Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv finde ich, dass das Unternehmen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet und man im Asylbereich wertvolle berufliche und persönliche Erfahrungen sammeln kann.
Die Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Herkunft ist abwechslungsreich, interessant und sinnvoll. Man lernt, Verantwortung zu übernehmen, mit schwierigen Situationen umzugehen und selbstständig Lösungen zu finden.
Auch die Möglichkeit, verschiedene Kulturen kennenzulernen und Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, habe ich sehr geschätzt.
Die eigentliche Tätigkeit hat mir Freude bereitet. Leider wurden diese positiven Aspekte durch meine Erfahrungen mit der Führung und den internen Strukturen teilweise überschattet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders negativ empfand ich den Umgang gewisser Vorgesetzter mit den Mitarbeitenden sowie die mangelnde Transparenz und Fairness innerhalb des Unternehmens.
Meiner Erfahrung nach wurden Beschwerden und Anliegen von Mitarbeitenden nicht immer ernst genommen. Wenn man problematisches Verhalten von Vorgesetzten ansprach, hatte man häufig den Eindruck, dass solche Situationen heruntergespielt, abgestritten oder gegenüber der HR-Abteilung nicht vollständig dargestellt wurden.
Besonders enttäuschend war für mich das Gefühl, dass für Führungskräfte andere Regeln gelten als für normale Mitarbeitende. Während Vorgesetzte sich aus meiner Sicht vieles erlauben konnten, mussten Mitarbeitende befürchten, dass offene Kritik oder das Ansprechen von Problemen negative Konsequenzen haben könnte.
Auch der Umgang mit psychischen Belastungen und gesundheitlichen Anliegen hat mich enttäuscht. Gerade in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld sollte das Wohlbefinden der Mitarbeitenden ernst genommen werden.
Ich finde es schade, dass ein Unternehmen, das nach aussen Menschlichkeit, Respekt und soziale Verantwortung vertritt, diese Werte nach meiner persönlichen Erfahrung nicht immer gegenüber den eigenen Mitarbeitenden lebt.
Am meisten enttäuscht hat mich nicht die Arbeit selbst, sondern der Umgang mit den Menschen, die diese Arbeit täglich leisten.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde dem Unternehmen empfehlen, den Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden und insbesondere das Führungsverhalten kritisch zu überdenken.
Beschwerden und Anliegen von Mitarbeitenden sollten ernst genommen, objektiv geprüft und transparent behandelt werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Führungskräfte grundsätzlich geschützt werden, während normale Mitarbeitende mit ihren Problemen allein gelassen werden.
Die HR-Abteilung sollte für alle Mitarbeitenden eine unabhängige und vertrauenswürdige Anlaufstelle sein. Probleme sollten nicht verschwiegen, heruntergespielt oder einseitig dargestellt werden. Auch das Verhalten von Vorgesetzten sollte regelmässig überprüft werden, denn Führungsverantwortung bedeutet nicht, dass man sich alles erlauben darf.
Ausserdem sollte das Unternehmen mehr Wert auf die psychische Gesundheit seiner Mitarbeitenden legen. Wer täglich in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld tätig ist, braucht Unterstützung, Verständnis und faire Arbeitsbedingungen statt zusätzlichen Druck.
Auch bei Weiterbildungen wären praxisnahe Lösungen wünschenswert. Online-Schulungen sollten nach Möglichkeit in einer ruhigen Umgebung und auch von zu Hause aus absolviert werden können.
Mein wichtigster Verbesserungsvorschlag ist jedoch, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der Respekt, Ehrlichkeit, Gleichberechtigung und Wertschätzung nicht nur nach aussen kommuniziert, sondern auch intern gelebt werden.
Mitarbeitende sollten keine Angst haben müssen, ihre Meinung zu äussern, Probleme anzusprechen oder ihre Rechte wahrzunehmen. Gute Führung zeigt sich nicht durch Macht, sondern durch Fairness, Verantwortungsbewusstsein und den respektvollen Umgang mit Menschen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war leider sehr belastend. Statt gegenseitigem Respekt und Unterstützung herrschten häufig Druck, Unsicherheit und mangelndes Vertrauen. Die Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden war aus meiner Sicht unzureichend. Kritik wurde nicht immer konstruktiv aufgenommen, was sich negativ auf das Arbeitsklima und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden auswirkte.
Image
Nach aussen präsentiert sich ORS als professionelles und sozial verantwortungsbewusstes Unternehmen, das grossen Wert auf Menschlichkeit, Respekt und Fairness legt. Meine persönlichen Erfahrungen als Mitarbeiterin haben mir jedoch teilweise ein anderes Bild vermittelt.
Meiner Meinung nach besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen den Werten, die das Unternehmen öffentlich vertritt, und dem tatsächlichen Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden.
Besonders enttäuschend finde ich, dass Beschwerden und Anliegen von Mitarbeitenden aus meiner Sicht nicht immer ernst genommen werden und das Verhalten gewisser Vorgesetzter nicht ausreichend hinterfragt wird.
Ein gutes Image sollte nicht nur durch die öffentliche Darstellung entstehen, sondern vor allem durch einen respektvollen, ehrlichen und fairen Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden. Vertrauen und Glaubwürdigkeit müssen auch innerhalb des Unternehmens gelebt werden.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war aus meiner Sicht nicht zufriedenstellend. Durch die hohe psychische Belastung, den Arbeitsdruck und die teilweise mangelnde Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden war es schwierig, Beruf und Privatleben in Einklang zu bringen. Besonders belastend empfand ich den Umgang mit gesundheitlichen Anliegen. Ich hätte mir mehr Verständnis, Flexibilität und Wertschätzung seitens der Vorgesetzten gewünscht.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich wurden zahlreiche Weiterbildungen angeboten, was ich positiv finde. Allerdings war die Organisation dieser Weiterbildungen aus meiner Sicht nicht immer sinnvoll.
In manchen Zentren mussten Mitarbeitende extra vor Ort erscheinen, um Online-Weiterbildungen zu absolvieren. Diese Regelung halte ich persönlich für wenig durchdacht und unverständlich.
Wenn ich an einer Weiterbildung teilnehme, möchte ich mich in Ruhe auf die Lerninhalte konzentrieren können. In einem Asylzentrum mit rund 200 Asylsuchenden, in dem ständig Mitarbeitende das Büro betreten und es regelmässig zu Unterbrechungen kommt, ist konzentriertes Lernen kaum möglich.
Meiner Meinung nach sollten Online-Weiterbildungen, sofern keine Anwesenheit aus organisatorischen Gründen erforderlich ist, auch von zu Hause aus absolviert werden dürfen. Entscheidend sollte schliesslich sein, dass die Mitarbeitenden die Inhalte verstehen und erfolgreich lernen können, und nicht, an welchem Ort sie vor dem Computer sitzen.
Ich würde mir wünschen, dass solche Entscheidungen in Zukunft praxisnäher getroffen werden und die tatsächlichen Lernbedingungen stärker berücksichtigt werden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist meiner Meinung nach im Verhältnis zur Verantwortung, zur psychischen Belastung und zu den täglichen Herausforderungen im Asylbereich nicht angemessen.
Die Mitarbeitenden übernehmen täglich eine grosse Verantwortung und müssen häufig mit schwierigen und belastenden Situationen umgehen. Trotzdem hatte ich den Eindruck, dass dieser Einsatz finanziell nicht ausreichend anerkannt wird.
Besonders enttäuschend finde ich, dass die Anforderungen an die Mitarbeitenden hoch sind, während die Wertschätzung und die finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten aus meiner Sicht begrenzt bleiben.
Eine faire Entlöhnung sollte nicht nur die geleisteten Arbeitsstunden berücksichtigen, sondern auch die Verantwortung, die Belastung und das Engagement der Mitarbeitenden widerspiegeln.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach aussen präsentiert sich das Unternehmen als sozial verantwortungsbewusst und legt grossen Wert auf Menschlichkeit, Respekt und Unterstützung. Meiner persönlichen Erfahrung nach werden diese Werte jedoch im Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden nicht immer umgesetzt.
Besonders enttäuschend finde ich, dass ein Unternehmen, das täglich mit schutzbedürftigen Menschen arbeitet, aus meiner Sicht teilweise zu wenig Verständnis und Fürsorge gegenüber den eigenen Mitarbeitenden zeigt. Psychische Belastungen, gesundheitliche Anliegen und Beschwerden sollten ernst genommen werden.
Soziale Verantwortung beginnt für mich nicht nur bei den Menschen, die betreut werden, sondern auch bei den eigenen Mitarbeitenden. Ein Unternehmen sollte die Werte, die es nach aussen vertritt, auch intern konsequent leben.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war aus meiner Sicht leider nicht immer gegeben. Statt gegenseitiger Unterstützung und Vertrauen gab es teilweise Spannungen, Unsicherheit und fehlende Offenheit im Team. Es entstand gelegentlich der Eindruck, dass persönliche Interessen wichtiger waren als eine gute Zusammenarbeit. Besonders in schwierigen Situationen hätte ich mir mehr Zusammenhalt, Ehrlichkeit und gegenseitige Unterstützung gewünscht.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war aus meiner Sicht sehr enttäuschend und teilweise unprofessionell. Wenn Mitarbeitende Probleme, Beschwerden oder unangemessenes Verhalten von Führungskräften ansprechen, entsteht häufig der Eindruck, dass diese Anliegen nicht ernst genommen oder gegenüber der HR-Abteilung verschwiegen werden.
Meiner Erfahrung nach können sich gewisse Vorgesetzte Verhaltensweisen erlauben, die bei normalen Mitarbeitenden niemals akzeptiert würden. Werden solche Vorfälle angesprochen, werden sie häufig abgestritten, heruntergespielt oder so dargestellt, als hätte sich alles ganz anders abgespielt.
Es entsteht der Eindruck, dass für Führungskräfte andere Regeln gelten als für Mitarbeitende. Während Vorgesetzte kaum Konsequenzen befürchten müssen, haben Mitarbeitende oft das Gefühl, sich nicht offen äussern oder ihre Rechte einfordern zu können, ohne negative Folgen befürchten zu müssen.
Von einem professionellen Unternehmen erwarte ich, dass für alle dieselben Regeln gelten, Beschwerden ernst genommen und Führungskräfte genauso zur Verantwortung gezogen werden wie Mitarbeitende. Respekt, Fairness und Transparenz sollten unabhängig von der Position selbstverständlic
Arbeitsbedingungen
Meiner Meinung nach sollte langjährige Berufserfahrung stärker geschätzt und respektiert werden. Auch ältere Mitarbeitende verdienen Wertschätzung, faire Behandlung und die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und Kenntnisse einzubringen. Ich hatte teilweise den Eindruck, dass die Erfahrung und das Engagement langjähriger Mitarbeitender nicht ausreichend anerkannt wurden. Respekt und Fairness sollten unabhängig vom Alter selbstverständlich sein.
Kommunikation
Die Kommunikation zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden war aus meiner Sicht sehr mangelhaft. Wichtige Informationen wurden nicht immer transparent weitergegeben, und Entscheidungen waren häufig nicht nachvollziehbar. Anstatt Probleme offen und konstruktiv anzusprechen, entstand oft der Eindruck, dass über Mitarbeitende gesprochen wurde, statt direkt mit ihnen. Kritik und Anliegen wurden nicht ausreichend ernst genommen. Eine respektvolle, ehrliche und transparente Kommunikation seitens der Führungskräfte habe ich leider häufig vermisst.
Gleichberechtigung
Von echter Gleichberechtigung habe ich während meiner Tätigkeit leider wenig gespürt. Aus meiner Sicht wurden nicht alle Mitarbeitenden gleich behandelt. Es entstand häufig der Eindruck, dass bestimmte Personen bevorzugt wurden, während andere für ähnliche Situationen kritisiert oder zur Verantwortung gezogen wurden.
Besonders auffällig war für mich die unterschiedliche Behandlung von Führungskräften und normalen Mitarbeitenden. Während sich Vorgesetzte vieles erlauben konnten, mussten Mitarbeitende mit negativen Konsequenzen rechnen, wenn sie ihre Meinung äusserten oder auf Missstände aufmerksam machten.
Gleichberechtigung sollte nicht nur auf dem Papier existieren, sondern im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden. Alle Mitarbeitenden verdienen unabhängig von ihrer Position den gleichen Respekt, faire Behandlung und die Möglichkeit, ihre Anliegen ohne Angst vor negativen Folgen anzusprechen.
Interessante Aufgaben
Die Arbeit im Asylbereich an sich ist interessant, abwechslungsreich und sinnvoll. Der Kontakt mit Menschen unterschiedlicher Herkunft sowie die täglichen Herausforderungen bieten viele Möglichkeiten, wertvolle Erfahrungen zu sammeln und sich persönlich weiterzuentwickeln.
Leider werden diese positiven Aspekte durch die internen Strukturen und das Verhalten gewisser Vorgesetzter stark beeinträchtigt. Statt sich vollständig auf die eigentlichen Aufgaben und die Betreuung der Menschen konzentrieren zu können, muss man sich teilweise mit unnötigen internen Konflikten und organisatorischen Problemen beschäftigen.
Die Tätigkeit selbst hat viel Potenzial und kann sehr erfüllend sein. Allerdings hängt die tatsächliche Arbeitszufriedenheit stark vom jeweiligen Team und der Führung ab.