Hornbach überzeugt , aber die Führung im Markt sorgt für unnötige Probleme
Gut am Arbeitgeber finde ich
Hornbach ist grundsätzlich ein starkes Unternehmen mit klaren Werten und einer soliden Ausrichtung. Viele der offiziellen Leitlinien sind sinnvoll und schaffen eigentlich eine gute Basis für Zusammenarbeit und Entwicklung. In der Praxis werden diese Werte jedoch nicht überall gleich interpretiert oder umgesetzt, was zu spürbaren Unterschieden zwischen Anspruch und Realität führen kann.
Die Rahmenbedingungen sind insgesamt fair, sowohl was die vertraglichen Aspekte als auch die allgemeinen Strukturen betrifft. Unter stabileren Abläufen und einer konsequenteren Umsetzung der Unternehmenswerte könnten diese Stärken noch deutlicher zum Tragen kommen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führungskultur im Markt weicht in mehreren Punkten deutlich vom offiziellen Unternehmensleitbild ab. Viele der eigentlich starken Werte kommen im Alltag nicht so an, wie sie gedacht sind. Die Kommunikation ist häufig wenig transparent; wichtige Informationen erreichen die Mitarbeitenden spät oder unvollständig, was Entscheidungen schwer nachvollziehbar macht.
Ständige Änderungen und kurzfristige Anpassungen erzeugen ein hohes Mass an Unsicherheit. Dadurch wird es schwierig, verlässlich zu planen oder motiviert zu bleiben. Zusätzlich entsteht immer wieder ein Klima der Angstmacherei: Aussagen oder Entscheidungen wirken eher einschüchternd als unterstützend, was das Vertrauen in die Führung weiter schwächt.
Auch das Reden hinter dem Rücken kommt häufiger vor, als es in einem professionellen Umfeld der Fall sein sollte. Das beeinträchtigt den Teamgeist und verhindert eine offene Fehler‑ oder Feedbackkultur. Unterstützung durch die Führung fehlt in vielen Situationen; statt Orientierung oder Rückhalt zu geben, werden Probleme oft an die Mitarbeitenden zurückgespielt oder gar nicht erst aufgegriffen.
Unangebrachte Aussagen seitens der Geschäftsführung verstärken diesen Eindruck zusätzlich. Solche Bemerkungen lassen Mitarbeitende sich nicht ernst genommen fühlen und stehen im Widerspruch zu den Werten, für die das Unternehmen eigentlich steht.
Verbesserungsvorschläge
Die Führungskultur sollte regelmässig überprüft und stärker an den eigenen Unternehmenswerten ausgerichtet werden. Ein konsequenter Abgleich zwischen Anspruch und gelebter Praxis würde vielen Mitarbeitenden mehr Orientierung geben.
Eine offenere und nachvollziehbarere Kommunikation würde den Arbeitsalltag deutlich erleichtern. Klare Informationen zur richtigen Zeit schaffen Vertrauen und reduzieren Unsicherheiten.
HR sollte aktiver eingreifen, wenn strukturelle Probleme sichtbar werden. Es wäre hilfreich, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen, statt sich ausschliesslich auf die Darstellung der Geschäftsführung zu stützen. Oft gibt es mehr als nur eine Sichtweise, und ein frühzeitiges, neutrales Hinterfragen könnte viele Konflikte vermeiden – idealerweise bevor Bewertungen oder Eskalationen notwendig werden.
Stabilere Abläufe und verlässlichere Planungen würden die Motivation und die Arbeitsqualität stärken. Weniger kurzfristige Änderungen und klarere Prioritäten würden sowohl Mitarbeitenden als auch Kundschaft zugutekommen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war stark abhängig vom GF. Während das Team untereinander meist kollegial und hilfsbereit war, wurde das Klima durch eine sehr kontrollierende und misstrauische Führungsweise belastet. Entscheidungen wurden häufig von persönlichen Einschätzungen statt von Transparenz oder Vertrauen geprägt, was zu Unsicherheit und einem eher angespannten Miteinander führte. Offene Kommunikation war schwierig, da Kritik schnell als Illoyalität ausgelegt wurde. Insgesamt entstand dadurch ein Umfeld, in dem viele Mitarbeitende eher vorsichtig agierten, statt sich einzubringen.
Image
Hornbach hat grundsätzlich ein starkes Image und eine gute Aussenwirkung. Viele Kundinnen und Kunden verbinden das Unternehmen mit Verlässlichkeit, Kompetenz und klaren Werten. Im Markt selbst leidet dieses positive Bild jedoch spürbar unter dem Führungsverhalten. Unklare Kommunikation, unnötiger Druck und unangebrachte Aussagen der Geschäftsführung wirken sich nicht nur auf die Mitarbeitenden aus, sondern auch darauf, wie der Standort nach innen und aussen wahrgenommen wird. Unter einer Führung, die die Unternehmenswerte konsequenter lebt, könnte das Image deutlich stärker sein.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich wäre eine gute Balance möglich gewesen, doch häufige Ausfälle, kurzfristige Änderungen und wechselnde Vorgaben machten die Planung schwierig. Vieles liess sich nicht vorhersehen, was private Termine erschwerte.
Karriere/Weiterbildung
Hornbach bietet grundsätzlich gute Möglichkeiten für Weiterbildungen und interne Entwicklung. Das Unternehmen selbst stellt dafür solide Strukturen und Programme bereit. Im Markt Sirnach hing die tatsächliche Chance auf Förderung jedoch stark davon ab, ob eine bestimmte Führungsperson einen als „passend“ oder „förderwürdig“ ansah. Objektive Kriterien waren nicht immer erkennbar, wodurch Entwicklungsmöglichkeiten weniger von Leistung als von persönlicher Einschätzung abhängig wirkten. Unter einer konsequenteren und transparenteren Umsetzung der Unternehmensrichtlinien wäre hier deutlich mehr Potenzial vorhanden.
Gehalt/Benefits
Mit dem Gehalt und den Sozialleistungen war ich grundsätzlich zufrieden. Die Bedingungen sind fair und im Branchenvergleich solide. Natürlich gibt es immer Luft nach oben, aber insgesamt passte das Paket.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Für ein Unternehmen dieser Grösse ist das Umwelt- und Sozialbewusstsein insgesamt in Ordnung. Besonders positiv fällt auf, dass Waren, die sonst entsorgt würden, gespendet werden. Das ist ein sinnvoller Beitrag und zeigt, dass Ressourcen nicht unnötig verschwendet werden.
Kollegenzusammenhalt
Auf der Fläche unterstützte man sich grundsätzlich gut, und viele hätten gerne noch enger zusammengearbeitet. Die allgemeine Unsicherheit im Markt führte jedoch dazu, dass manche deutlich zurückhaltender waren, als es nötig gewesen wäre. Offene Worte wurden oft vermieden, weil man nicht abschätzen konnte, wie sie aufgenommen würden. Zusätzlich sorgten Kontrolle, unangebrachte Aussagen und ein insgesamt angespanntes Führungsverhalten dafür, dass sich der Zusammenhalt nicht so entwickeln konnte, wie es unter stabileren Bedingungen möglich gewesen wäre.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang war grundsätzlich respektvoll, solange die Leistung stimmte. Gleichzeitig wurde hinter dem Rücken über Mitarbeitende gesprochen – unabhängig vom Alter. Das schadete dem Vertrauen im Team.
Vorgesetztenverhalten
Die Art der Führung war stark hierarchieorientiert und wenig unterstützend. Entscheidungen wurden häufig ohne nachvollziehbare Begründung getroffen, was im Alltag zu Unsicherheit führte. Rückmeldungen wirkten eher kontrollierend als entwicklungsorientiert, und es fehlte an einem respektvollen, stabilen Umgang auf Augenhöhe. Statt Orientierung und Klarheit gab es oft wechselnde Erwartungen, was den Arbeitsalltag unnötig erschwerte. Insgesamt entstand der Eindruck, dass Führung vor allem über Druck und formale Autorität ausgeübt wurde, statt über Kompetenz, Vertrauen oder klare Kommunikation.
Arbeitsbedingungen
Der Alltag war von häufigen Änderungen, unklaren Prioritäten und hohem Druck geprägt. Viele Abläufe wirkten unstrukturiert, was zu zusätzlichem Stress führte. Verlässliche Rahmenbedingungen fehlten oft.
Kommunikation
Wichtige Informationen kamen häufig spät oder unvollständig an, während andere Themen übermässig kontrolliert wurden. Rückfragen führten selten zu klaren Antworten, und echte Gespräche auf Augenhöhe fanden kaum statt. Das machte es schwierig, Prioritäten richtig einzuschätzen oder Abläufe zu verstehen.
Gleichberechtigung
Gleichbehandlung war nicht immer gegeben. Wer sich stark an die vorherrschenden Erwartungen anpasste, hatte es leichter. Mitarbeitende, die Dinge kritisch hinterfragten oder eigene Ideen einbrachten, standen häufiger im Gegenwind.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst waren abwechslungsreich und hätten motivierend sein können. In der Praxis ging jedoch viel Energie durch ständige Planänderungen und ein belastendes Umfeld verloren. Dadurch wirkten selbst spannende Tätigkeiten weniger attraktiv.