Schockierend.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das HR hat mich in den letzten Monaten wirklich sehr unterstützt und aus meiner Sicht alles getan, was ihnen möglich war, um die Situation zu verbessern. Es wurde sogar eine externe Mobbing-Stelle hinzugezogen, um Konsequenzen für meine Vorgesetzte zu prüfen. Leider müssen Drohungen und Mobbing schriftlich (oder in ganz grosser Runde) erfolgen, um disziplinarische Folgen zu haben. Ich habe jetzt gekündigt und eine Kollegin hat vor einigen Monaten aus denselben Gründen gekündigt. Ich hoffe, dass diese offenen Worte für zukünftige Bewerber für eine Stelle im Marketing hilfreich sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Seit Jahren wird das Klima im Marketing schlechter und schlechter. Es werden Teamleiter eingestellt, die mit ihrem Verhalten das gesamte Team geschlossen zur Abteilungsleitung treiben. Auf gebündeltes Feedback zu strengeren und unbegründeten Regeln zu Überstunden und Homeoffice wird mit noch strengeren Vorgaben und einer komplett unsinnigen und dementsprechend unglaubwürdigen Erklärung reagiert. Das Kompetenz- und Zuständigkeits-Gerangel zwischen den Teamleitern wird nahtlos nach unten weitergegeben, so dass man mehr Zeit damit verbringt, zu überlegen, was man wie und zu wem sagt, als einfach seine Arbeit machen zu können. Die Abteilungsleitung zeigt bei all diesen Themen durchgehend konsequent ein völliges Fehlen von Empathie und Willen, die Ursache der Probleme am eigenen Führungsstil und Verhalten zu sehen. In diesen Momenten wird immer wieder klar, dass man lieber den ein oder anderen Mitarbeitenden "ziehen" lässt, als sich an die eigene Nase zu fassen.
Arbeitsatmosphäre
Dank der unberechenbaren Laune meiner Vorgesetzten ist die Atmosphäre seit über einem Jahr für mich kaum noch auszuhalten. Wir sind ein Team von 5 Leuten - und ich bin bereits Nummer 2, die geht! Hintenrum sind alle meine Kollegen auf unterschiedlichem Niveau aus denselben Gründen von den Führungspersonen im Marketing verärgert, gestresst und frustriert. Aber die meisten (er)finden lieber einen Grund, trotzdem zu bleiben, als sich den Unannehmlichkeiten einer Jobsuche zu stellen.
In der letzten Mitarbeiterumfrage hat das gesamte Marketing mit unterirdischen Bewertungen die eigene Abteilung derart abgestraft, dass die Abteilungsleiterin unter Anleitung des HR einen Workshop mit uns abhalten musste, in dem (so vermute ich) unsere Gründe näher beleuchtet und Lösungen gefunden werden sollten. Während dieses Workshops sind mir vor allem folgende Äusserungen unserer Abteilungsleiterin im Gedächtnis geblieben: "Unzufriedene Mitarbeiter soll man weiterziehen lassen" und "Es wurde so viel Budget in Weiterbildungen gesteckt. Wie undankbar, dass die Leute trotzdem so unzufrieden sind." Ich finde, das beschreibt den Grad an Empathie und Änderungswillen der Leitung perfekt.
Kollegenzusammenhalt
Finde es äusserst enttäuschend, dass hintenrum wirklich jeder einzelne meiner 12 Kollegen ganz ganz viel zu motzen hat(te). Tatsächlich zusammenzustehen, um Dinge zu verbessern, war jedoch nicht möglich.
Vorgesetztenverhalten
Seit über einem Jahr bin ich den extremen Launen meiner Vorgesetzten ausgeliefert. In einem Moment muss ich als psychologische Stütze herhalten und mir anhören, wie inkompetent die anderen Teamleiter, die Abteilungsleitung oder andere Abteilungen seien und im nächsten Moment wird (mal mehr, mal weniger subtil) angedeutet, dass ich mich unbedingt zurückhalten soll, weil meine Kündigung im Raum steht. In einem Moment fordert sie mich auf, die Arbeiten der anderen Teamleiter aktiv zu kritisieren, um deren Stand zu schwächen. Aber wenn ich es wage, die zahlreichen Versäumnisse auf ihrem Tisch zu thematisieren, eskaliert die Situation sofort.
Drohungen wie "Ich warne dich, ich habe mehr Hebel. Bis jetzt war ich freundlich zu dir, weil wir uns schon so lange kennen. Aber damit ist jetzt Schluss!" musste ich mir regelmässig in unseren Bilas anhören. Das Lieblingswort meiner Vorgesetzten, um meine Leistungen oder Verhalten zu kommentieren, fängt mit "Bul" an und endet auf "hit" (eine vollständige Nennung des Worts lässt kununu leider nicht zu). Einen Menschen, der bei eigener Überforderung derart fiese, boshafte Charakterzüge zeigt, wünsche ich niemanden als Vorgesetzten.
Arbeitsbedingungen
siehe Arbeitsatmosphäre


