Viel Potenzial, aber zu viele falsche Prioritäten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Lage ist gut, die Büros sind modern ausgestattet und technisch auf einem hohen Niveau. Viele Kolleginnen und Kollegen sind engagiert und hilfsbereit, was den Arbeitsalltag angenehmer macht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Fluktuation in kundenorientierten Abteilungen erachten die meisten als sehr hoch, was es schwierig macht, die Arbeitsqualität und Kontinuität langfristig zu halten. Das neue Lohnsystem hat hier keine spürbare Verbesserung gebracht: Teamleiterpositionen wirken im Verhältnis zu hoch entlöhnt, während Sachbearbeitende im Vergleich zu ähnlichen Funktionen in anderen Unternehmen eher unterbezahlt sind.
Auch die Parkplatzgebühr von CHF 5 pro Tag ist nicht nachvollziehbar. Die Tiefgarage ist hauseigen und könnte ohnehin nicht extern vermietet werden, dafür von Mitarbeitenden Geld zu verlangen wirkt schlicht unverhältnismässig und kleinlich.
Arbeitsatmosphäre
Der aufwendig gestaltete Umbau hat im Alltag meines Erachtens leider kaum echte Vorteile gebracht. Feste Arbeitsplätze wurden abgeschafft, persönliche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es nicht mehr und die verfügbare Fläche wurde deutlich verkleinert. Die neuen offenen Bereiche mit Sofas und Kreativräumen mögen modern wirken, sind aber für konzentriertes Arbeiten wenig geeignet. Ich komme ins Büro, um produktiv zu arbeiten und nicht um in lockerer Atmosphäre den Tag zu verbringen.
Image
Es ist gut, dass Veranstaltungen zur Förderung von Diversity unterstützt werden. Trotzdem wäre es wünschenswert, auch andere, vielleicht etwas grössere und traditionellere Events zu fördern/ sponsern, verbunden mit entsprechenden Benefits wie vergünstigten Tickets. Das würde auch dazu beitragen, dass sich die Mitarbeitenden stärker mit dem Unternehmen identifizieren können und die Verbundenheit insgesamt zunimmt.
Work-Life-Balance
40-Stunden-Woche wäre zeitgemässer.
Gleichberechtigung
Die Unternehmenskultur ist stark von einer Woke-Haltung geprägt. Grundsätzlich sind Gleichberechtigung, Akzeptanz und gegenseitiger Respekt essenziell in einer Firma. Allerdings wird dieses Thema aus meiner Sicht übermässig stark betont, obwohl es längst selbstverständlich ist und gut funktioniert.
Intern wird sehr viel über Diversität und ähnliche Themen berichtet. Es ist gut, wenn man Offenheit und gegenseitigen Respekt fördert, das unterstützt auch die Mehrheit der Mitarbeitenden. Trotzdem wirkt es mittlerweile etwas übertrieben, da diese Themen immer wieder aufgegriffen werden, obwohl sie im Arbeitsalltag kaum eine Rolle spielen und bereits gelebt werden. Es bringt beispielsweise auch nicht viel, die genderneutrale Sprache unbedingt fördern zu wollen, wenn viele Mitarbeitende und vor allem auch sehr viele Kundinnen und Kunden diese vielleicht gar nicht möchten oder sogar ablehnen.

