Interessante Aufgaben, aber zu wenig Ressourcen und zu wenig Nähe zur Realität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Möglichkeit, neue Technologien auszuprobieren und mit aktuellen Tools, Automatisierung und KI zu arbeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führung auf C-Level-Ebene. Aus meiner Sicht fehlt es dort teilweise an Nähe zum operativen Alltag und an einem realistischen Verständnis dafür, welche Auswirkungen strategische Entscheidungen auf die Mitarbeitenden, Ressourcen und Arbeitsbelastung haben.
Verbesserungsvorschläge
Wieder menschlicher werden. Weniger ausschliesslich auf Effizienz, Automatisierung und KI setzen und stattdessen stärker auf die Mitarbeitenden, realistische Arbeitsbelastung, Wertschätzung und ausreichende personelle Ressourcen achten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist angespannt. Aufgrund zu geringer personeller Ressourcen ist die Arbeitsbelastung sehr hoch, und viele Mitarbeitende wirken erschöpft. Es fehlt an ausreichenden Kapazitäten und Vertretungen, wodurch sich die Situation zusätzlich verschärft.
Kommunikation
Die Kommunikation erfolgt aus meiner Sicht stark Top-down. Entscheidungen werden teilweise ohne ausreichende fachliche Grundlage oder Einbezug der betroffenen Fachbereiche getroffen. Dadurch fehlt es häufig an Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist sehr gross. Gerade aufgrund der hohen Belastung unterstützt man sich gegenseitig stark, weil man im Arbeitsalltag oft vor allem aufeinander angewiesen ist.
Work-Life-Balance
Aufgrund des Mangels an personellen Ressourcen ist die Arbeitsbelastung sehr hoch. Trotz einer regulären Arbeitszeit von 8,5 Stunden wird häufig bis in die Abendstunden weitergearbeitet.
Gleichzeitig wird stark darauf gesetzt, dass KI und Automatisierung die fehlenden Kapazitäten kompensieren. Aus meiner Sicht entfaltet sich dieser Effekt in der Praxis jedoch nicht in dem Umfang, wie es vom Management erwartet wird. Dadurch bleibt die zusätzliche Belastung bei den Mitarbeitenden bestehen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten ist im persönlichen Umgang grundsätzlich freundlich. Kritischer wird es jedoch, wenn Entscheidungen mit den konkreten Auswirkungen in der Praxis konfrontiert werden. Aus meiner Sicht fehlt dann teilweise eine nachvollziehbare Antwort darauf, welche Folgen bestimmte Entscheidungen für die Mitarbeitenden, Prozesse und Arbeitsbelastung haben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant und abwechslungsreich. Problematisch ist jedoch die Menge der parallel gestarteten Themen. Da verschiedene Manager unterschiedliche Ziele und Prioritäten verfolgen, werden aus meiner Sicht zu viele Initiativen gleichzeitig angestossen. Gleichzeitig sind die personellen Ressourcen begrenzt, wodurch die Arbeitsbelastung unnötig hoch wird und der Fokus verloren geht.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht werden alle Mitarbeitenden grundsätzlich gleich behandelt. Das bedeutet allerdings auch, dass hohe Arbeitsbelastung, knappe Ressourcen und wenig Spielraum unabhängig von Geschlecht oder Position ähnlich wahrgenommen werden.
Umgang mit älteren Kollegen
Mein Eindruck ist, dass ältere beziehungsweise langjährige Mitarbeitende teilweise besser behandelt werden als jüngere Kolleginnen und Kollegen. Bei jüngeren Mitarbeitenden werden aus meiner Sicht häufiger höhere Flexibilität, zusätzliche Aufgaben und mehr Anpassungsbereitschaft vorausgesetzt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen empfinde ich als schlecht und teilweise nicht mehr zeitgemäss. Insbesondere im Zusammenspiel mit der hohen Arbeitsbelastung und den begrenzten personellen Ressourcen entsteht aus meiner Sicht ein Arbeitsumfeld, das den heutigen Anforderungen an moderne und nachhaltige Arbeitsbedingungen nicht ausreichend entspricht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf Umwelt- und Sozialthemen wird zwar aufmerksam gemacht, der eigene konkrete Beitrag des Unternehmens bleibt für mich jedoch wenig sichtbar. Ein Teil der kommunizierten CO₂-Einsparungen basiert aus meiner Sicht eher auf Leistungen oder Effekten anderer Unternehmen als auf direkt messbaren eigenen Massnahmen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist aus meiner Sicht in Ordnung. Die angebotenen Benefits empfinde ich hingegen als sehr schwach und wenig attraktiv. Insgesamt fehlt es aus meiner Sicht an modernen und wirklich spürbaren Zusatzleistungen, die über das normale Arbeitsverhältnis hinaus einen echten Mehrwert bieten.
Image
Das Image des Unternehmens empfinde ich insbesondere in der Region als sehr schlecht. Mit meiner Bewertung möchte ich deshalb auch dazu beitragen, dass sich Bewerberinnen und Bewerber ausserhalb der Region Zug ein möglichst realistisches Bild vom Arbeitsalltag und den Rahmenbedingungen machen können.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten empfinde ich als sehr begrenzt. Bestehende Positionen bleiben langfristig besetzt und neue Entwicklungsperspektiven oder weiterführende Rollen werden kaum geschaffen. Dadurch gibt es aus meiner Sicht wenig Möglichkeiten, intern aufzusteigen.
Auch bei Weiterbildungen sehe ich eine klare Einschränkung. Umfangreichere Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten scheinen vor allem auf Managementebene vorhanden zu sein, während sie für andere Mitarbeitende deutlich begrenzter sind.

