Diese Firma zerstört Mitarbeiter und Kunden systematischer Druck, unfaire Praktiken und ein toxisches System
Gut am Arbeitgeber finde ich
– Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden – man unterstützt sich trotz des Drucks
– Teilweise flexible Zeiteinteilung im Aussendienst
– Gute Verkaufstrainings in den ersten Wochen (die aber leider wenig mit der Realität zu tun haben)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
– Unglaublich hoher Verkaufsdruck bei gleichzeitig schwachen Produkten
– Psychisch belastende Führungskultur – viele Fälle von Burnout
– HR agiert nicht im Sinne der Mitarbeitenden, sondern oft gegen sie
– Unfaire Provisionsregeln mit Rückforderungsgefahr
– Mangelnde Wertschätzung und keine langfristige Perspektive
– Entscheidungen werden autoritär gefällt – ohne Rücksicht auf Mitarbeitende
– Schlechter Ruf bei Kunden und in der Branche – was den Verkauf noch schwieriger macht
– Krankheitsfälle werden ignoriert oder sogar sanktioniert
Verbesserungsvorschläge
– Faire Provisionsmodelle ohne Schuldenrisiko
– Psychische Entlastung der Mitarbeitenden
– Führungskräfte professionell schulen oder ersetzen
– HR als Vertrauensstelle neu aufbauen
– Produktstrategie überdenken: Qualität vor Marge
– Transparente Kommunikation, ehrliches Feedback zulassen
– Langfristige Mitarbeiterbindung durch faire Bedingungen statt Druck
– Externe Kontrolle über Zeugniswesen einführen
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung ist durchzogen von Misstrauen, Unsicherheit und permanentem Leistungsdruck. Lob oder Anerkennung gibt es kaum. Viele Mitarbeitende fühlen sich isoliert und austauschbar. Psychischer Stress gehört zum Alltag – teilweise mit ernsthaften gesundheitlichen Folgen. Es herrscht ein Klima der Angst, nicht der Motivation.
Kommunikation
Informationen werden oft nur selektiv weitergegeben. Entscheidungen werden top-down gefällt, ohne die Betroffenen einzubeziehen. Kritik oder Feedback an Vorgesetzte ist unerwünscht und kann negative Konsequenzen haben. Die interne Kommunikation ist geprägt von Intransparenz und Misstrauen.
Kollegenzusammenhalt
Die Mitarbeitenden stützen sich gegenseitig, soweit es der Stress zulässt – das ist einer der wenigen Lichtblicke. Innerhalb der Teams herrscht oft Solidarität, weil man gemeinsam unter Druck steht. Aber: Der hohe Konkurrenzdruck im Vertrieb erschwert ehrlichen Teamgeist.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance ist praktisch nicht vorhanden. Durch den extremen Provisionsdruck arbeiten viele auch abends oder an Wochenenden – unbezahlte Überstunden inklusive. Wer nicht ständig erreichbar ist oder keine «Extra-Meile» geht, wird schnell kritisiert oder schlecht eingestuft.
Vorgesetztenverhalten
Viele Vorgesetzte arbeiten mit Kontrolle statt Vertrauen. Druck wird systematisch nach unten weitergegeben. Es fehlt an Führungsqualität, Empathie und echter Unterstützung. Wer nicht spurt, wird oft degradiert oder isoliert – selbst bei gesundheitlichen Problemen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich repetitiv und stark KPI-gesteuert. Eigeninitiative oder kreative Ansätze werden selten gefördert. Der Verkaufsdruck führt dazu, dass das eigentliche Kundenbedürfnis in den Hintergrund rückt – was langfristig demotivierend ist.
Gleichberechtigung
Nach aussen wird Gleichberechtigung kommuniziert, in der Praxis aber wenig gelebt. Entscheidungen wirken oft politisch und undurchsichtig. Weibliche Führungskräfte sind unterrepräsentiert, und interne Aufstiegschancen scheinen stark von der persönlichen Beziehung zu Vorgesetzten abzuhängen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleginnen und Kollegen werden oft weniger gefördert oder erhalten die «schwierigen» Kundenportfolios. Der Fokus liegt stark auf jungen, belastbaren Verkäufern – Nachhaltigkeit in der Personalentwicklung fehlt.
Arbeitsbedingungen
Der garantierte Lohn liegt bei CHF 2’500.–, alles Weitere basiert auf Provision. Büros und Ausstattung sind teilweise veraltet, die Infrastruktur ist zweckmässig, aber nicht motivierend. Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten sind zwar möglich, aber nicht wirklich gerne gesehen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Intern wird kaum auf Umweltstandards oder soziales Engagement geachtet. Der Druck auf Mitarbeitende steht im krassen Gegensatz zu modernen Standards. Nachhaltigkeit ist höchstens ein Marketingbegriff.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist unattraktiv: CHF 2’500.– Fixlohn ist zu wenig für ein Leben in der Schweiz. Die Provisionsregelung ist intransparent und gefährlich – viele riskieren Schulden bei Kundenstornos oder Zahlungsausfällen. Sozialleistungen sind minimal, Zuschüsse oder Boni gibt es kaum.
Image
Der Ruf ist mies– sowohl bei Kunden als auch in der Branche. Medienberichte wie der «Kassensturz» haben aufgezeigt, wie problematisch das Geschäftsmodell ist. Das Problem ist, dass die Produkte den Kunden einfach nichts bringen.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen sind minimal. Wer nicht zur «Lieblingsgruppe» der Führung gehört, hat kaum Aufstiegschancen. Interne Weiterbildung ist theoretisch vorhanden, aber inhaltlich schwach und rein verkaufsgetrieben. Persönliche Entwicklung findet kaum statt.