Modernes Büro, altes Denken
Verbesserungsvorschläge
Man bekommt hier wirklich einiges geboten: schicke Büros, zentrale Lage, tolle Events – fast so, als wollte man damit von der eigentlichen Realität ablenken. Wer Spass daran hat, unter konstantem Druck zu stehen, sich für Krankheit rechtfertigen zu müssen und private Verpflichtungen wie Familie als „Störung“ wahrgenommen zu sehen, ist hier goldrichtig.
Das Highlight? Nach jeder negativen, ehrlichen Bewertung auf Plattformen folgt wie durch Zauberhand eine übermässig positive – angeblich von Mitarbeitenden, aber sehr oft im Stil und Tonfall von Teamleitungen geschrieben. Fast schon Comedy.
Unverständlich, wie ein Unternehmen unter solchen Bedingungen regelmässig Arbeitgeber-Auszeichnungen abräumen kann. Aber gut – schöne Fassaden beeindrucken eben nicht nur neue Bewerber.
Arbeitsatmosphäre
Die Büroräume sind modern und gut ausgestattet, der Standort zentral und angenehm. Auch die regelmässig organisierten Team-Events waren gelungen und trugen zum Gemeinschaftsgefühl bei.
Work-Life-Balance
Die Arbeitsbelastung war dauerhaft extrem hoch, begleitet von einem permanenten Leistungsdruck. Flexibilität? Fehlanzeige – weder in Bezug auf Arbeitszeitmodelle noch auf persönliche Lebenssituationen. Familiäre Verpflichtungen oder ein gesunder Ausgleich zum Job wurden kaum berücksichtigt. Das Ziel, nicht mehr als drei Krankheitstage pro Jahr zu haben, war nicht nur unrealistisch, sondern auch unmenschlich – entsprechend häufig kam es zu krankheitsbedingten Ausfällen, vor allem psychischer Natur.
Kollegenzusammenhalt
Das Team war der grösste Pluspunkt – engagierte, hilfsbereite und sympathische Kollegen und Kolleginnen, mit denen die Zusammenarbeit Spass gemacht hat.
Vorgesetztenverhalten
Das HR-Management wirkte auf mich unprofessionell und zeigte wenig Verständnis für die Bedürfnisse der Mitarbeitenden. Kritik wurde selten ernst genommen; stattdessen neigte man dazu, Probleme zu beschönigen oder zu relativieren. Wünsche nach Entlastung oder individuellen Anpassungen wurden meist ignoriert. Leider gab es zudem eine Führungskraft, die sich kaum für ihr Team eingesetzt hat.