Gut am Arbeitgeber finde ich
- Interne Weiterbildungsmöglichkeiten
- Guter Zusammenhalt unter Lernenden & finde es cool, dass die Firma so viele Lernende beschäftigt
- Einige gute (festangestellte) Arbeitskollegen und Berufsbildner
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenn ich ganz ehrlich bin, war meine Lehrzeit bei der Schelling vermutlich die schlimmste Zeit meines Lebens.
Es wurde unglaublich viel gelästert, was mich mental stark belastet hat. Vertrauliche Gespräche und Informationen wurden nicht vertraulich behandelt. Ich wurde sogar von Mitarbeitenden auf Dinge angesprochen, die eigentlich nur dem HR bekannt sein sollten.
Einige deutlich ältere Mitarbeitende machten mich regelmässig runter, redeten schlecht über mich, beschuldigten mich ungerecht und gaben nur dann Feedback, wenn es negativ war. Das war zwar nicht in allen Abteilungen gleich, kam aber oft genug vor, dass ich mich fast dauerhaft miserabel fühlte.
Von mir wurde teilweise dasselbe Wissen und Können erwartet wie von erfahrenen Festangestellten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine Situation, in der mich eine Abteilungsleiterin passiv-aggressiv kritisierte, weil ich mit 16 noch nicht wusste, welchen beruflichen Weg ich einschlagen möchte. Ihr wörtlicher Kommentar: „Also ich wusste schon mit 12, was ich in der Zukunft genau tun will! Du solltest das auch schon wissen, sonst bleibst du so ziellos wie jetzt.“ Solche Aussagen waren leider keine Seltenheit.
Das Klima ist extrem toxisch, besonders belastend für Jugendliche die bisher noch keine Erfahrungen mit der Berufswelt gemacht hatten. Besonders als jemand, der bereits Erfahrungen mit Mobbing gemacht hatte, fühlte es sich wieder genauso an - nur dass die Mobber diesmal Erwachsene über 40 waren. Erst nachdem ich die Firma verlassen hatte, wurde mir bewusst, dass ein solches Umfeld in der Berufswelt nicht normal ist und erst dann konnte ich mich weiterentwickeln.
Das Unternehmen hätte eigentlich das Potenzial für ein gesundes und unterstützendes Arbeitsklima. Sehr schade.
Verbesserungsvorschläge
- Es muss unbedingt etwas am negativen Arbeitsklima gemacht werden (mehr unter "Schlecht am Arbeitgeber finde ich.."). Leider hängt vieles von den Mitarbeitenden ab.
- Es muss 1000x besser kommuniziert werden. Die meiste Kommunikation findet hinter dem Rücken statt.
- Eine allgemeine DU-Kultur wäre cool. Zumindest als Lernende:r musste man viele Leute Siezen.
Arbeitsatmosphäre
In manchen Abteilungen entspannt, in anderen extrem angespannt
Karrierechancen
Ich denke, man hat als Mitarbeiter:in gute Chancen, um sich intern weiterzuentwickeln
Arbeitszeiten
Arbeitszeiten waren oftmals eher unflexibel, was akzeptierbar war, aber es wurde bei der Zeiterfassung von Vorgesetzten und Kollegen jeweils so extrem geschaut, dass es einen unangenehmen Stress/Druck rund um das Thema gab
Ausbildungsvergütung
Tiefer Lehrlingslohn, Schulbücher wurden nicht bezahlt. Wenn man das HR fragte, warum die Lernenden im neuen Jahr einen höheren Lohn erhalten (und man selbst auf dem tieferen Lohnniveau bleibt), wurde man zusammengestaucht, warum man sich über seinen Lohn austauscht und dass man das nicht tun soll. Keine Antwort auf die Frage
Die Ausbilder
kam sehr auf die Abteilung an
Spaßfaktor
Meist toller Zusammenhalt unter Lernenden, aber Spass ausserhalb von Pausen war eher unerwünscht (z.B. Konversationen während der Arbeit, auch wenn man gerade keine Aufgaben hatte)
Aufgaben/Tätigkeiten
Je nach Abteilung von extrem langweilig bis ok/eher spannend
Variation
Arbeiten waren je nach Abteilung gar nicht bis teilweise variierend
Respekt
Von manchen Führungspersonen leider sehr schlecht