Gute Ansätze, aber aktuell starke Belastung durch Personalmangel und hohe Arbeitsdichte
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben ist die grundsätzlich sinnvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in der Pflege sowie der direkte Kontakt mit den Klienten. Zudem erfolgt die Bezahlung nach Tarif und der Lohn wird in der Regel pünktlich gezahlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die dauerhaft hohe Arbeitsbelastung durch Personalmangel, unzuverlässige Dienstplanung und fehlende klare Zuständigkeiten. Zudem werden Probleme häufig nicht nachhaltig gelöst und Mitarbeitende fühlen sich teilweise nicht ausreichend unterstützt oder geschützt.
Verbesserungsvorschläge
• Personalplanung an die tatsächliche Auslastung anpassen und keine weiteren Klienten aufnehmen, solange Personalmangel besteht
• Dienstpläne frühzeitiger und verlässlicher erstellen
• Arbeitsbelastung reduzieren und auf ausreichende Erholungszeiten achten
• Kommunikation im Team durch regelmäßige Teamsitzungen und klare Absprachen verbessern
• Transparenz bei Entscheidungen und Gleichbehandlung der Mitarbeitenden stärken
• Mitarbeitende besser vor schwierigen Situationen mit Angehörigen und Klienten schützen
• Individuelle Weiterentwicklung aktiver fördern und regelmäßige Mitarbeitergespräche einführen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist im Moment angespannt. Auch die Kollegen sind durch die hohe Arbeitsbelastung und den Personalmangel deutlich unter Druck, was sich im Alltag spürbar bemerkbar macht.
Image
Nach außen wird ein sehr positives und familiäres Bild vermittelt. Früher hat das auch eher der Realität entsprochen. Im Arbeitsalltag zeigt sich jedoch inzwischen, dass die tatsächlichen Bedingungen damit nicht immer übereinstimmen. Der Unterschied zwischen Außenwirkung und interner Realität ist spürbar.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist schwierig. Durch Personalmangel, Personalausfall und hohe Arbeitsbelastung kommt es häufig vor, dass man einspringen muss. Geteilte Dienste sind keine Seltenheit und es kommt vor, dass man bis zu 12 Tage am Stück arbeitet. Teilweise arbeitet man auch bis zu drei Wochenenden im Monat.
Zudem kommen die Dienstpläne oft sehr spät, was die Planung des Privatlebens zusätzlich erschwert.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Weiterbildung beschränkt sich das Angebot größtenteils auf Pflichfortbildungen. Eine aktive Förderung von individueller Weiterentwicklung findet kaum statt. Wer sich weiterbilden möchte, muss eigenständig auf den Arbeitgeber zugehen und dies gut begründen, insbesondere im Hinblick auf den Nutzen für den Betrieb. Zudem gibt es keine regelmäßigen Mitarbeiter- oder Entwicklungsgespräche, wodurch persönliche Weiterentwicklung wenig im Fokus steht.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung erfolgt branchenüblich nach Tarifvertrag. Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit werden gezahlt. Der Lohn wird in der Regel pünktlich überwiesen.
Es gibt eine betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss sowie eine zusätzliche Krankenversicherung. Zudem werden Tablets oder Diensthandys zur Verfügung gestellt und ein Dienstwagen ist über die 1%-Regelung möglich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Im Bereich Umweltbewusstsein wird Müll konsequent getrennt und es kommen teilweise Elektrofahrzeuge zum Einsatz. Weitere Maßnahmen sind im Arbeitsalltag jedoch eher wenig erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war früher deutlich besser. In letzter Zeit haben viele Mitarbeitende gekündigt und es sind neue dazugekommen, wodurch das Teamgefüge nicht mehr so stabil ist. Das merkt man auch im Alltag. Zudem gibt es kaum Mitarbeiterevents oder Möglichkeiten, den Teamzusammenhalt gezielt zu stärken.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist grundsätzlich respektvoll. Es sind keine negativen Unterschiede im Vergleich zu jüngeren Mitarbeitenden erkennbar.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten wirkt nach außen oft freundlich und offen, im Arbeitsalltag fehlt jedoch häufig eine klare Struktur und nachhaltige Organisation. Entscheidungen wirken teilweise kurzfristig und wenig durchdacht, was sich direkt auf den Arbeitsalltag auswirkt.
Zudem entsteht der Eindruck, dass Probleme zwar bekannt sind, aber nicht konsequent angegangen werden. Mitarbeitende werden auch nicht immer ausreichend vor schwierigen oder ungehaltenen Angehörigen bzw. Klienten geschützt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt herausfordernd. Durch den bestehenden Personalmangel und die hohe Auslastung entsteht häufig Zeitdruck im Arbeitsalltag. Teilweise fehlen klare Strukturen und gut abgestimmte Abläufe, was zusätzliche Belastung mit sich bringt.
Zudem wird ein hohes Maß an Flexibilität erwartet, da es vorkommen kann, dass sich während der laufenden Tour noch Änderungen ergeben, auf die kurzfristig reagiert werden muss.
Zusätzlich werden weiterhin neue Klienten aufgenommen, obwohl bereits Personalmangel besteht, was die Arbeitsbelastung weiter erhöht.
Kommunikation
Die Kommunikation ist oft unklar oder läuft nicht zuverlässig. Wichtige Informationen kommen manchmal spät oder gar nicht an, was den Arbeitsalltag unnötig erschwert. Rückfragen sind zwar möglich, führen aber nicht immer zu klaren Lösungen. Zudem gibt es zu wenig Teamsitzungen oder strukturierte Absprachen, sodass vieles im Alltag untergeht oder doppelt geklärt werden muss.
Gleichberechtigung
Im Arbeitsalltag entsteht deutlich der Eindruck, dass nicht alle Mitarbeitenden gleich behandelt werden. Entscheidungen wirken teilweise unterschiedlich und es scheint, dass bestimmte Mitarbeitende bevorzugt werden, z. B. bei der Dienstplanung oder im Umgang mit bestimmten Situationen. Das sorgt im Team für Unmut.
Interessante Aufgaben
Früher war die Arbeit deutlich abwechslungsreicher. In letzter Zeit liegt der Schwerpunkt jedoch zunehmend auf der Grundpflege, wodurch viele Abläufe sehr ähnlich sind und wenig Abwechslung bieten. Teilweise kommt es vor, dass an einem Vormittag mehrere Klienten hintereinander mit großer Körperpflege versorgt werden müssen, was die Tätigkeit zusätzlich eintönig und belastend macht.