Solange du funktionierst und schweigst, bist du wertvoll - bei Überlastung und Krankheit wirst du fallengelassen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Grundsätzlich bietet Wincasa einige gute Rahmenbedingungen. Besonders positiv finde ich die Möglichkeit für Homeoffice, die modernen Arbeitsplätze und die grundsätzlich interessanten und vielseitigen Aufgaben. Auch die Sozialleistungen und Benefits sind gut. Zudem gibt es viele tolle Mitarbeitende, die trotz der schwierigen Situation täglich ihr Bestes geben. Die Grösse des Unternehmens bietet ausserdem verschiedene interne Möglichkeiten und Entwicklungschancen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die dauerhaft hohe Arbeitsbelastung, die enormen Rückstände und die teilweise fehlende Nachbesetzung bei Abgängen oder längeren Ausfällen. Besonders problematisch empfinde ich, dass Überlastung immer wieder angesprochen wird, sich aber trotzdem wenig verändert. Auch das Führungsverhalten und der Umgang mit Problemen sind aus meiner Sicht stark verbesserungswürdig. Es wird zu viel auf die Mitarbeitenden abgewälzt, während nachhaltige Lösungen fehlen.
Auch vom HR würde ich mir deutlich mehr Unterstützung und konsequenteres Handeln wünschen. Insgesamt entsteht leider oft das Gefühl, dass bekannte Probleme zwar vorhanden sind, aber nicht wirklich angegangen werden. Gerade bei schwierigen Arbeitsverhältnissen oder beim Austritt von Mitarbeitenden sollte das HR aktiv das Gespräch suchen und ehrlich nachfragen, was schiefgelaufen ist und was verbessert werden könnte. Solche Rückmeldungen wären eine wertvolle Chance, bestehende Probleme zu erkennen und daraus zu lernen.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte stärker nach tatsächlicher Führungs- und Fachkompetenz auswählen und bei wiederkehrenden Problemen auch Konsequenzen ziehen.
Rückmeldungen der Mitarbeitenden zu Überlastung und Rückständen endlich ernst nehmen und konkrete Massnahmen daraus ableiten. Weniger kurzfristiges „Feuerlöschen“ und mehr nachhaltige Lösungen schaffen.
Frei werdende Stellen rechtzeitig nachbesetzen und die Personalressourcen REALISTISCH an das Arbeitsvolumen anpassen.
Homeoffice und flexible Arbeitsmodelle wieder grosszügiger gestalten
Möglichkeit für Austrittsgespräche mit HR
Arbeitsatmosphäre
Dauerhaft hoher Stresspegel und grosse Rückstände. Abgänge werden teilweise nicht ersetzt, obwohl die Arbeitsmenge gleich bleibt oder sogar zunimmt. Ferien und freie Tage fühlen sich nicht erholsam an, weil man weiss, welcher Berg an Arbeit danach wartet. Die Belastung ist auf Dauer sehr hoch.
Image
Das Image von Wincasa empfinde ich leider als sehr negativ. Sobald man erwähnt, dass man dort arbeitet, folgen meiner Erfahrung nach fast ausschliesslich negative Reaktionen und Berichte über persönliche Erfahrungen mit dem Unternehmen
Work-Life-Balance
Die Möglichkeit für Homeoffice ist hier positiv hervorzuheben und bietet eine gewisse Flexibilität, auch wenn es leider weniger geworden sind. Leider ist dies aus meiner Sicht auch einer der wenigen positiven Aspekte der Work-Life-Balance. Die dauerhaft hohe Arbeitsbelastung und die grossen Rückstände führen dazu, dass man auch nach Feierabend, an freien Tagen oder in den Ferien nur schwer abschalten kann.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden. Unverständlich ist jedoch, dass Weiterbildungen teilweise nicht bewilligt oder finanziert werden, weil das Budget auch für andere Mitarbeitende offengehalten werden soll. Wenn diese das Angebot jedoch gar nicht nutzen, bleiben motivierte Mitarbeitende trotzdem auf der Strecke. Wer sich aktiv weiterentwickeln möchte, sollte nicht warten müssen, nur weil andere die Möglichkeit theoretisch noch nutzen könnten.
Gehalt/Benefits
Die Löhne würde ich insgesamt als durchschnittlich, aber grundsätzlich in Ordnung einschätzen. Negativ empfinde ich die seit der Implenia-Übernahme geänderte Handhabung der Lohnauszahlung. Fällt der 25. auf einen Samstag, wird der Lohn bereits am Freitag ausbezahlt, fällt er auf einen Sonntag, erfolgt die Auszahlung erst am Montag. Diese wechselnden Auszahlungstage sind gerade im Hinblick auf Daueraufträge unnötig umständlich. Div. Benefits vorhanden, sehr kleine Bonus (wenn überhaupt) und Lohn x12
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt leidet zunehmend unter der hohen Arbeitsbelastung und den grossen Rückständen. Da im eigenen Portfolio bereits viel Arbeit liegen bleibt, muss gleichzeitig immer wieder dort ausgeholfen werden, wo die Rückstände gerade am grössten sind. Verständlicherweise sinkt dadurch bei vielen die Bereitschaft, ständig zusätzlich einzuspringen. Das wirkt sich negativ auf die Stimmung und den Zusammenhalt aus.
Umgang mit älteren Kollegen
Wincasa beschäftigt meiner Wahrnehmung nach mehrheitlich jüngere Mitarbeitende, und gerade in jungen Teams scheint bei Neueinstellungen teilweise bewusst nach jüngeren Personen gesucht zu werden. Ältere Kolleginnen und Kollegen werden im direkten Umgang grundsätzlich respektvoll und gut behandelt.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten habe ich in dieser Form bisher noch nie erlebt. Viele Führungskräfte wirken mit ihrer Rolle stark überfordert. Trotz wiederkehrender Probleme und aus meiner Sicht teilweise gravierender Fehlentscheidungen sind keine Konsequenzen oder nachhaltige Verbesserungen erkennbar. Rückmeldungen und Sorgen der Mitarbeitenden werden nicht ernst genommen. Statt Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu schaffen, wird der Druck vielfach an die Mitarbeitenden weitergegeben. Für mich besteht hier erheblicher Verbesserungsbedarf bei Führungskompetenz, Verantwortungsübernahme und vor allem der Auswahl von Führungskräften.
Solange man funktioniert, wird die Leistung gerne angenommen, sobald man nicht mehr kann, fehlt es aus meiner Sicht an Rückhalt und Unterstützung
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen wären grundsätzlich gut, insbesondere durch die Möglichkeit für Homeoffice und die vorhandene Infrastruktur. Seit der Übernahme durch Implenia sind die Regelungen rund um Homeoffice und Flexibilität jedoch spürbar strenger geworden, was ich persönlich sehr schade finde. Gerade bei einer ohnehin sehr hohen Arbeitsbelastung war diese Flexibilität ein grosser Pluspunkt.
Gleichzeitig werden Abgänge teilweise nicht ersetzt, obwohl das Arbeitsvolumen weiterhin hoch ist. Die grossen Rückstände und der permanente Zeitdruck überschatten dadurch viele der grundsätzlich guten Rahmenbedingungen. Häufig geht es nur noch darum, die dringendsten Probleme zu lösen, anstatt die eigene Arbeit mit der nötigen Ruhe und Qualität erledigen zu können.
Kommunikation
Rückmeldungen zu Überforderung und einer dauerhaft zu hohen Arbeitsbelastung werden leider nicht wahrgenommen und ernst genommen, unabhängig davon, wie oft oder an welcher Stelle sie angesprochen werden. Häufig entsteht der Eindruck, dass die Situation mit dem Argument relativiert wird, dass schliesslich alle im gleichen Boot sitzen. Konkrete Informationen darüber, wie die bestehenden Probleme und Rückstände nachhaltig gelöst werden sollen, fehlen weitgehend. Hier wären mehr Transparenz, aktives Zuhören und vor allem konkrete Massnahmen zwingend. Das HR hat es diesbezüglich leider auch nicht im Griff, sie suchen bei längeren Ausfällen auch keine Gespräche zu MA und VG, 0 Kommunikation bei Problemen.
Gleichberechtigung
In den höheren Führungspositionen sind meiner Wahrnehmung eher Männer vertreten. Persönlich hatte ich teilweise den Eindruck, dass männliche Führungskräfte mehr Einfluss und Entscheidungsspielraum haben bzw. ihren Aussagen mehr Gewicht beigemessen wird.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich sind vielseitig, abwechslungsreich und grundsätzlich interessant. Man trägt viel Verantwortung und erhält Einblick in unterschiedliche Themenbereiche. Leider geht dieser positive Aspekt durch die dauerhaft hohe Arbeitsbelastung und die enormen Rückstände zunehmend verloren. Statt sich sorgfältig mit den Aufgaben beschäftigen zu können, geht es häufig nur noch darum, Prioritäten abzuarbeiten und das nächste ‚Feuer‘ zu löschen.