Freundliches Team, aber akademische Höchstleistungen zum Studentenpreis
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe als Doktorand zwei Projekte übernommen, den Theorieteil einer Dissertation und eine Masterarbeit. Am Anfang habe ich das eher niedrige Honorar noch akzeptiert, weil ich dachte: „Gut, man sammelt erstmal Erfahrung, später kann man dann mehr verlangen.“ Tja… diese Hoffnung hat sich ungefähr so schnell aufgelöst wie Motivation an einem Sonntagabend.
Die Kunden selbst waren übrigens sehr zufrieden. Es gab mehrfach Dankesnachrichten, und die MA wurde mit 1,3 an einer anspruchsvollen Uni bewertet. Fachlich scheint also alles gepasst zu haben. Umso frustrierender war allerdings die Bezahlung dafür. Für den Aufwand, die Verantwortung und die akademische Qualifikation war das Honorar meiner Meinung nach einfach zu niedrig.
Mit der Zeit habe ich außerdem gemerkt, dass höhere Honorarforderungen eher dazu führen, dass Kunden günstigere Autoren auswählen. Sobald man als Doktorand einen halbwegs fairen Preis nennt, wird plötzlich der Bachelor-Absolvent zum „Preis-Leistungs-Sieger“.
Fairerweise muss ich aber sagen, das Team selbst war immer freundlich, respektvoll und korrekt. Daran lag es wirklich nicht. Trotzdem würde ich den Job persönlich nicht weiterempfehlen, vor allem nicht für Doktoranden. Es gibt sicher bessere Möglichkeiten, seine Qualifikationen einzusetzen, ohne dabei akademische Höchstleistungen zum Studentenrabatt verkaufen zu müssen.