Wo früher Wertschätzung war, ist heute Hierarchie
Gut am Arbeitgeber finde ich
Während meiner Zeit im Ilgenpark habe ich vor allem das angenehme Klientel sehr geschätzt. Die Arbeitszeiten, 1x in der Woche Mitarbeiter z’Nüni sowie die kostenlose Parkplätze
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Während meiner Tätigkeit im Ilgenpark habe ich sowohl positive als auch herausfordernde Phasen erlebt.
In den letzten Jahren war die Institution jedoch von zahlreichen Führungswechseln geprägt, was zu einer gewissen Unruhe und fehlenden Kontinuität in der Institution führte. Solche Veränderungen haben das Vertrauen der Mitarbeitenden beeinträchtigt und führe zu Unzufriedenheit.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre wünschenswert, wenn zukünftige Entscheidungen der Führungsebene stärker auf die Bedürfnisse der Teams und der Klienten abgestimmt würden. Eine transparente Kommunikation und ein klares Führungsverständnis könnten dazu beitragen, das Vertrauen innerhalb des Ilgenpark zu stärken und eine positive Entwicklung der Einrichtung zu fördern.
Um die Zukunft der Institution positiv zu gestalten und den aktuellen Herausforderungen gerecht zu werden, erscheinen einige gezielte Veränderungen sinnvoll. Ein erster Ansatzpunkt ist ein möglicher Wechsel im Stiftungsrat. Neue Mitglieder könnten frischen Wind und innovative Perspektiven einbringen, was die strategische Ausrichtung stärken und neue Impulse setzen würde. Ebenso wäre ein Führungsratwechsel zu prüfen, um Strukturen zu modernisieren und einen Führungsstil zu etablieren, der offen, transparent und teamorientiert ist. Besonders wichtig ist dabei der respektvolle Umgang mit den Mitarbeitenden. Wertschätzung und ein faires Miteinander sollten nicht nur in der Theorie, sondern auch im Alltag gelebt werden. Hierzu gehören klare Kommunikationswege, die Möglichkeit zur Mitbestimmung sowie eine Kultur der Anerkennung. Darüber hinaus bedarf es einer fairen und transparenten Lohnstruktur, die die Leistung der Mitarbeitenden angemessen würdigt. Gerade für jene, die geteilte Dienste leisten, ist zudem eine verbesserte Work-Life-Balance zentral. Flexible Arbeitszeiten, gezielte Erholungsphasen und eine bessere Planbarkeit des Dienstplans könnten hier massgeblich zur Entlastung beitragen. All diese Punkte zielen darauf ab, die Institution als modernen, menschlichen und zukunftsfähigen Arbeitsplatz weiterzuentwickeln.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war in den ersten Jahren wirklich gut. Es herrschte eine angenehme Stimmung, geprägt von einer klaren, aber gleichzeitig nahbaren Leitung. Die damalige Führungsperson begegnete uns auf Augenhöhe, was wesentlich zur Motivation und zum gegenseitigen Vertrauen beigetragen hat. Leider hat sich das mit der Zeit verändert. Durch mehrere Führungswechsel und strukturelle Veränderungen ging viel von dieser positiven Kultur verloren. Dennoch gibt es nach wie vor starke, unterstützende Teams – sowohl unter den Mitarbeitenden als auch im Kontakt mit dem Klientel. Besonders in bestimmten Wohngruppen oder Bereichen der Tagesstruktur entstehen enge, vertrauensvolle Arbeitsgemeinschaften.
Kommunikation
Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Standorten ist insgesamt sehr schwach ausgeprägt. Wichtige Informationen gelangen nicht zuverlässig oder nur verzögert an die Mitarbeitenden. Es kommt häufig vor, dass man interne Ansprechpersonen – beispielsweise für Schulungen – gar nicht kennt, da sie kaum präsent sind und der persönliche Austausch fehlt.
Auch im Alltag gestaltet sich die Kommunikation oft schwierig: Es fehlt an klaren Kanälen, verbindlichen Absprachen und einer offenen Feedbackkultur. Dadurch entstehen Missverständnisse, Unsicherheiten und ein Gefühl von mangelnder Orientierung, was sich letztlich negativ auf die Zusammenarbeit und die Arbeitsqualität auswirkt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt unter Mitarbeitenden ist grundsätzlich gut – viele begegnen sich mit Respekt und Hilfsbereitschaft. Allerdings leidet das Arbeitsklima zunehmend unter einem teils wenig wertschätzenden Führungsstil und dem spürbaren Machtgefälle in gewissen Leitungsebenen. Machtmissbrauch und mangelnde Anerkennung von Engagement führen dazu, dass sich viele kompetente und motivierte Mitarbeitende nach neuen beruflichen Perspektiven umsehen. Diese Entwicklung hat messbar Auswirkungen auf den Teamzusammenhalt und die langfristige Mitarbeitendenbindung.
Vorgesetztenverhalten
Der Ilgenpark war einst geprägt von einem respektvollen Miteinander und einem Führungsstil auf Augenhöhe – unter der alten Leitung funktionierte die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten oft konstruktiv und wertschätzend. Leider hat sich das mit der aktuellen Führung deutlich verändert. Heute dominieren Hierarchiedenken, Machtmissbrauch und ein autoritärer Führungsstil den Alltag. Mitarbeitende werden zunehmend nur noch als Ausführende betrachtet, Mitdenken oder eigene Initiative werden weder gefördert noch gewünscht. Diese Entwicklung wirkt sich spürbar negativ auf die Motivation, das Arbeitsklima und das gesamte Image des Ilgenparks aus.
Arbeitsbedingungen
Im Vergleich zu den anderen beiden Standorten fällt der Ilgenpark deutlich ab – insbesondere, was die Infrastruktur betrifft. Das Gebäude ist alt und entspricht in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Es besteht ein klarer Investitionsbedarf, um die räumlichen und technischen Voraussetzungen an einen zeitgemässen Standard anzupassen. Ohne diese Verbesserungen bleibt der Standort deutlich hinter den Möglichkeiten zurück, die moderne Arbeitsumgebungen heute bieten können.
In einem Umfeld, das sich stetig weiterentwickelt, fehlt es hier spürbar an Investitionen in moderne und effiziente Arbeitsbedingungen. Genau diese würden den Arbeitsalltag für alle Beteiligten erheblich erleichtern und professionalisieren.
Gehalt/Benefits
Es wird mit einem sogenannten Zürcher Lohnniveau geworben – diese Aussage entspricht jedoch nicht der Realität, insbesondere nicht im Verhältnis zur tatsächlichen Arbeitsbelastung und den Anforderungen an die Mitarbeitenden. Eine transparente Lohnstruktur fehlt komplett, was sehr schade ist und intern immer wieder zu Unverständnis und Frustration führt.
Die Pensionskasse ist solide, es gibt jedoch klar attraktivere Modelle auf dem Markt. Zusätzliche Leistungen wie etwa Familienzulagen oder andere freiwillige Sozialleistungen werden nicht angeboten
Image
Schon bevor ich mich überhaupt für den Ilgenpark beworben habe, war mir bewusst, dass die Institution im Kanton Schaffhausen ein eher schlechtes Image hat. Der Ilgenpark geniesst im Kanton leider keinen guten Ruf. Im Umfeld hört man nicht selten abfällige Bezeichnungen wie „die Hinterwäldler“ des Kantons. Auch wenn solche Aussagen überspitzt und verletzend sind, enthalten sie doch einen wahren Kern: Der Ilgenpark hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung kaum aktiv positioniert. Es fehlt an gezielter Öffentlichkeitsarbeit, an Werbung oder Präsenz an regionalen Anlässen. Das führt dazu, dass viele Menschen gar nicht wissen, wer wir sind und wofür wir stehen. Leider haben wir deshalb auch nur wenige Helfer*innen, was umso bedauerlicher ist, da unsere Arbeit auf Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen wäre.