Viel Potenzial, wenig Richtung
Verbesserungsvorschläge
Um nachhaltig besser zu werden, bräuchte es vor allem klare Strukturen und verbindliche Prozesse, die auch dokumentiert und gelebt werden. Führungskräfte sollten gezielt in ihrer Kommunikationsfähigkeit gefördert werden – nur so können Ziele glaubwürdig vermittelt und von den Mitarbeitern auch wirklich verstanden und mitgetragen werden. Denn solange keine gemeinsame Richtung erkennbar ist, bleibt vieles dem Zufall überlassen.
Arbeitsatmosphäre
Man erledigt seine Aufgaben, doch ein gemeinsames Ziel oder ein echtes Wir-Gefühl ist kaum spürbar. Fehlende Orientierung und das Gefühl, dass wichtige Entscheidungen an einem vorbeigehen, zehren mit der Zeit an der Motivation. Wer Engagement mitbringt, stößt schnell an unsichtbare Wände. Die Stimmung ist nicht offen feindselig – aber eine Aufbruchsstimmung sucht man vergeblich.
Kommunikation
Die Kommunikation ist ein zentrales Problem. Weder eine klare Richtung noch ein gemeinsames Ziel der IT-Abteilung ist erkennbar. Innerhalb der Teams wird noch ausreichend kommuniziert – aber etagenübergreifend bricht der Informationsfluss oft ab.
Kollegenzusammenhalt
Im direkten Umfeld ist der Zusammenhalt in Ordnung. Doch fehlende interne Vorgaben und mangelnde Kommunikation führen dazu, dass Entscheidungen im Alleingang getroffen werden – mit entsprechenden Reibungsverlusten. Besonders zwischen Teams auf verschiedenen Etagen ist wenig Verbindendes zu spüren, was auf Dauer für Unzufriedenheit und abkapselung sorgt.
Work-Life-Balance
Je nach Team sehr unterschiedlich. In manchen Bereichen wird überdurchschnittlicher Einsatz stillschweigend erwartet – eine Anerkennung dafür bleibt jedoch aus.
Vorgesetztenverhalten
Entscheidungen der Abteilungsleitung sind häufig schwer nachvollziehbar. Vieles wird lange hinausgezögert – und wenn dann doch schnell gehandelt wird, fehlt es oft an Fundament. Der Eindruck drängt sich auf, dass das Wohlwollen der Geschäftsführung höher gewichtet wird als das Wohl der eigenen Mitarbeiter.
Interessante Aufgaben
Der Umstand, dass grundlegende Technologien und Systeme gerade erst eingeführt werden, bringt zumindest eines mit sich: Die Aufgaben sind derzeit noch abwechslungsreich und bieten durchaus Raum, sich auszuprobieren. Wer den Einstieg in neue Themen schätzt, findet hier kurzfristig Spannendes. Langfristig bleibt jedoch fraglich, ob das Unternehmen die nötige Tiefe und Weiterentwicklung bieten kann.
Umgang mit älteren Kollegen
Unabhängig vom Alter werden alle Mitarbeiter gleich behandelt. Unterschiede in der Behandlung zwischen älteren und jüngeren Kollegen sind nicht erkennbar.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung entspricht dem aktuellen Standard – Mitarbeiter sind mit Laptops ausgestattet, die Büroräume sind ausreichend. Die Pausenräume und Küchen sind mit modernen Wasserhähnen ausgestattet, die kaltes Wasser und Sprudelwasser bieten. Positiv hervorzuheben ist das Projekt der Auszubildenden: Unter dem Namen „Shopterminal" betreiben sie kleine Shops, in denen Getränke und Snacks zu fairen Preisen angeboten werden – eine schöne Initiative, die den Arbeitsalltag ein wenig angenehmer macht. Allerdings hinterlassen die kahlen, weißen Räume wenig Inspiration. Die Sauberkeit lässt spürbar zu wünschen übrig, da offensichtlich bei der Gebäudereinigung gespart wird. Als besonderes Highlight wird von der IT-Leitung hervorgehoben, dass die Abteilung mit gebrandeten Bechern und Tellern ausgestattet ist – was den Eindruck über die Prioritäten des Managements leider treffend zusammenfasst.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein unternehmensweites Energiemanagement ist vorhanden, beschränkt sich in der IT jedoch auf das Einsparen von Strom am Arbeitsplatz. Auffällig ist der Umgang mit alter Hardware: Geräte, die noch funktionsfähig sind, werden in großen Mengen entsorgt, anstatt sie etwa an gemeinnützige Organisationen zu spenden.
Über ein Soziales Engagement außerhalb der Firma kann ich nicht berichten.
Gehalt/Benefits
Die Gehälter in der IT liegen unter dem branchenüblichen Niveau. Für Fachkräfte, die sich am Markt orientieren, dürfte das ein klares Ausschlusskriterium sein.
Image
Nach außen pflegt das Unternehmen das Bild eines familiären, bodenständigen Unternehmens. Wer jedoch einen Blick hinter die Kulissen wirft, stellt schnell fest, dass dieses Bild mit der gelebten Realität intern wenig gemein hat. Die tatsächlichen Abläufe, die Kommunikation und der Umgang mit Mitarbeitern spiegeln diesen Anspruch leider nicht wider.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen oder Schulungen werden vom Arbeitgeber nicht gefördert. Mitarbeiter werden mit unbekannten Systemen konfrontiert und sollen sich das nötige Wissen eigenständig und ohne externe Unterstützung aneignen. Wer sich weiterentwickeln möchte, ist vollständig auf sich selbst gestellt.


