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Ifolor 
AG
Bewertung

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Früher guter Arbeitsplatz, heute geprägt von Angst, schlechter Führung und Vertrauensverlust

1,5
Nicht empfohlen
Ex-FührungskraftHat bis 2026 im Bereich Marketing / Produktmanagement bei ifolor in Kreuzlingen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Lange Zeit waren das Team, einzelne Kolleginnen und Kollegen sowie Teile der operativen Arbeit echte Pluspunkte. Es gab engagierte Menschen, Fachkompetenz und Aufgaben mit Potenzial. Dass davon trotz allem noch etwas spürbar blieb, lag aus meiner Sicht vor allem an den Mitarbeitenden und nicht an der späteren Führung.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Am schlechtesten war die Entwicklung der Führungskultur. Neue C-Level-Personen wirkten teilweise austauschbar und wenig verbunden mit den früheren Werten des Unternehmens oder mit den Menschen, die dort gearbeitet haben. Der Umgang mit Entlassungen wirkte in mehreren Phasen weder transparent noch besonders ethisch, und die wiederkehrenden Kündigungswellen haben über lange Zeit Angst erzeugt. Die negativen Folgen davon waren schnell sichtbar: weniger Vertrauen, schlechtere Stimmung, innere Kündigung und ein klar toxischeres Umfeld.

Verbesserungsvorschläge

Restrukturierungen sollten transparent, ehrlich und mit deutlich mehr Respekt umgesetzt werden. Mitarbeitende sollten nicht erst im letzten Moment oder über indirekte Signale von einschneidenden Veränderungen erfahren. Gerade in schwierigen Phasen braucht es klare, konsistente und verlässliche Kommunikation statt oberflächlicher Aussagen, widersprüchlicher Informationen und vermeidbarer Unsicherheit. Führung sollte wieder Verantwortung bedeuten und nicht nur das Verwalten kurzfristiger Entscheidungen, die für viele Mitarbeitende stark kosten- oder bonusgetrieben wirkten.

Arbeitsatmosphäre

Was früher ein guter Arbeitsplatz war, wurde mit der Zeit zu einem von Unsicherheit und Angst geprägten Umfeld. Wiederholte Kündigungswellen haben die Stimmung massiv verschlechtert und wirkten aus meiner Sicht kaum nachvollziehbar, obwohl das Unternehmen wirtschaftlich nicht den Eindruck machte, dazu gezwungen zu sein.

Kommunikation

Die Kommunikation war oft spät, unklar oder bewusst vage. Gerade bei Restrukturierungen und personellen Veränderungen fehlte Transparenz gegenüber den Teams. Offene Kommunikation fehlte weitgehend, was Gerüchte, Unsicherheit und viel Unruhe im Unternehmen verstärkte.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im Team war lange ein Pluspunkt. Vieles funktionierte nur dank engagierter Mitarbeitender, auch wenn viele innerlich bereits auf Distanz gingen.

Work-Life-Balance

Nach aussen wurde viel von Verantwortung gesprochen, in der Praxis entstand aber oft Druck zu überdurchschnittlichem Einsatz. In einem unsicheren Umfeld belastet das zusätzlich.

Vorgesetztenverhalten

Die Führungsqualität hat sich deutlich verschlechtert. Es wurden Erwartungen geweckt und Einsatz verlangt, ohne die nötige Verlässlichkeit und Klarheit. In sensiblen Phasen wirkte der Umgang mit Mitarbeitenden zudem oft distanziert, wenig transparent und nicht besonders respektvoll.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben konnten spannend sein, und operativ hatte das Unternehmen Potenzial. Umso enttäuschender ist, wie viel davon verspielt wurde.

Gleichberechtigung

In diesem Bereich fiel mir nichts durchgehend negativ auf. Gleichzeitig war der allgemeine Umgang im Unternehmen in späteren Phasen nicht immer von Fairness und Respekt geprägt.

Umgang mit älteren Kollegen

Das Hauptproblem war aus meiner Sicht nicht altersbezogen, sondern kulturell. Dennoch hatte ich nicht den Eindruck, dass Erfahrung immer den Stellenwert hatte, den sie verdient hätte.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen litten stark unter der allgemeinen Unsicherheit. Standortschliessungen wurden unter anderem mit der Nähe aller Teams zur Produktion in Kreuzlingen begründet, während gleichzeitig günstigere Remote-Strukturen anderswo aufgebaut wurden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach aussen wurde ein positives Wertebild vermittelt, intern war davon in entscheidenden Phasen wenig zu spüren. Gerade im Umgang mit Mitarbeitenden wirkte vieles wenig sozial verantwortlich.

Gehalt/Benefits

Nicht alles war hier schlecht. Problematisch war für mich eher der Eindruck, dass am Ende die wirtschaftlichen Interessen einiger weniger wichtiger waren als Fairness, Loyalität und Stabilität für die Mitarbeitenden.

Image

Nach aussen wollte das Unternehmen modern und werteorientiert wirken. Intern hat dieses Bild mit der Zeit deutlich gelitten.

Karriere/Weiterbildung

Es gab grundsätzlich interessante Rollen und Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wurden Perspektiven aus meiner Sicht zu oft in Aussicht gestellt, ohne später verlässlich eingelöst zu werden.

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Arbeitgeber-Kommentar

HR-Team
HR-Team

Vielen Dank für Dein ausführliches und offenes Feedback.

Einige Deiner Schilderungen beziehen sich auf eine Phase mit vielen Veränderungen, die sicherlich nicht von allen gleich erlebt wurde.

Gerade bei den Arbeitsbedingungen haben wir in der Zwischenzeit bewusst nachgeschärft. Wir haben unsere Teams wieder stärker an einem Hauptstandort gebündelt, um die Zusammenarbeit und den direkten Austausch zu verbessern. Gleichzeitig wurde unser hybrides Arbeitsmodell weiterentwickelt und der Homeoffice-Anteil auf bis zu 60% erhöht, um mehr Flexibilität im Alltag zu ermöglichen.

Auch beim Thema Kommunikation haben wir konkrete Massnahmen umgesetzt: Neben regelmässigen Updates und Townhall-Meetings setzen wir bewusst auf direkte Austauschformate wie Coffee-Meetings mit unseren Co-CEOs, bei denen Fragen offen angesprochen werden können.

Darüber hinaus haben wir unsere Academy aufgebaut, um Mitarbeitende und Führungskräfte gezielt in ihrer fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Mit massgeschneiderten Trainings, praxisnahen Formaten und einem besonderen Fokus auf Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit schaffen wir eine strukturierte Grundlage für nachhaltiges Lernen und Entwicklung im Arbeitsalltag.

Dass Du den Kollegenzusammenhalt positiv erlebt hast, freut uns sehr. Dieser bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur.

Vielen Dank nochmals für Deine Rückmeldung. Wir wünschen Dir für Deine Zukunft alles Gute – sowohl persönlich als auch beruflich.

Freundliche Grüsse
Dein ifolor-Team

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