Hohe Fluktuation im Bundesasylzentrum BASEL hat einen Grund – toxische Führungen und fehlende Wertschätzung
Verbesserungsvorschläge
Das ganze Leitungsteam des Bundesasylzentrum Basel durch externe und kompetente Fachperson ersetzen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist angespannt und wenig wertschätzend. Der Arbeitsalltag wird von Misstrauen untereinander sowie gegenüber den Vorgesetzten begleitet. Dadurch entsteht ein belastendes Arbeitsklima, in dem man sich nicht wohl und nicht sicher fühlt. Eine offene, faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist kaum vorhanden.
Kommunikation
Katastrophal…
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Kollegenzusammenhalt ist kaum vorhanden. Statt eines Miteinanders herrscht ein Gegeneinander. Viele Mitarbeitende versuchen, sich durch das Bloßstellen oder Melden von Fehlern anderer bei der Pflegeleitung in ein besseres Licht zu rücken. Offenheit und Vertrauen fehlen, stattdessen wird viel übereinander gesprochen.
Work-Life-Balance
Ein Vorteil ist, dass kein Schichtdienst anfällt und Wochenend- sowie Feiertagseinsätze vergleichsweise selten sind. Gleichzeitig fällt regelmässig Überzeit an, die jedoch kaum oder gar nicht zeitnah kompensiert werden kann. Dadurch leidet die Work-Life-Balance trotz der geregelten Arbeitszeiten.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten wirken überfordert und dieser Führungsaufgabe nicht gewachsen. Trotz einer seit längerer Zeit hohen Fluktuation und zahlreicher Kündigungen neuer Mitarbeitender werden die Ursachen nicht nachhaltig angegangen. Statt das eigene Führungsverhalten kritisch zu hinterfragen, werden dieselben Probleme immer wieder angesprochen, ohne dass sich etwas verändert. Zudem entsteht der Eindruck, dass einzelne Mitarbeitende bevorzugt werden, während andere ungleich behandelt werden. Kritik wird nur bedingt angenommen, Selbstreflexion ist kaum erkennbar. Das Führungsverhalten wirkt insgesamt wenig professionell und wenig lösungsorientiert.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeit im Asylzentrum ist grundsätzlich spannend und abwechslungsreich. Im Pflegealltag gibt es verschiedene Einsatzbereiche, in denen man – je nach Tag und Möglichkeit – eingesetzt werden oder sich einbringen kann. Dadurch entsteht eine gewisse Abwechslung im Arbeitsalltag
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist aus meiner Sicht nicht gegeben. Einzelne Mitarbeitende werden deutlich bevorzugt, während auf die Anliegen anderer weniger eingegangen wird. Dies zeigt sich beispielsweise bei Dienst- und Ferienwünschen, Entwicklungsmöglichkeiten oder der Vergabe von Sonderaufgaben. Es entsteht der Eindruck, dass persönliche Sympathien einen grösseren Einfluss haben als eine faire und transparente Behandlung aller Mitarbeitenden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind verbesserungswürdig. Insbesondere im medizinischen Arbeitsbereich gibt es weder ein Lavabo noch fliessendes Wasser, sodass das Händewaschen oder das Auffüllen von Trinkwasser nicht direkt am Arbeitsplatz möglich ist. Mitarbeitende müssen dafür andere Räumlichkeiten aufsuchen. Ein ruhiger und sauberer Pausenraum fehlt ebenfalls, da der Aufenthaltsbereich mit anderen Bereichen beziehungsweise einer öffentlichen Küche geteilt wird. Die Belüftung der Räumlichkeiten ist unzureichend. Im Sommer wird es sehr heiss, und die Fenster lassen sich nicht ausreichend öffnen, sodass ein richtiges Durchlüften kaum möglich ist. Zudem stehen keine abschliessbaren Garderoben oder persönlichen Schränke zur Verfügung, um private Gegenstände sicher zu verstauen.
Auch die Dokumentation ist aus meiner Sicht unzureichend. Es wird überwiegend mit einer Excel-Tabelle gearbeitet, die für eine professionelle Pflegedokumentation nicht geeignet ist und bei der es regelmässig zu Problemen kommt. Eine strukturierte, zeitgemässe Pflegedokumentation als Bestandteil der Qualitätssicherung fehlt weitgehend. Zudem bestehen aus meiner Sicht Fragen hinsichtlich der Praktik
Gehalt/Benefits
Der Lohn ist im Vergleich zu vielen Spitälern grundsätzlich attraktiv. Ob jemand zehn oder zwanzig Jahre Berufserfahrung mitbringt, spielt bei der Lohnhöhe kaum eine Rolle. Eine erkennbare Lohnentwicklung gibt es praktisch nicht. Zuschläge für Wochenend- oder Feiertagseinsätze gibt es nicht. Die Sozialleistungen fallen eher bescheiden aus und zusätzliche Benefits sind kaum vorhanden. Es stehen weder Parkplätze für Mitarbeitende noch nennenswerte Vergünstigungen zur Verfügung, und auch eine eigene Kantine gibt es nicht.
Image
Das Image als Arbeitgeber ist aus meiner Sicht schlecht. Von vielen ehemaligen Mitarbeitenden hört man, dass sie froh sind, das Unternehmen verlassen zu haben. Dieses negative Bild beschränkt sich nicht nur auf den Pflegebereich, sondern wird auch von Mitarbeitenden aus anderen Berufsgruppen wie der Betreuung oder der Sozialpädagogik berichtet. Auch ausserhalb des Unternehmens wird häufig kritisch über die Arbeitsbedingungen und die Führung gesprochen.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten sind nur sehr eingeschränkt vorhanden. Wer dort arbeitet, bleibt in der Regel über Jahre in derselben Funktion. Gezielte Förderprogramme oder klare Entwicklungsperspektiven sind nicht erkennbar. Auch Weiterbildungen werden kaum aktiv unterstützt oder gefördert. Führungspositionen scheinen langfristig besetzt zu sein, wodurch Aufstiegsmöglichkeiten praktisch nicht bestehen.
