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Securitas 
AG
Bewertung

"Quantität vor Qualität"

2,0
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Securitas AG Schweizerische Bewachungsgesellschaft in Luzern gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Lohn wird zuverlässig und pünktlich ausbezahlt. Positiv hervorzuheben sind zudem die Weiterbildungsmöglichkeiten, insbesondere die Unterstützung bei anerkannten Abschlüssen, bei denen die Kosten in der Regel vom Unternehmen übernommen werden.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Negativ fällt vor allem das Verhalten vieler Vorgesetzter auf. Zahlreiche Führungskräfte wirken auf ihren Positionen überfordert und beschränken sich im Wesentlichen auf den formalen Aspekt ihrer Rolle. Konstruktive Führung, Präsenz oder Lösungsorientierung sind häufig nicht erkennbar.

Probleme werden oft nicht sachlich geklärt, sondern über formelle oder scharf formulierte E-Mails abgehandelt. Kritisches Feedback von Mitarbeitenden wird teilweise nicht akzeptiert und kann negative Konsequenzen nach sich ziehen.

Zudem entsteht der Eindruck, dass persönliche Beziehungen und Loyalität gegenüber einzelnen Führungspersonen stärker gewichtet werden als Leistung oder Fachkompetenz. Entscheidungen wirken dadurch teilweise willkürlich und wenig transparent.

Verbesserungsvorschläge

Die Führungsqualität sollte stärker überprüft und messbar gemacht werden. Bereits grundlegende organisatorische Aufgaben, wie zum Beispiel das Setzen eines korrekten TAGS auf dem Objekt, funktionieren teilweise nicht.

Darüber hinaus wären fünf Wochen Ferien zeitgemäß. Auch transparente und verbindliche Lohnanpassungen, beispielsweise nach zwölf Jahren Betriebszugehörigkeit, würden zur Mitarbeiterbindung beitragen.

Die aktuelle Arbeitszeitbelastung ist mit rund 2’230 Jahresstunden bei einer Vollzeitstelle zu hoch und sollte reduziert werden, um langfristig Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden zu sichern.

Arbeitsatmosphäre

Grundsätzlich ist die Arbeitsatmosphäre nicht schlecht und der Umgang unter Kollegen meist in Ordnung. Allerdings fällt auf, dass sich regelmäßig viele Mitarbeitende krankmelden, wenn ihnen der Arbeitstag oder die eingeteilte Zeit nicht passt. Das führt zu Mehrbelastung für die übrigen Kollegen und wirkt sich negativ auf das Teamgefüge aus.

Aus meiner Sicht reagiert das Unternehmen hier zu zögerlich und greift zu selten konsequent durch, was langfristig die Motivation der zuverlässig arbeitenden Mitarbeitenden beeinträchtigt.

Kommunikation

Sehr schwache Kommunikation auf allen Ebenen. Informationen fehlen, kommen zu spät oder widersprechen sich. In diesem Zeitalter ist das nicht mehr akzeptabel.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt ist stark vom jeweiligen Dienstort abhängig. Dort, wo ein direkter Vorgesetzter regelmäßig vor Ort ist, funktioniert die Zusammenarbeit gut und es herrscht ein ordentlicher Teamgeist.

An Dienstorten ohne direkte Führung läuft der Betrieb hingegen deutlich schlechter. Abläufe sind unkoordiniert und der Zusammenhalt leidet spürbar. Höhere Vorgesetzte sind zwar vereinzelt direkt auf Objekten tätig, dies betrifft jedoch nur sehr wenige Standorte und hat insgesamt kaum Wirkung.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance ist aus meiner Sicht sehr schlecht. Wochen mit rund 55 Arbeitsstunden sind keine Seltenheit. Zusätzlich wird man von der Personalplanung nahezu täglich kontaktiert – auch außerhalb der vereinbarten und verfügbaren Arbeitszeiten.

Zwar gibt es Mitarbeitende, die es schätzen, häufig angerufen zu werden und viele Stunden zu sammeln, für mich ist dieses Vorgehen jedoch nicht nachvollziehbar. Eine klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit findet kaum statt.

Vorgesetztenverhalten

Ab der Stufe Sektorchef ist das Führungsverhalten aus meiner Sicht überwiegend schwach. Viele Vorgesetzte sind kaum auf den Objekten präsent, sondern hauptsächlich im Büro tätig und versuchen dennoch, Abläufe vor Ort zu bewerten oder vorzugeben. Das wirkt realitätsfern und wenig hilfreich.

Ein Großteil der Führungskräfte beschränkt sich leider auf administrative Aufgaben, ohne echte Führungsverantwortung wahrzunehmen. Dieses Bild variiert zwar je nach Arbeitsregion, in einigen Regionen ist die Situation jedoch besonders angespannt.

In Luzern gibt es beispielsweise nur eine Leitung für mehrere Bereiche. Das mag aus Kostensicht effizient sein, geht jedoch klar zulasten der Qualität. Der Fokus liegt zunehmend auf Quantität statt auf Qualität.

Interessante Aufgaben

Interessante und abwechslungsreiche Aufgaben sind grundsätzlich vorhanden, werden jedoch überwiegend langjährigen Mitarbeitenden übertragen. Als neuer Mitarbeitender hat man kaum Chancen, früh Verantwortung zu übernehmen oder sich in spannendere Tätigkeiten einzuarbeiten.

Erwartet wird vor allem Anpassungsbereitschaft und Zurückhaltung. Wer unauffällig bleibt und zusätzliche Aufgaben ohne Widerspruch übernimmt, erhält mit der Zeit eher Zugang zu interessanteren Tätigkeiten. Ein transparentes oder leistungsorientiertes System ist dabei nicht erkennbar.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung ist nur bedingt gegeben. In der Praxis hängt vieles davon ab, wie man beim zuständigen Sektorchef persönlich wahrgenommen wird. Entweder man passt ins Bild, oder man wird entsprechend behandelt und stärker belastet.

Entscheidungen wirken dadurch teilweise subjektiv und nicht immer nachvollziehbar. Eine konsequent einheitliche und faire Behandlung aller Mitarbeitenden ist nicht überall erkennbar.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt sehr schlecht. Es gelten vier Wochen Ferien sowie ein Mindestlohn gemäß dem geltenden GAV. Darüber hinaus wird konsequent nur das absolute Minimum umgesetzt.

Im Arbeitsvertrag können mehrere Arbeitsorte festgelegt werden, was in der Praxis dazu führt, dass Spesen umgangen werden. Zusätzlich kann der Arbeitsort mehrmals pro Jahr gewechselt wechselt werden.

Positiv hervorzuheben ist die eintägige Ausbildung, die zumindest eine grundlegende Einführung bietet und in Ordnung ist.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es werden E-Autos gefahren

Gehalt/Benefits

Gehalt und Sozialleistungen bewegen sich konsequent auf dem absoluten Minimum. Es wird lediglich das gezahlt, was vorgeschrieben ist, ohne zusätzliche Leistungen oder Anreize.

Image

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen professionell und gut organisiert. Intern zeichnet sich jedoch ein anderes Bild. Unter den Mitarbeitenden ist das Image deutlich schlechter, da viele Abläufe, Entscheidungen und Arbeitsbedingungen nicht mit dem äußeren Auftritt übereinstimmt.

Die Diskrepanz zwischen Außenwirkung und interner Realität ist spürbar und sorgt für Unzufriedenheit.

Karriere/Weiterbildung

Zwischen Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten muss klar unterschieden werden. Karriere kann relativ schnell gemacht werden, wenn man bei den oberen Führungsebenen gut angesehen ist und sich stark anpasst. In solchen Fällen sind rasche Aufstiege möglich, wobei die fachliche Qualität einzelner Positionen teilweise fraglich ist.

Die Weiterbildungsmöglichkeiten sind hingegen positiv zu bewerten. Spätestens nach mehreren Jahren Betriebszugehörigkeit wird die Möglichkeit geboten, einen eidgenössischen Ausweis zu erwerben. Die Kosten werden in der Regel vom Unternehmen übernommen, allerdings ist man im Anschluss für zwei Jahre an die Firma gebunden.

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