SKAN war einmal ein toller Arbeitgeber
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Infrastruktur ist super und die Aufgaben sind eigentlich sehr spannend. Zudem bin ich sehr dankbar, dass wir nun die 40-Stunden-Woche haben. Auch die Du-Kultur gefällt mir sehr.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe alle wesentlichen Punkte in den einzelnen Abschnitten aufgelistet. Die beiden wichtigsten Punkte sind:
1. inexistente Kommunikation
2. fehlendes Sozialbewusstsein des Managements.
Noch eine Anmerkung bezüglich der erwähnten Lohnsumme der Geschäftsleitung: Da SKAN ein börsennotiertes Unternehmen ist, sind diese Zahlen öffentlich auf der Unternehmenswebsite einsehbar. Sie finden sie in den Geschäftsberichten und in den Protokollen der Generalversammlungen.
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsleitung sollte wieder den Draht zu den Mitarbeitern aufnehmen. Es wäre auch gut, wenn sie wieder mehr Empathie zeigen würde.
Wasser predigen und Wein trinken kommt sehr schlecht an. Man kann nicht 5–10 % der Mitarbeiter entlassen, fast keine Lohnerhöhung gewähren und sich selbst knapp 16 % Lohnerhöhung (inkl. Bonus) genehmigen. Natürlich kann man das, wie wir jetzt festgestellt haben.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war schon einmal deutlich besser. Die Motivation vieler Mitarbeiter, mich eingeschlossen, ist aufgrund der aktuellen Lage inexistent. Leider unternimmt die Geschäftsleitung nichts dagegen, oder wir Mitarbeiter wissen einfach nichts davon. Weitere Ausführungen dazu finden sich unter Kommunikation. Das dreht die Negativspirale sogar noch weiter. Ganz im Gegenteil: Die Entscheidungen der Geschäftsleitung verschlimmern die Arbeitsatmosphäre sogar noch. So erhalten wir Mitarbeiter fast keine Lohnerhöhung, was angesichts der Einführung der 40-Stunden-Woche noch gerechtfertigt werden könnte. Gleichzeitig wurde jedoch an der GV die Gesamtlohnsumme (inkl. Boni) der Geschäftsleitung (7 Personen) um 1,1 Mio. CHF auf 8.1 Mio. CHF erhöht.
Auch bei der Entlassungswelle, siehe Bewertung bei „Kommunikation”, wurden fast ausschliesslich einfache Mitarbeiter entlassen. Die Personen, die das Verfehlen der finanziellen Ziele eigentlich verantworten, blieben bisher verschont.
Kommunikation
Eine Kommunikation seitens der Geschäftsleitung findet nicht mehr statt. Wenn überhaupt etwas kommuniziert wird, dann ist es ein mit KI generierter, nichtssagender Text. Zudem hat sich die Geschäftsleitung immer mehr von den normalen Mitarbeitern entfremdet.
Beispiele: Im März gab es eine Entlassungswelle. Bereits im Vorfeld gingen einige Wochen lang Gerüchte um, was aufgrund der nicht existierenden Kommunikation nur logisch ist. Schlussendlich wurden 5 bis 10 % der Mitarbeitenden entlassen. Eine genaue Anzahl wurde nie kommuniziert, nicht einmal die Aktionäre wurden über die Entlassungen informiert. Zwei Tage lang wurden Mitarbeitende einzeln in den Teams abgeholt und zur Tür begleitet. Da keinerlei Informationen gegeben wurden, war die Stimmung extrem angespannt und konzentriertes Arbeiten war nicht möglich. Erst nach diesen zwei Tagen gab es eine Kommunikation diesbezüglich. Die Leute wurden entlassen, weil der Gewinn nicht so hoch ausfiel wie erwartet.
Auch heute verbreiten sich Gerüchte rasend schnell. Ich weiss nicht, ob die Geschäftsleitung das alles einfach nicht mitbekommt oder ignoriert. Beide Szenarien sind schlimm.
Kollegenzusammenhalt
Die aktuelle Situation hat den Zusammenhalt unter den Kollegen sogar noch enger gemacht. Es entsteht immer mehr der Spirit „Wir gegen die da oben”. Ob das gut für die Firma ist, bezweifle ich stark.
Work-Life-Balance
Ab Januar 2026 wurde die wöchentliche Arbeitszeit von 42,5 Stunden auf 40 Stunden reduziert. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Dies war vermutlich auch nötig, um qualifiziertes Personal gewinnen zu können, denn die Bezahlung ist jetzt nicht gerade spitze. Durch die gleitenden Arbeitszeiten kann man sich den Tag ziemlich frei einteilen. Natürlich können nicht alle Teams davon profitieren.
Vorgesetztenverhalten
Mein Vorgesetzter macht einen hervorragenden Job. Er unterstützt mich genau so, dass ich meine beste Leistung erbringen kann. Gegen ganz oben hat auch er einen sehr schweren Stand. Er schützt unser Team so gut es geht, und wir alle schätzen das sehr. Schade, dass es so sein muss.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben bei der SKAN sind eigentlich sehr interessant. SKAN ist noch immer der Marktführer in der Branche und wir Mitarbeiter möchten gerne dazu beitragen, diese Stellung zu halten.
Gleichberechtigung
Meiner eigenen Beobachtung nach läuft dies in der SKAN sehr gut. Bezüglich der Lohngleichheit weiß ich es nicht, da die Lohnbänder nicht bekannt sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Langjährige Mitarbeiter (mit einer Betriebszugehörigkeit von über 15 Jahren bei der SKAN), die eine Schlüsselfunktion haben, werden vom Management nicht mit der gebührenden Wertschätzung behandelt. Ich vermute, dass das Management einfach davon ausgeht, dass diese Personen ohnehin nicht kündigen werden. Mehr dazu unter Karriere/Weiterbildung.
Arbeitsbedingungen
Die Infrastruktur ist eigentlich top. Im Hauptgebäude gibt es pro Stockwerk ein Grossraumbüro. Durch die gute Aufteilung fühlt man sich dort aber nicht wie in einem Hasenstall. Zudem gibt es genügend Rückzugsmöglichkeiten, falls man mal mehr Ruhe benötigt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Nachhaltigkeitsverantwortliche wurde in der Kündigungswelle entlassen und seine Aufgaben wurden vermutlich einfach aufgeteilt (kommuniziert wurde dies allerdings nicht). So viel zum Umweltbewusstsein.
Kommen wir nun zum Sozialbewusstsein. In der Kündigungswelle wurden auch Mitarbeiter während der Probezeit entlassen. Das ist natürlich möglich und extrem einfach, für die betreffenden Personen ist es jedoch eine Katastrophe, da sie zuvor einen Job aufgegeben haben.
Generell geht dem Management das Sozialbewusstsein mehr und mehr verloren. Wenn Mitarbeiter krankheitsbedingt länger ausfallen, wird nicht gefragt, wie es ihnen geht, sondern nach zwei Monaten lediglich sachlich darüber informiert, dass nun Urlaubstage gekürzt werden, da dies gemäss OR zulässig ist. Das ist natürlich alles rechtens, aber nicht wirklich sozial.
Gehalt/Benefits
Der Gehalt ist unterdurchschnittlich. Dies ist auch dem HR bekannt, weshalb in der Lohnverhandlung stets der Bonus erwähnt wird. Mit diesem Bonus ist der Lohn durchschnittlich. Dieser ist jedoch kein Lohnbestandteil, wurde aber bis auf letztes Jahr und einmal vor mehr als zehn Jahren immer nahezu zu 100 % ausbezahlt. Es ist natürlich unschön, wenn dieser, wie dieses Jahr, nicht ausbezahlt wird.
Image
Das Image der Firma ist unter den Mitarbeitern mittlerweile schlecht. Extern hat es noch nicht so stark gelitten, aber auch dort spürt man langsam, dass die Qualität nicht mehr so gut ist wie früher. Wir sind einfach zu schnell gewachsen.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten gibt es eigentlich nur, wenn man eine Position als Manager anstrebt. Vor etwa zwei Jahren wurde kommuniziert, dass das HR dabei ist, andere Karriereschienen auszuarbeiten. Doch bis jetzt ist noch nichts passiert. Es wird ja auch nichts kommuniziert.