Zwischen Haltung und Maschine
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
HdM zieht Menschen mit hohen fachlichen und ethischen Erwartungen an. Es arbeiten hier ohne Zweifel außergewöhnlich talentierte Personen an international sichtbaren Projekten. Umso schwerer wiegt die Diskrepanz zwischen Anspruch und gelebter Realität.
Führung wirkt oft distanziert und intransparent; Entscheidungen werden überwiegend top-down getroffen, Verantwortung bleibt diffus. HR erscheint primär als formaler Apparat, nicht als unterstützende Instanz.
Die Vergütung liegt deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt und steht in keinem gesunden Verhältnis zu Arbeitsbelastung, Renommee und erwarteter Loyalität.
Inhaltlich ist eine klare Verschiebung spürbar: Projektentscheidungen folgen zunehmend wirtschaftlichen Logiken und Wachstumserfordernissen. Auftraggeber werden eher nach finanzieller Potenz als nach Haltung oder gesellschaftlicher Relevanz bewertet; die Herkunft mancher Mittel bleibt bemerkenswert unreflektiert.
Architektur wird so Mittel zum Zweck einer effizient laufenden Maschine, während Qualität, Sinn und die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden zunehmend in den Hintergrund treten.