„Schlechtester Arbeitgeber, den ich je hatte.“
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich musste nie am Wochenende arbeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Enormer Arbeitsdruck, viele Altlasten und fehlendes Personal (durch Kündigungen). Zu viele unnötige Aufgaben. Zudem ein sehr emotionales, unobjektives und negatives Arbeitszeugnis, das ich erhalten habe, nachdem ich gekündigt hatte. (Ich war im Nachhinein sehr froh, dass ich während des Arbeitsverhältnisses nach sechs Monaten darauf beharrt hatte, ein objektives Arbeitszeugnis zu erhalten, da ich miterlebt hatte, wie eine Arbeitskollegin nach ihrer Kündigung ein schlechtes erhalten hatte.)
Verbesserungsvorschläge
Mehr Personal einstellen, um die vielen Altlasten zu beseitigen. Mitarbeitende nicht bis an ihre Grenzen auspressen, sondern realistische Ziele setzen. Korrekte Prioritäten festlegen und nicht den König spielen.
Arbeitsatmosphäre
Grundsätzlich war die Arbeitsatmosphäre angenehm und das Team freundlich. Allerdings herrschte ein enormer Arbeitsdruck durch Altlasten, zahlreiche bestehende Pendenzen und unnötige Aufgaben, die direkt vom Firmeninhaber in Auftrag gegeben wurde
Kommunikation
Auf wichtige Fragen wurde nur persönlich und nicht per E-Mail geantwortet, sodass der Leiter bei Fehlern keine Verantwortung übernehmen musste. Ich habe nach sechs Monaten Arbeitszeit mehrfach nach einem Arbeitszeugnis gefragt, mir wurde jedoch gesagt, dass es erst bei einer Kündigung ausgestellt wird.
Kollegenzusammenhalt
Ist in Ordnung. Aber es wird auch viel gelästert.
Work-Life-Balance
Eine 24×5 Erreichbarkeit wird errwartet. 11-12 h dauert ein Arbeitsaltag.
Vorgesetztenverhalten
Stellt euch darauf ein, dass jeden Donnerstag um 10 Uhr ein Meeting an einem langen Tisch stattfindet, an dessen Kopfende der Firmeninhaber sitzt. Da er immer verspätet erscheint, wird immer ohne ihn begonnen. Gegen 12 Uhr trifft er dann ein, und das Ganze wird nochmals bis ins kleinste Detail durchgegangen oft bis 16 Uhr. Jeder muss Rede und Antwort stehen zu allen Interessenten der besichtigungen der Immobilien, den Leerständen und den dazugehörigen Pendenzen. Dadurch geht fast ein ganzer Arbeitstag verloren, da man sich zusätzlich auf die Arbeitsaufträge des Firmeninhabers vorbereiten muss, die nichts mit dem Tagesgeschäft zu tun haben.
Eine separate Geschichte: Ich war der einzige im Team, der im Büro war, da alle anderen in den Ferien waren. Nicht einmal der Empfang war besetzt (die Sekretärin hatte mal wider gekündigt. (in meinem Jahr dort habe ich insgesamt vier Kündigungen von Sekretärinnen am Empfang erlebt). In dieser Zeit musste ich eine Stellungnahme an eine
Schlichtungsbehörde verfassen, die mir der Firmeninhaber mit oberster Priorität in Auftrag gegeben hatte, ganz nach seinem Gutdünken.
Interessante Aufgaben
Sehr interessante Aufgaben. Verwaltung und Bewirtschaftung, alles in einem. Wenn du Erfolg hast, werden es mehr. Und wenn wieder jemand kündigt, werden es noch mehr.
Arbeitsbedingungen
Der Druck war enorm. Meine Position wurde in den letzten zehn Jahren zehnmal gewechselt (ersichtlich anhand der Unterschriften auf den Mietverträgen). Es gab enorm viele Altlasten und selbst das Tagesgeschäft wurde zur Herausforderung, da man ständig das Telefon abnehmen und verärgerte Mieter besänftigen musste. Es war ganz normal, dass man drei bis vier Dinge gleichzeitig erledigen musste, weil der direkte Vorgesetzte sagte, dass es sofort gemacht werden soll. Nach einigen Minuten rief er an und sagte, man müsse etwas anderes tun, das nun oberste Priorität habe. Dann lief der Firmeninhaber vorbei und sagte, man solle diese Pendenz erledigen, und wenn er etwas in Auftrag gab, hatte es immer oberste Priorität
Gehalt/Benefits
Hehe, Gratifikation und kein 13. Monatslohn.
Image
Nach aussen tritt die Firma als professionelles
Immobilienunternehmen auf. Intern zeigt sich jedoch eine völlig andere Realität mit enormem Druck, chaotischen Abläufen und ständigen Personalwechseln. Durch wiederkehrende Konflikte und Beschwerden ist die Firma mittlerweile auch bei Anwälten und Schlichtungsbehörden bekannt. Das äussere Auftreten passt daher kaum zum tatsächlichen Arbeitsumfeld.