Vor der Bewerbung genau hinschauen: Meine Erfahrung bei Impact Acoustic, Littau Luzern
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt wurde bisher pünktlich bezahlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Parkplätze sind vorhanden, müssen jedoch von den Mitarbeitenden selbst bezahlt werden.
Es gibt regelmässig Mitarbeiterevents. Nach meiner Erfahrung sind diese allerdings nicht wirklich freiwillig, wenn man im Unternehmen gut dastehen möchte. Bei gewissen Anlässen wurde erwartet, dass man bleibt, bis die Gründer gehen. Wer früher geht oder nicht teilnimmt, kann dadurch aus meiner Sicht schnell als wenig engagiert wahrgenommen werden.
Insgesamt fehlten mir Transparenz, Vertrauen und ein Umfeld, in dem Mitarbeitende offen ihre Meinung äussern und Verantwortung übernehmen können. Stattdessen habe ich das Arbeitsverhältnis als zunehmend belastend und toxisch erlebt, in dem Anpassung und Zurückhaltung wichtiger erschienen als Offenheit und konstruktiver Austausch.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde vor allem für mehr Transparenz und klare Verantwortlichkeiten sorgen: Entscheidungen sollten stärker an die zuständigen Mitarbeitenden delegiert werden, statt bei Kleinigkeiten über die Gründer laufen zu müssen und die Schuld an die eigenen Mitarbeiter abzuschieben, um nach oben besser dazustehen.
Zudem würde ich verbindliche Kriterien für Boni und Karriereentwicklung schaffen und diese transparent kommunizieren. Kritik und Verbesserungsvorschläge sollten ausdrücklich erwünscht sein und ohne persönliche Konsequenzen geäussert werden können.
Auch Versprechen aus dem Bewerbungsprozess, insbesondere zu Homeoffice, Zusammenarbeit und Arbeitsbedingungen, sollten verbindlich und realistisch kommuniziert werden. Insgesamt würde ich eine Führungskultur fördern, in der Mitarbeitende Verantwortung übernehmen, offen widersprechen und Probleme ansprechen können, ohne Angst haben zu müssen, dadurch zum Problem zu werden.
Arbeitsatmosphäre
Im Bewerbungsgespräch wurden mir schnelle Entscheidungen, enge Zusammenarbeit und ein modernes Umfeld vermittelt. Meine Erfahrung war anders: Selbst kleine Entscheidungen mussten über die Gründer laufen, wodurch vieles lange dauerte.
Die Zusammenarbeit mit meiner Vorgesetzten war deutlich weniger eng als angekündigt. Fragen wurden mit „keine Zeit“ beantwortet, Verbesserungsvorschläge immer abgewiesen.
Den Führungsstil erlebte ich als hierarchisch und einschüchternd. Ich habe erlebt, wie Mitarbeitende im Open Space lautstark kritisiert wurden. In einem anderen Fall wurde eine Mitarbeiterin wegen einer Palette Haushaltspapier vor anderen angeschrien und danach längere Zeit ignoriert.
Mein Eindruck: Wer sich anpasst und wenig hinterfragt, kommt eher zurecht. Wer Kritik äussert oder Veränderungen anstossen möchte, gerät schnell unter Druck. Viele Mitarbeitende schienen zu viel Angst zu haben, sich gegenseitig offen zu unterstützen.
Gehalt/Benefits
Beim Thema Karriere und Gehalt fehlten mir aus meiner Erfahrung transparente und nachvollziehbare Kriterien. Bei Bonuszahlungen entstand bei mir der Eindruck, dass teilweise nach Gründen gesucht wurde, um eine Auszahlung nicht vornehmen zu müssen.
Auch Entwicklungsmöglichkeiten wurden aus meiner Sicht wenig konkret kommuniziert. Eigene Ideen und zusätzliche Verantwortung führten nicht automatisch zu mehr Gestaltungsspielraum. Für mich war dadurch schwer erkennbar, nach welchen Kriterien Leistung, Entwicklung und zusätzliche Verantwortung bewertet werden. Nach aussen wird ein sauberes Image gepflegt (darum 3 Sterne), aber entspricht meiner Beobachtung nach nicht der gelebten Realität.
Arbeitsbedingungen
Beim Homeoffice wurde mir im Bewerbungsgespräch eine Möglichkeit zugesagt, die für meine Position nach meinem Eintritt nicht vorgesehen war.
Die regelmässig im Büro anwesenden Hunde wurden ebenfalls nicht erwähnt. Sie bewegen sich frei im Büro, bellen Mitarbeitende lautstark an und urinieren hie und da auch auf den Teppich. Ihre Spielzeuge liegen überall herum.
Besonders widersprüchlich empfand ich eine Situation mit der Produktion: In einem globalen Meeting wurde angesprochen, dass es dort extrem heiss sei und Sonnenstoren benötigt würden. Die Antwort der Gründer: Dafür sei kein Geld vorhanden. Direkt danach wurde von einer privaten Yacht und deren luxuriöser Ausstattung erzählt, die im nächsten Monat fertig wird. Für mich zeigte diese Situation deutlich, welche Prioritäten ich im Arbeitsalltag erlebt habe. Die Sicherheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter schienen es aus meiner Erfahrung nicht zu sein. Somit hatte ich mehrheitlich den Eindruck, dass wirtschaftliche Ziele und Profitabilität stärker priorisiert wurden als die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden.
Gleichberechtigung
Unterschiedliche Meinungen und Perspektiven wurden aus meiner Erfahrung nicht als Bereicherung wahrgenommen. Eigene Ideen oder Kritik an bestehenden Prozessen wurden teilweise mit dem Hinweis zurückgewiesen, dass man das Business noch nicht ausreichend verstehe.
Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass Anpassung stärker gefragt ist als konstruktiver Widerspruch. Mitarbeitende schienen überaus vorsichtig zu sein, offen Stellung zu beziehen oder andere zu unterstützen.
Auch individuelle Bedürfnisse wurden aus meiner Sicht wenig berücksichtigt: Die Hunde der Eigentümer sind regelmässig im Büro und bewegen sich frei zwischen den Arbeitsplätzen. Im Bewerbungsprozess wurde dies nicht erwähnt. Für Menschen mit Hundeangst oder Allergie ist das eine relevante Information. Unterstützung vom Unternehmen gab es keine. Man kommt zurecht oder man kündigt. Im Sommer wird es extrem heiss. Eine Klimaanlage oder Sonnenschirme auf der Terrasse sind natürlich kein Thema.