Starker Teamzusammenhalt und guter GMP-Einstieg, aber deutlicher Verbesserungsbedarf bei Führung und Entwicklung
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Sehr starker Kollegenzusammenhalt im Team mit gegenseitiger Unterstützung und offenem Wissensaustausch.
- Solider Einstieg für Berufseinsteiger mit interessanten Technologien und anfänglich guten Lernmöglichkeiten.
- Gute Sozialleistungen und grundsätzlich professionelle Arbeitsumgebung.
- Fachlich anspruchsvolles Umfeld, insbesondere im GMP-Bereich, mit steiler Lernkurve zu Beginn.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Stark hierarchische und wenig transparente Führungs- und Kommunikationskultur.
- Ausgeprägtes Mikromanagement und eingeschränkte Delegation von Verantwortung.
- Entwicklungsperspektiven werden kommuniziert, jedoch nicht nachhaltig umgesetzt.
- Gehaltsentwicklung hält mit zunehmender Verantwortung nicht Schritt und liegt im Branchenvergleich eher im unteren Segment.
- Work-Life-Balance und Arbeitsbedingungen sind stark reglementiert und wenig flexibel.
- Hohe Abhängigkeit von externen Ressourcen bei gleichzeitig unzureichender Wertschätzung interner Expertise.
Verbesserungsvorschläge
- Mehr Transparenz und Offenheit in Kommunikation und Entscheidungen.
- Weniger Mikromanagement, mehr Vertrauen und klare Delegation von Verantwortung.
- Verbindliche und tatsächlich umgesetzte Entwicklungs- und Karrierepfade.
- Marktgerechte Gehaltsentwicklung und stärkere Förderung interner Fachkompetenz.
- Flexiblere Arbeitsmodelle und modernere Rahmenbedingungen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im direkten Team war sehr gut und von starkem Zusammenhalt, gegenseitiger Unterstützung und Offenheit geprägt.
Die Gesamtatmosphäre wurde jedoch durch das Führungsumfeld belastet. Ausgeprägtes Mikromanagement, fehlende Klarheit im Führungsverhalten sowie uneinheitliche Linien auf Führungsebene führten zu Unsicherheiten und wirkten sich spürbar auf die Stimmung aus. Dadurch entstand insgesamt ein gemischtes Bild: ein sehr starkes Team, jedoch herausfordernde Rahmenbedingungen auf struktureller Ebene.
Image
Ich kannte das Unternehmen vorab nicht; auch darüber hinaus ist die Firma eher regional bekannt.
Work-Life-Balance
Es wurde mit vielen Ferientagen geworben, ein Teil dieser Tage war jedoch unbezahlt und konnte nur durch Überstunden kompensiert werden. Zusätzlich waren die regulären Ferientage verbindlich an Wartungs- bzw. Produktionsphasen gekoppelt, wodurch Urlaub zeitlich fix geregelt und kaum frei planbar war. Bei projekt- oder wartungsnahen Tätigkeiten war es je nach Aufgabe möglich, die Wartungsphase arbeitend zu überbrücken. Homeoffice war grundsätzlich mit einem Tag möglich; zwei Tage wurden nur in Ausnahmefällen gewährt und mussten fix definiert werden. Insgesamt war die Work-Life-Balance stark reglementiert und wenig flexibel.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsmöglichkeiten wurden früh in Aussicht gestellt und anfänglich auch durch Schulungen unterstützt, jedoch ebenso schnell wieder relativiert oder entzogen. Nach einer gewissen Anfangszeit wurden Anfragen zu Weiterentwicklung oder weiteren Schulungen teilweise ignoriert oder abgelehnt. Entwicklungspläne wirkten vorhanden, wurden im Arbeitsalltag jedoch nicht konsequent gelebt oder umgesetzt. Gespräche zu Weiterentwicklung und Verantwortung führten nicht zu klaren, verlässlichen Perspektiven; Entscheidungen wirkten situativ und wenig nachvollziehbar. Insgesamt fehlte eine transparente, stabile und vertrauensbasierte Grundlage für Karriereentwicklung.
Gehalt/Benefits
Die Sozialleistungen waren gut. Der Gehaltseinstieg nach dem Studium war angemessen, mit zunehmender Verantwortung entwickelte sich das Gehalt jedoch kaum weiter und musste über einen längeren Zeitraum aktiv eingefordert werden. Im Vergleich zu anderen Unternehmen im GMP-Umfeld lag das Gehaltsniveau eher im unteren Segment. Gleichzeitig bestand eine deutliche Diskrepanz zwischen internen Mitarbeitenden und externen Ressourcen. Dieses Verhältnis war intern wenig nachvollziehbar und wurde auch abteilungsübergreifend thematisiert, da ein wesentlicher Teil der fachlichen Arbeit, Koordination und Wissensvermittlung durch die internen Mitarbeitenden erfolgte und externe Ressourcen stark darauf angewiesen waren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltaspekte spielten im Arbeitsalltag eine eher untergeordnete Rolle, abgesehen von einzelnen Massnahmen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt im Team war hervorragend. Unabhängig von Führung oder Hierarchie unterstützte man sich gegenseitig, tauschte Wissen offen aus und arbeitete konstruktiv zusammen. Auch in herausfordernden Phasen war der Umgang respektvoll und lösungsorientiert. Dieser starke Teamzusammenhalt war einer der grössten positiven Aspekte und ein wesentlicher Grund, weshalb der Arbeitsalltag trotz struktureller Herausforderungen gut bewältigt werden konnte.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung und Know-how wurden respektiert und eingebunden.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten war insgesamt herausfordernd. Der Führungsstil war stark von Mikromanagement geprägt, bei gleichzeitig fehlender Klarheit und uneinheitlicher Linie. Entscheidungen wirkten häufig situativ und emotional geprägt, anstatt konsistent und sachlich getroffen zu werden und wurden zudem oft indirekt gefällt, wodurch Transparenz und Nachvollziehbarkeit litten. Aufgaben und Verantwortlichkeiten wurden nicht immer konsistent delegiert, sondern teilweise zentralisiert oder im Verlauf neu verteilt, was zu Unklarheiten in Rollen, Zuständigkeiten und Entwicklungsperspektiven führte. Konstruktives Feedback und abweichende fachliche Meinungen wurden nicht immer offen aufgenommen. Positiv hervorzuheben ist, dass am Ende einzelne offene Gespräche möglich waren und Themen angesprochen werden konnten, dies änderte jedoch wenig an den strukturellen Herausforderungen im Führungsalltag.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt zweckmässig. Ergonomische Massnahmen waren grundsätzlich vorgesehen, jedoch nur in standardisierter Form und nicht individuell auf persönliche Bedürfnisse ausgelegt. Standard-Arbeitsequipment war vorhanden, jedoch von einfacher Qualität und teilweise störanfällig. Zusätzliche oder individuell angepasste Arbeitsmittel waren nur eingeschränkt vorgesehen. Die Büroräumlichkeiten waren unterschiedlich ausgeprägt – von akzeptabel bis suboptimal. Eine Kantine war nicht vorhanden, lediglich Automatenlösungen standen zur Verfügung. Insgesamt funktional, jedoch weder modern noch besonders mitarbeiterorientiert. Aufgrund der schlechten ÖV-Anbindung und der 15min Entfernung zur Autobahn ist der Standort vor allem für nahe Anwohner attraktiv.
Kommunikation
Die Kommunikation war stark hierarchisch und wenig transparent. Abweichende fachliche Meinungen wurden nicht offen diskutiert, sondern häufig indirekt und über Umwege behandelt. Ein direkter, konstruktiver Austausch auf Augenhöhe war dadurch erschwert, was die offene Kommunikation im Arbeitsalltag deutlich beeinträchtigte. Vorgaben, Inhalte und Templates wurden mehrfach überarbeitet oder neu eingeführt, teilweise ohne ausreichende Einbindung des operativen Teamwissens. Dadurch fehlte oft ein klarer roter Faden, was zu Unklarheiten, Doppelarbeit und zusätzlichem Abstimmungsaufwand führte.
Gleichberechtigung
Keine Unterschiede oder Benachteiligungen wahrgenommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im GMP-Umfeld waren zu Beginn sehr spannend und vielseitig. Man erhielt früh viel Eigenverantwortung und konnte selbstständig arbeiten, was besonders für proaktive Mitarbeitende attraktiv ist, die wenig Anleitung oder Delegation benötigen. Durch die enge Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen bekommt man einen sehr guten Einblick in unterschiedliche Bereiche und lernt viel über Zusammenhänge, Prozesse und Technologien.
Im weiteren Verlauf hat sich das Aufgabenfeld jedoch deutlich verändert. Die Tätigkeit wurde zunehmend administrativ und monoton, unter anderem durch häufige Template-Wechsel, die zu Doppelarbeiten führten.