Potenzial nicht ausgeschöpft - bei Weitem nicht!
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist grundsätzlich relativ gut, allerdings zeigen sich immer deutlicher strukturelle Probleme. Es gibt viele Mitarbeitende, die nicht mehr machen als unbedingt nötig. Dadurch entsteht zusätzliche Belastung für jene, die engagiert arbeiten und Verantwortung übernehmen möchten.
Seit einigen Änderungen in der Geschäftsleitung herrscht bei vielen langjährigen Mitarbeitenden spürbarer Frust. Entscheidungen werden nicht nachvollziehbar kommuniziert, und das Vertrauen in die Führung hat gelitten. Gleichzeitig übernehmen viele jüngere Mitarbeitende zu viele Aufgaben, obwohl ihnen dafür oft die nötige Erfahrung oder Kompetenz fehlt – was langfristig zu Fehlern, Überforderung und Spannungen führt.
In den regelmäßigen „Townhalls“ wird hingegen nur von einer durchweg positiven Stimmung berichtet. Die tatsächliche Situation im Arbeitsalltag wird dadurch nicht reflektiert, was das Gefühl verstärkt, dass Probleme nicht ernst genommen werden.
Image
Nach außen versucht das Unternehmen, ein modernes und attraktives Bild zu vermitteln – intern spüren viele Mitarbeitende davon jedoch wenig. Die offiziellen Kommunikationsformate zeichnen ein sehr positives, fast schon beschönigtes Bild, das mit der Realität im Arbeitsalltag oft nicht übereinstimmt.
Langjährige Mitarbeitende sehen die Entwicklung kritisch, und auch neue Kolleg:innen merken schnell, dass Anspruch und Wirklichkeit auseinandergehen. Das Image wirkt dadurch zunehmend künstlich und nicht authentisch.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist ohne Zweifel einer der stärksten Pluspunkte des Unternehmens. Arbeitszeiten sind gut planbar, kurzfristige Überstunden fallen selten an und werden in der Regel fair ausgeglichen. Wer klare Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben setzen möchte, kann das hier vergleichsweise gut umsetzen.
Auch flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, private Termine unkompliziert zu koordinieren, tragen dazu bei, dass sich der Arbeitsalltag gut mit dem Leben außerhalb der Firma vereinbaren lässt. Trotz der bestehenden Herausforderungen in anderen Bereichen bleibt die Work-Life-Balance ein deutlicher Vorteil des Unternehmens.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt zeigt sich klar, dass nur etwas passiert, wenn man selbst aktiv wird. Wer nicht regelmäßig nachhakt oder Druck macht, bekommt kaum Anpassungen oder Verbesserungen. Eine strukturierte, transparente Gehaltspolitik existiert nicht – vieles wirkt zufällig oder abhängig davon, wie laut man seine Anliegen äußert.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt hat in den vergangenen Jahren deutlich nachgelassen. Früher hatte man das Gefühl, dass der Zusammenhalt aktiv gefördert und auch von der Geschäftsleitung wertgeschätzt wurde. Es gab mehr Austausch, mehr Miteinander und spürbar mehr Identifikation mit dem Unternehmen.
Heute ist davon kaum noch etwas übrig. Strukturen, die Teamgeist stärken könnten, existieren faktisch nicht mehr. Abgesehen von einer einmal jährlich stattfindenden Weihnachtsfeier gibt es keine Initiativen, die das Wir-Gefühl fördern oder den Austausch zwischen den Mitarbeitenden unterstützen.
Kommunikation
Die Kommunikation ist eines der größten Probleme im Unternehmen. Wichtige Informationen werden häufig spät oder nur bruchstückhaft weitergegeben, sodass vieles über Flurfunk oder Vermutungen geklärt werden muss. Entscheidungen der Führung werden selten transparent erklärt, was Unsicherheit und Spekulationen fördert.
Zudem entsteht durch die ungleiche Aufgabenverteilung ein Informationsgefälle: Einige Mitarbeitende wissen deutlich mehr als andere, was zu Missverständnissen und unnötigen Reibungen führt. Rückfragen werden nicht immer ernst genommen oder nur halb beantwortet, wodurch dieselben Themen mehrfach geklärt werden müssen.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben gibt es im Unternehmen auf jeden Fall. Die Tätigkeiten sind abwechslungsreich, vielfältig und bieten ausreichend Möglichkeiten, sich einzubringen. Wer gerne eigenständig arbeitet und sich neuen Herausforderungen stellt, findet hier genug Stoff, der nicht monoton wird.