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Model 
AG
Bewertung

Ein kompliziertes Unternehmen ohne echte Wertschätzung und mit unklarer Führung.

1,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich Logistik / Materialwirtschaft bei Model AG in Niedergösgen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Mir fällt es wirklich nicht einfach, etwas aufzulisten.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Leider finde ich am Arbeitgeber fast alles schlecht. Die Benefits existieren kaum. Ich finde diese ausserdem schwach. Man sollte sich definitiv überlegen, diese anzupassen, da viele Punkte keine ''Benefits'' sind, sondern einfach Standard. Beispiele:

- Familienunternehmen mit flachen Hierarchien und schnellen Entscheidungswegen
- Interne Schulungen sowie Kostenbeteiligung bei externen Weiterbildungen
- Gleitende Arbeitszeiten mit Homeofficemöglichkeit
- Flexibles Ferienmodell, bis zu 6 Wochen Ferien
- Coffee 4free sowie kostenlose Früchte
- Kostenlose Parkplätze
- Diverse Mitarbeiterbenefits, z.B. bei Banken, Tankstellen und für Fitness-Abos

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge zu formulieren fällt schwer, da Feedback im Unternehmen kaum Gewicht hat. Mit meiner Bewertung möchte ich aber trotzdem potenzielle neue Mitarbeiter ''warnen''.

Arbeitsatmosphäre

Oft fühlt man sich unwohl und geht mit einem unguten Gefühl zur Arbeit, weil nie klar ist, welche Themen plötzlich aufkommen. Oft handelt es sich dabei um sehr unreife oder banale Punkte, die nichts mit dem eigentlichen Geschäft zu tun haben. Beispiele:

- Wenn man aus privaten Gründen nicht an einem Teamevent teilnehmen kann, wird man tagelang kritisiert und als ''unkollegial'' dargestellt.

- Es gibt Meetings mit negativem Feedback, weil die Webcam am ''falschen'' Monitor angebracht ist.

Solche Diskussionen entstehen fast täglich und vermitteln das Gefühl, ständig beobachtet und für Kleinigkeiten beurteilt zu werden.

Kommunikation

Die Kommunikation ist sehr intransparent. Wichtige Informationen, wie beispielsweise finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens, werden bewusst zurückgehalten. Über interne Kontakte erfährt man zwar verlässliche Details, doch beeinträchtigt dies das Vertrauen stark und vermittelt das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

Offizielle Informationen sind ansonsten selten und meist sehr oberflächlich. Zwar hört man regelmässig von den Erfolgen der Firma, zu personellen Themen gibt es allerdings praktisch keine Offenheit. Über Kündigungen darf generell nicht gesprochen werden und selbst einfache Nachfragen, ob eine bestimmte Person noch im Team ist, weil man sie länger nicht gesehen hat, gelten als unerwünscht.

Auch interne Entscheidungen werden nicht transparent kommuniziert. So wurde beispielsweise in unserer Abteilung an einem Freitagnachmittag ein neuer Mitarbeiter eingestellt, ohne dass wir zuvor von Vorstellungsgesprächen erfahren hatten. Am Montag stand die Person plötzlich im Büro. Das gesamte Team war überrascht.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter Kollegen ist stark abhängig von der Abteilung. In einigen Bereichen erlebt man wenig Unterstützung, sondern eher ein auf Eigeninteressen ausgerichtetes Verhalten. Ein echtes Miteinander oder gegenseitige Rückendeckung sind selten spürbar.

Gleichzeitig gab es Abteilungen, in denen die Zusammenarbeit sehr angenehm war. Die Mitarbeiter haben sich dort gegenseitig unterstützt, offen kommuniziert und gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist stark eingeschränkt. Urlaub lässt sich kaum so planen, wie es für einen selbst sinnvoll wäre. Selbst wenn man seine Urlaubstage frühzeitig einträgt und in dieser Zeit niemand sonst abwesend ist, gibt es oft lange Diskussionen – meist aus Prinzip. Die endgültige Bewilligung erhält man teilweise erst wenige Wochen vor dem geplanten Urlaub, was enormen Stress verursacht. Auch bei den Arbeitszeiten fehlt Flexibilität. Nicht weil es das Geschäft nicht zulassen würde, sondern weil es intern ständig Diskussionen gibt.

Beispiele: Startet man früh und geht nach der regulären Arbeitszeit, wird kritisiert, man sei ''zu früh'' gegangen. Baut man Überstunden auf, ist das ebenfalls unerwünscht. Beginnt man später und bleibt entsprechend länger, passt das wiederum auch nicht.

Für Büroangestellte ist Homeoffice kaum möglich, auch hier nicht aus prozessualen Gründen, sondern weil die Kultur dafür nicht bereit war. Möglicherweise hat sich das inzwischen verbessert, aber während meiner Zeit war es sehr restriktiv.

Vorgesetztenverhalten

In vielen Situationen fehlt es beim Vorgesetztenverhalten an Professionalität und Respekt. In fast jeder Abteilung kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen. Auch in unserem Team kam es bereits zu mehreren Diskussionen zwischen Mitarbeitenden und der Führungskraft, bei denen der Umgangston deutlich unter die respektvolle Grenze fiel.

Aus meiner Sicht trägt das Verhalten der Betriebsleitung stark zu dieser Atmosphäre bei. Kritik wird schnell persönlich genommen, Reaktionen fallen häufig impulsiv aus und ein professioneller Austausch ist dadurch kaum möglich. Diese Art der Führung erzeugt Unsicherheit und verhindert eine konstruktive Zusammenarbeit.

Meines Erachtens wäre es für das Unternehmen unerlässlich, die Betriebsleitung in Gösgen neu aufzustellen, um eine respektvolle und stabile Führungskultur zu ermöglichen.

Interessante Aufgaben

Grundsätzlich wären viele Aufgaben spannend, doch die Arbeitsweise wirkt in vielen Bereichen sehr veraltet. Die Prozesse erinnern teilweise an die 80er Jahre, was die tägliche Arbeit unnötig kompliziert macht. Zwar leistet die Firma einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit und hatte lange ein gutes Image, doch sie verliert zunehmend an Glaubwürdigkeit bei Kunden.

Mit moderneren Tools, einer zeitgemässen IT-Infrastruktur und weniger papierlastigen, umständlichen Abläufen könnten viele Tätigkeiten deutlich effizienter und attraktiver gestaltet werden. Das Potenzial ist vorhanden, wird jedoch durch veraltete Strukturen und komplizierte Prozesse ausgebremst.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung ist kaum vorhanden. Der Umgang wirkt oft bevorzugend und bestimmte Mitarbeitende erhalten deutlich bessere Chancen als andere, unabhängig von ihrer Qualifikation oder Leistung. Wer nicht in das bevorzugte Profil passt, hat es spürbar schwerer, sich zu entwickeln oder fair behandelt zu werden.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Mitarbeitenden wirkt wenig konsequent und nicht leistungsorientiert. Einige Kolleginnen und Kollegen sind seit vielen Jahren im Unternehmen, leisten aber wenig. Sie bleiben vor allem aus sozialen Gründen im Betrieb. Diese dürfen sich somit nicht beschweren.

Arbeitsbedingungen

Die Büros sind modern und angenehm gestaltet. Alles andere wirkt jedoch veraltet und nicht mehr zeitgemäss. Prozesse, Infrastruktur und Arbeitsmittel entsprechen in vielen Bereichen nicht den heutigen Standards und machen die tägliche Arbeit unnötig schwer.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Umwelt- und Sozialbewusstsein war einer der wenigen Bereiche, die einen grundsätzlich positiven Eindruck hinterlassen haben. Ich kann es nicht abschliessend beurteilen, aber das, was ich mitbekommen habe, wirkte gut.

Gehalt/Benefits

Unterdurchschnittlich

Image

Der äussere Eindruck ist etwas besser als die tatsächliche Welt.

Karriere/Weiterbildung

Absolut keine Möglichkeiten

HilfreichHilfreich?1Zustimmenstimmt zuMeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Michael UebersaxHead of HR; Mitglied der Geschäftsleitung

Liebe Kollegin
Lieber Kollege

Danke für Deine ausführliche Einschätzung - auch wenn Du mit vielen Punkten bei uns nicht zufrieden bist. Klar, es fällt immer leichter, eine positive Bewertung anzunehmen, als eine Bewertung, die kritisch ausfällt. Aber auch das bringt uns weiter, und durch Deine ausführlichen Beschreibungen hilfst Du uns, zu verstehen, wo wir Deiner Meinung nach uns weiter verbessern können. Hast Du Deine Punkte auch vor Ort anbringen können? Magst Du Dich bei mir für ein Gespräch melden, um mir damit zu helfen, noch besser zu verstehen? Das würde mich sehr freuen.

Alles Gute Dir, beruflich und privat, liebe Grüsse,
Michael Uebersax

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.