Früher guter Arbeitsplatz, heute geprägt von Angst, schlechter Führung und Vertrauensverlust
Gut am Arbeitgeber finde ich
Lange Zeit waren das Team, einzelne Kolleginnen und Kollegen sowie Teile der operativen Arbeit echte Pluspunkte. Es gab engagierte Menschen, Fachkompetenz und Aufgaben mit Potenzial. Dass davon trotz allem noch etwas spürbar blieb, lag aus meiner Sicht vor allem an den Mitarbeitenden und nicht an der späteren Führung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am schlechtesten war die Entwicklung der Führungskultur. Neue C-Level-Personen wirkten teilweise austauschbar und wenig verbunden mit den früheren Werten des Unternehmens oder mit den Menschen, die dort gearbeitet haben. Der Umgang mit Entlassungen wirkte in mehreren Phasen weder transparent noch besonders ethisch, und die wiederkehrenden Kündigungswellen haben über lange Zeit Angst erzeugt. Die negativen Folgen davon waren schnell sichtbar: weniger Vertrauen, schlechtere Stimmung, innere Kündigung und ein klar toxischeres Umfeld.
Verbesserungsvorschläge
Restrukturierungen sollten transparent, ehrlich und mit deutlich mehr Respekt umgesetzt werden. Mitarbeitende sollten nicht erst im letzten Moment oder über indirekte Signale von einschneidenden Veränderungen erfahren. Gerade in schwierigen Phasen braucht es klare, konsistente und verlässliche Kommunikation statt oberflächlicher Aussagen, widersprüchlicher Informationen und vermeidbarer Unsicherheit. Führung sollte wieder Verantwortung bedeuten und nicht nur das Verwalten kurzfristiger Entscheidungen, die für viele Mitarbeitende stark kosten- oder bonusgetrieben wirkten.
Arbeitsatmosphäre
Was früher ein guter Arbeitsplatz war, wurde mit der Zeit zu einem von Unsicherheit und Angst geprägten Umfeld. Wiederholte Kündigungswellen haben die Stimmung massiv verschlechtert und wirkten aus meiner Sicht kaum nachvollziehbar, obwohl das Unternehmen wirtschaftlich nicht den Eindruck machte, dazu gezwungen zu sein.
Kommunikation
Die Kommunikation war oft spät, unklar oder bewusst vage. Gerade bei Restrukturierungen und personellen Veränderungen fehlte Transparenz gegenüber den Teams. Offene Kommunikation fehlte weitgehend, was Gerüchte, Unsicherheit und viel Unruhe im Unternehmen verstärkte.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team war lange ein Pluspunkt. Vieles funktionierte nur dank engagierter Mitarbeitender, auch wenn viele innerlich bereits auf Distanz gingen.
Work-Life-Balance
Nach aussen wurde viel von Verantwortung gesprochen, in der Praxis entstand aber oft Druck zu überdurchschnittlichem Einsatz. In einem unsicheren Umfeld belastet das zusätzlich.
Vorgesetztenverhalten
Die Führungsqualität hat sich deutlich verschlechtert. Es wurden Erwartungen geweckt und Einsatz verlangt, ohne die nötige Verlässlichkeit und Klarheit. In sensiblen Phasen wirkte der Umgang mit Mitarbeitenden zudem oft distanziert, wenig transparent und nicht besonders respektvoll.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben konnten spannend sein, und operativ hatte das Unternehmen Potenzial. Umso enttäuschender ist, wie viel davon verspielt wurde.
Gleichberechtigung
In diesem Bereich fiel mir nichts durchgehend negativ auf. Gleichzeitig war der allgemeine Umgang im Unternehmen in späteren Phasen nicht immer von Fairness und Respekt geprägt.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Hauptproblem war aus meiner Sicht nicht altersbezogen, sondern kulturell. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass Erfahrung immer den Stellenwert hatte, den sie verdient hätte.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen litten stark unter der allgemeinen Unsicherheit. Standortschliessungen wurden unter anderem mit der Nähe aller Teams zur Produktion in Kreuzlingen begründet, während gleichzeitig günstigere Remote-Strukturen anderswo aufgebaut wurden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach aussen wurde ein positives Wertebild vermittelt, intern war davon in entscheidenden Phasen wenig zu spüren. Gerade im Umgang mit Mitarbeitenden wirkte vieles wenig sozial verantwortlich.
Gehalt/Benefits
Nicht alles war hier schlecht. Problematisch war für mich eher der Eindruck, dass am Ende die wirtschaftlichen Interessen einiger weniger wichtiger waren als Fairness, Loyalität und Stabilität für die Mitarbeitenden.
Image
Nach aussen wollte das Unternehmen modern und werteorientiert wirken. Intern hat dieses Bild mit der Zeit deutlich gelitten.
Karriere/Weiterbildung
Es gab grundsätzlich interessante Rollen und Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurden Perspektiven aus meiner Sicht zu oft in Aussicht gestellt, ohne später verlässlich eingelöst zu werden.
