FISBA-Innovators in Photonics. Da stimmt nichts, nicht mal der Slogan.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gut: Dass ich nicht mehr dort arbeiten muss, und die Fähigkeit der FISBA ohne darüber nachzudenken schlechtem Geld noch gutes hinterher zu schmeißen. Das muss man als Firma erstmal können. Auch gut war, dass man der Firma hautnah bei einer Live-Aufführung von Senecas Apocolocynthosis zu schauen konnte. Schön, dass die Firma ein Herz für lateinische Literatur und ihre Darstellung in der heutigen Zeit hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
In aller erster Linie die Einstellung der FISBA zu ihren Mitarbeitern, dazu gehört Gehalt, fehlende Wertschätzung, fehlende Unterstützung, das Klima der Angst und des Misstrauens. Entkopplung der GL von den alltäglichen Problemen in der F&E, keine Kommunikationskultur. Unter den Kollegen ist es üblich geworden, dass man junge, gut ausgebildete Mitarbeiter wegbeißt um seine eigene Stelle zu sichern. Das wird von der GL geduldet und mitunter sogar gefördert. Es ist auch nicht gut, wenn man die Zeichen der Zeit so grundlegend ignoriert.
Die FISBA ist das Fass der Danaiden. Man weiß mittlerweile was (bei) euch abgeht.
Verbesserungsvorschläge
Verbessert eure Stellenausschreibungen, eure Kommunikation mit den Mitarbeitern, fangt an ein soziales Gewissen und Anstand zu entwickeln. Da sehe ich die Personalabteilung in der Pflicht sich mal ehrlich zu machen und sich auch mal für die Mitarbeiter einzusetzen. Es ist natürlich einfacher nur der verlängerte Arm der GL zu sein. Alternativ wäre mein Ratschlag: Verkauft das Ding und macht was anderes, in 5 Jahren seid ihr ohnehin nicht mehr konkurrenzfähig. Macht man sich eigentlich darüber Gedanken, dass der CTO ständig Leute mit hohen Abschlüssen entläst? Was die F&E als Ganzes betrifft: Es wäre gut, wenn man nicht nur ständig Feuerlöscher für die Fertigung spielen müsste, eure „Experten“ sind zumindest theoretisch in der Lage Probleme langfristig zu lösen, dafür braucht es aber Zeit und Geld. Das System FISBA ist bis 2025 vor allem auf Verschleiß ausgerichtet gewesen. Zitat: „Wenn wir das Problem jetzt schnell aber nicht dauerhaft lösen, dann haben wir auch nächste Woche noch Arbeit“. Das kann nicht gut gehen, das ist als würde man auf eine eiternde Wunde immer nur Pflaster kleben. Denkt doch nur mal drüber nach, was ihr macht. Ja es mag ja sein, dass ihr gut in Glas bearbeiten seid, aber zur Optik gehört heute mehr als das strahlführende System. Im Bereich integrierte Photonik seid ihr gar nicht drin, optische Messtechnik und Sensorik findet auch nicht mehr statt, und wenn an nur noch Komponenten zuliefert, dann macht man sich eben abhängig von seinen Kunden und deren Nachfrage.
Arbeitsatmosphäre
Das Damokles-Schwert Entlassung hängt ständig über einem und Kollegen zögern nicht ihren Job zu retten, auch wenn du deinen dann verlierst. Nach oben buckeln und nach unten treten. Vorgesetzte loben nicht, der CTO gibt einem am letzten Tag nicht mal die Hand und der CEO versteigt sich am letzten Arbeitstag zur Nötigung weil ihm Kommentare auf Kununu nicht gefallen. HR spioniert den Mitarbeitern massiv nach, insbesondere in der Kündigungszeit wird widerrechtlich nach den Firmen gefragt, bei denen man sich beworben hat. Und wenn man die Antwort aus gutem Grund verweigert, dann erhält man die Freizeit nicht, die einem gemäß Gesetz für Bewerbungsgespräche zusteht.
Image
Man geriert sich als Hightech-Unternehmen, was man ist: Eine Linsenschleifer-Bude mit Vorliebe für Rüstungskunden von der zwielichtigen Sorte. Man schaue sich nur an was der CTO für Vorträge hält.
Das hat nichts mit Scientific Outreach zutun, ehrlicherweise hat das nicht mal was mit Wissenschaft zutun. Zeiss kann asphärische Spiegel auf 30pm genau polieren und ihr könnt nicht mal P4 reproduzieren. Insgesamt: Traurig!
Work-Life-Balance
In den letzten 5 Monaten kein Home-Office mehr bewilligt, ständig Laborbegehungen und Besprechungen kurz vor Feierabend. 25 Tage Urlaub + Möglichkeit 5 Tage zu kaufen (25% des Monatslohns werden einbehalten) Betriebsferien fest (verbrauchen wenigstens 33% des Urlaubs)
Karriere/Weiterbildung
Geht nach Pass, Herkunftsort (Appenzell) und Wehrdienst, hat mit Leistung rein gar nichts zu tun. Interne Weiterbildungen nur im Rahmen Projektmanagement oder 6 Sigma aber keine technischen Fragestellungen. Man bleibt nicht Up-to-Date, das bleibt den Lieblingen vorbehalten, die dürfen dann auch Fremdfirmen besuchen. Wie kann es eigentlich sein, dass man 3 erfahrene F&E-Mitarbeiter an die Luft setzt und innerhalb von 12 Monaten 4 Stellen in der Abteilung ausschreibt? Hire and Fire in Reinkultur...
Kollegenzusammenhalt
Kollegen sind sehr gut darin zusammen zu halten, wenn es gegen jemanden geht. Aber sonst arbeitet jeder für sich und jeder versucht sich darüber zu profilieren, dass er besser ist als seine direkten Kollegen. In der F&E ist kein Zusammenhalt vorhanden, Produktion schafft das schon eher.
Umgang mit älteren Kollegen
Da werden ältere Kollegen genauso entlassen wie Jüngere. Jeder der abweichende Meinungen gegenüber der GL hat muss damit rechnen gemobbt und aus der Firma gedrängt oder gleich entlassen zu werden.
Vorgesetztenverhalten
Ein Trauerspiel ... voriger CEO entlässt 12 Leute und versetzt die Produktion in Kurzarbeit und stellt sich dann hin und sagt, wie er die Firma führt, sei ein Erfolg. GL lässt Mitarbeiter Forschungsanträge schreiben, die dann nicht mal eingereicht werden. Teamleiter_innen sind bei Streit nicht in der Lage zu vermitteln und entlassen lieber eine der Streitparteien. CTO ist nicht in der Lage Abteilung vernünftig zu führen, er darf das bereits zum 2. Mal öffentlich zur Schau stellen.
Arbeitsbedingungen
Schutz-Maßnahmen werden angesehen als notwendiges Übel. Klar verdient man mehr Geld, wenn man keinen Arbeitsschutz macht, aber dann sollte man das auch einfach so sagen. Sieht man auch bei den instabilen Beistelltischen an den Interferometern in der Produktion. Nehmt doch einmal Geld in die Hand um Dinge einfach richtig zu machen. Das gilt auch, wenn ihr von „Technology Innovation“ irgendwelche Maschinen konstruieren lasst. Da muss am Anfang gleich ein Sicherheitskonzept erstellt werden. Und wenn das nicht geht, dann sollte die Maschine nicht in der Produktion stehen dürfen. In der Kündigungsfrist wird man in laute oder schwer zugängliche Labore geschickt, in denen man für gewöhnlich nicht arbeitet um da seine Zeit abzusitzen und unmögliche Messungen zu versuchen.
Kommunikation
Die Firmenstruktur ist sehr gut darin Austausch zu verhindern. Schon innerhalb der Teams ist Kommunikation oft schwierig, in der F&E sind regelmäßige Präsenz-Meetings mit allen Mitarbeitern unter dem neuen CTO abgeschafft, stattdessen versteckt man sich hinter Brown-Paper-Übungen mit den Teamleitern. Innerhalb der Kündigungsfrist wird man aus allen Projekten weitgehend rausgenommen und nicht mal mehr zu Online-Besprechungen eingeladen. Alter CEO pöbelt und poltert gern, sitzt jetzt im Verwaltungsrat und hat dort weiter keine Ahnung von Optik.
Gehalt/Benefits
Wenn man darauf besteht, dass sich ein Studium lohnt, dann ist die FISBA nichts für einen. Insgesamt ist das Gehalt bestenfalls durchschnittlich. Zuwächse sind ehrlicherweise nur dazu angehalten, die Mitarbeiter zu beruhigen nicht um den Lohn wirklich zu vermehren. Nach einem Jahr 150 CHF mehr im Monat reichte nicht mal um die Inflation auszugleichen. Danke, für gar nichts. Und ja das Gehalt hab ich gerne genommen, aber meine Meinung hätte Extra gekostet
Gleichberechtigung
Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Mann und Frau, wohl aber zwischen Schweizern und Liechtensteinern und dem Rest. Es wird nach Pass und Loyalität befördert und abgesägt.
Interessante Aufgaben
Wenn man Zahlen auswürfeln und Telefonieren spannend findet, dann sind die Aufgaben bestimmt sehr interessant. Inhaltlich für Wissenschaftler und richtige Ings nichts. Die Ausschreibungen passen auch nur bedingt zum tatsächlichen Arbeitsinhalt. Vielfach ist keine inhaltlich wissenschaftliche oder technische Arbeit gefragt sondern verwalterisch-buchhalterische Aufgaben sind zu bewältigen. Das Ganze gipfelt dann in hohen Aufwand bei Projektmanagement und Dokumentation. Außerdem ist man viel zu häufig Feuerlöscher für die Fertigung. Für jemanden mit Masterabschluss oder Doktorat wird es sicherlich auf Dauer nicht spannend oder innovativ genug sein.