Zwischen Anspruch und Realität: Fehlende Struktur, problematische Kommunikation und unerwartete Kündigung in der Probeze
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Sehr sinnstiftende und relevante Unternehmensmission
- Hohe Motivation und Einsatzbereitschaft vieler Mitarbeiter
- Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Fehlende Struktur und klare Prozesse
- Öffentliche und teilweise unangemessene Kommunikation von Kritik
- Intransparente Feedback- und Entscheidungsprozesse
- Sehr hohe Arbeitsbelastung bereits während des Onboardings
- Kündigung ohne nachvollziehbare Begründung sowie fehlendes Feedback im Nachgang
Verbesserungsvorschläge
- Strukturierte Onboarding-Prozesse (inkl. SOPs, KPIs und klarer Erwartungen) einführen
- Feedbackkultur verbessern (zeitnah, konstruktiv und im privaten Rahmen)
- Interne Kommunikation zwischen Rollen klarer und konsistenter gestalten
- Transparente und faire Feedbackprozesse während der Probezeit etablieren
- HR-Prozesse zuverlässiger und zeitnah gestalten
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als angespannt und stark reaktiv wahrgenommen. Durch fehlende Strukturen im Warehouse & Logistics Bereich entstand ein permanenter „Firefighting“-Modus.
Zusätzlich gab es mehrere Situationen, in denen ich öffentlich vor anderen Kollegen oder sogar vor größeren Gruppen angesprochen bzw. kritisiert wurde. Dies hat bei mir ein Gefühl von Unsicherheit und fehlender Wertschätzung ausgelöst.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte:
- Feedback wurde teilweise öffentlich statt im privaten Rahmen geäußert
- Erwartungen wurden nicht klar und frühzeitig kommuniziert
- Informationen wurden zwischen Kollegen unterschiedlich weitergegeben
Konkrete Beispiele:
- Bei einem Company Event wurde ich vor versammeltem Team aufgefordert, Essen zurückzugeben, obwohl mir nicht bewusst war, dass es limitiert war.
- In einer weiteren Situation wurde ich vor Kollegen kritisiert, weil ich Material besorgt habe, obwohl ich zuvor einen Supervisor informiert hatte.
Versuche, diese Themen im Nachgang konstruktiv zu klären, wurden nicht weitergeführt.
Kollegenzusammenhalt
Einzelne Kollegen waren hilfsbereit und engagiert. Gleichzeitig habe ich im Team – insbesondere in der Produktion – eine gewisse Inkonsistenz in der Zusammenarbeit wahrgenommen.
Teilweise hatte ich den Eindruck, dass Informationen über meine Arbeit oder mein Verhalten nicht korrekt weitergegeben wurden, was zu Missverständnissen und Vertrauensverlust geführt hat.
Work-Life-Balance
Die Arbeitsbelastung war von Beginn an sehr hoch:
- Volle operative Verantwortung im Tagesgeschäft
- Gleichzeitiger Aufbau von Prozessen und Dokumentation
- Zusätzliche Arbeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten
Ich habe regelmäßig deutlich mehr als die vertraglich vereinbarten Stunden gearbeitet, um den Anforderungen gerecht zu werden.
Vorgesetztenverhalten
Der Eindruck aus dem Bewerbungsprozess hat sich im Arbeitsalltag nicht bestätigt.
- Feedback wurde nicht frühzeitig oder direkt kommuniziert
- Stattdessen wurde ich in einem Gespräch mit meinem Vorgesetzten und meinem Mentor mit einer Liste von Kritikpunkten konfrontiert
- Diese Punkte wurden zuvor nicht mit mir besprochen
Einige der Vorwürfe konnte ich inhaltlich nicht nachvollziehen (z.B. angebliche finanzielle Auswirkungen durch ein Versandthema, die laut interner Rücksprache nicht zutrafen).
Positives Feedback oder Anerkennung meiner Leistung in kurzer Zeit wurde nicht berücksichtigt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren interessant und boten viel Gestaltungsspielraum, insbesondere im Aufbau von Warehouse- und Logistikprozessen.
Allerdings wurde dieser Gestaltungsspielraum durch fehlende Struktur und hohe operative Belastung stark eingeschränkt.
Gleichberechtigung
Ich kann nur meine persönliche Erfahrung schildern. In mehreren Situationen hatte ich jedoch das Gefühl, dass ich nicht vollständig gleichbehandelt wurde – insbesondere in der Art und Weise, wie Kritik geäußert und Situationen bewertet wurden.
Als internationaler Mitarbeiter ist mir ein respektvoller und sensibler Umgang besonders wichtig. Einige Erlebnisse haben bei mir Zweifel aufkommen lassen, ob dieser Anspruch im Arbeitsalltag konsequent umgesetzt wird.
Umgang mit älteren Kollegen
Dazu kann ich aufgrund der kurzen Beschäftigungsdauer keine fundierte Aussage treffen.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren geprägt durch:
- Fehlende SOPs
- Keine klar definierten Prozesse im Warehouse
- Hohe Eigenverantwortung ohne ausreichende Struktur
Ich habe bereits vor meinem Start aktiv nach Unterlagen zur Vorbereitung gefragt, diese wurden jedoch nicht bereitgestellt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Unternehmensmission ist grundsätzlich sehr positiv und sinnstiftend. Im Arbeitsalltag konnte ich diesen Anspruch jedoch nur bedingt in den internen Prozessen und im Umgang miteinander wiederfinden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war insgesamt angemessen. In diesem Bereich habe ich keine wesentlichen negativen Erfahrungen gemacht.
Image
Nach außen vermittelt das Unternehmen ein sehr positives und inspirierendes Bild.
Meine persönliche Erfahrung im Arbeitsalltag hat jedoch teilweise davon abgewichen, insbesondere in Bezug auf interne Prozesse und Kommunikation.
Karriere/Weiterbildung
Aufgrund der kurzen Beschäftigungsdauer konnte ich keine strukturierte Entwicklung oder Weiterbildung erkennen.