

er öffentliche Verkehr ist per se eine umweltfreundliche und sozial wichtige Dienstleistung. PostAuto bekennt sich klar zur Nachhaltigkeit und zum schrittweisen Umstieg auf emissionsfreie Antriebe. Dennoch dauert die praktische Umsetzung vor Ort oft lange: Auf die angekündigten E-Busse muss das Fahrpersonal aufgrund langer Lieferfristen teils jahrelang warten. Sozial gesehen bietet das Unternehmen als verlässlicher Arbeitgeber im ÖV einen soliden Rahmen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt entspricht in den Augen vieler Fahrender nicht ganz der hohen Verantwortung im Strassenverkehr und den spürbaren Einschränkungen im sozialen und familiären Bereich. Es bewegt sich auf dem Niveau eines normalen Handwerkerlohns. Positiv anzumerken ist die absolute Pünktlichkeit der Auszahlung und die Transparenz durch den GAV.

Image

Das Image von PostAuto ist in der Bevölkerung extrem hoch. Die gelben Busse stehen für Schweizer Verlässlichkeit, Sicherheit und Freundlichkeit. Man wird auf der Strasse und von den Fahrgästen sehr geschätzt und repräsentiert eine bekannte, traditionsreiche Marke. Auch im Strassenverkehr zeigt sich dieses Ansehen: Ein Grossteil der anderen Verkehrsteilnehmer verhält sich uns gegenüber spürbar rücksichtsvoll und gewährt uns im Alltag oft zuvorkommend den Vortritt.

Karriere/Weiterbildung

Der Beruf bietet eine hohe Arbeitsplatzsicherheit bei einem verlässlichen Arbeitgeber – ideal als stabiler Anker vor der Pensionierung oder als flexibles Standbein, beispielsweise während eines Studiums. Die Aufstiegschancen im reinen Fahrdienst sind jedoch überschaubar. Finanziell ist die Entlöhnung für eine Alleinverdiener-Familie oft knapp bemessen. Durch die unregelmässigen Schichtzeiten ist es für Partnerinnen oder Partner zudem herausfordernd, Berufsleben, Kinderbetreuung und Haushalt parallel zu koordinieren.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.