Die Unternehmenskultur war für mich letztlich ausschlaggebend
Verbesserungsvorschläge
Die Unternehmenskultur war für mich letztlich ausschlaggebend
Ich habe mir lange überlegt, ob ich diese Bewertung schreiben soll. Letztlich denke ich aber, dass sie Bewerbern helfen kann, im Vorstellungsgespräch die richtigen Fragen zu stellen. Der Bewerbungsprozess hat auf mich zunächst einen sehr positiven Eindruck gemacht. Es wurden interessante Perspektiven aufgezeigt und es entstand das Gefühl, langfristig Teil eines Unternehmens mit Entwicklungsmöglichkeiten zu werden. Im Arbeitsalltag zeigte sich für mich jedoch ein anderes Bild. Deshalb würde ich jedem empfehlen, sich Zusagen und Erwartungen möglichst konkret erläutern zu lassen und nachzufragen, wie diese im Alltag tatsächlich umgesetzt werden.
Die grösste Herausforderung war für mich das Führungsverständnis. Eigenverantwortliches Arbeiten wurde zwar erwartet, gleichzeitig hatte ich häufig den Eindruck, dass viele Entscheidungen bis ins kleinste Detail begleitet oder korrigiert wurden. Dadurch entstand nicht selten Unsicherheit darüber, welche Eigeninitiative tatsächlich gewünscht ist. Für Mitarbeitende, die gerne Verantwortung übernehmen und selbstständig arbeiten, kann das auf Dauer anstrengend sein.
Interessant war auch zu beobachten, dass funktionierende Abläufe oft dann am besten liefen, wenn die beteiligten Mitarbeitenden ihre Aufgaben eigenständig erledigen konnten. Sobald zusätzliche Entscheidungsebenen hinzukamen, wirkten Prozesse auf mich teilweise unnötig kompliziert oder weniger effizient. Das mag eine Momentaufnahme gewesen sein, war für mich jedoch ein wiederkehrender Eindruck.
Was mich ebenfalls nachdenklich gemacht hat, war die personelle Dynamik. Während meiner Zeit im Unternehmen kamen und gingen auffallend viele Mitarbeitende. Natürlich hat jeder Wechsel seine eigenen Gründe, dennoch blieb bei mir der Eindruck zurück, dass personelle Veränderungen eher die Regel als die Ausnahme waren. Bewerber können sich hierzu im Gespräch vielleicht ein eigenes Bild machen und gezielt nach der durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit oder der Fluktuation fragen.
Der Umgang mit Mitarbeitenden empfand ich teilweise als wechselhaft. Über längere Zeit schien es immer wieder Personen zu geben, die besonders stark im Fokus von Kritik standen. Ob dieser Eindruck objektiv zutraf oder nicht, kann ich nicht beurteilen für das Arbeitsklima war diese Wahrnehmung aus meiner Sicht jedoch nicht förderlich.
Auch beim Thema Vergütung lagen meine Erwartungen und die Realität auseinander. Im Vergleich zu ähnlichen Positionen empfand ich das Gesamtpaket als wenig konkurrenzfähig. Entwicklungsmöglichkeiten schienen zudem häufig an Bedingungen geknüpft zu sein, die ich persönlich als wenig attraktiv empfand. Hier lohnt es sich aus meiner Sicht, die Rahmenbedingungen vor einer Unterschrift genau zu prüfen.
Positiv hervorheben möchte ich die Zusammenarbeit mit vielen Kolleginnen und Kollegen. Trotz der Rahmenbedingungen waren viele hilfsbereit und engagiert, was den Arbeitsalltag deutlich angenehmer gemacht hat.
Mein Fazit ist weder, dass alles schlecht war, noch dass dort niemand glücklich werden kann. Es gibt sicherlich Menschen, die mit dieser Art zu arbeiten gut zurechtkommen. Für mich persönlich haben jedoch die gelebte Führungskultur, die Diskrepanz zwischen Erwartungen und Realität sowie die langfristigen Entwicklungsperspektiven am Ende den Ausschlag gegeben, mich anderweitig zu orientieren.