5 Bewertungen von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
5 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Ihr Unternehmen?
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5 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 3,2 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Den Zusammenhalt untereinander, die Chefs und Kollegen/innen haben immer ein offenes Ohr, gute Kommunikation, sehr moderne Steuerkanzlei, höhenverstellbare Schreibtische, Homeoffice und hybrides Arbeiten möglich
In Spitzenzeiten für Lohn kann es stressig werden, manche Abläufe können besser gestaltet werden.
kürzere Entscheidungswege, noch flexiblere Arbeitszeiten
Die Arbeitsatmosphäre in der Kanzlei war sehr stark abhängig von einzelnen Personen. Während meiner Ausbildungszeit war ich zeitweise mit einer Kollegin zusammen, die ein Jahr über mir war. Danach gab es keine weiteren Auszubildenden, was den Austausch unter Gleichgesinnten stark einschränkte.
Wie bereits in anderen Punkten erwähnt, fühlte ich mich oft nicht ernst genommen und nicht respektiert. Positiv hervorzuheben sind gemeinsame Aktivitäten wie das Grillen im Sommer oder die Weihnachtsfeier im Winter, die für kurze Momente für Abwechslung und Gemeinschaft sorgten. Insgesamt war die Atmosphäre jedoch häufig angespannt und geprägt von einem Gefühl mangelnder Wertschätzung.
Soweit ich weiß, befürworten die Chefs grundsätzlich, dass Auszubildende nach Abschluss bleiben und sich weiterbilden. Allerdings habe ich von mehreren Kolleg:innen erfahren, dass das Gehalt in der Kanzlei unter dem Branchendurchschnitt liegt.
Besonders abschreckend fand ich das Beispiel einer Kollegin, die nach ihrer Ausbildung blieb: Sie wurde weiterhin wie eine Auszubildende behandelt und musste, vor allem bei hoher Krankheitsquote im Team, einen Großteil der Sekretariatsarbeiten übernehmen. Für mich hat das deutlich gezeigt, dass die Entwicklungsmöglichkeiten zwar auf dem Papier existieren, in der Praxis jedoch wenig attraktiv und wertschätzend sind.
Meine regulären Arbeitszeiten waren von Montag bis Donnerstag 8:00–17:00 Uhr und freitags 8:00–14:00 Uhr, ohne Möglichkeit zur Gleitzeit. Auch an Tagen, an denen ich nur fünf Stunden Unterricht in der Berufsschule hatte, musste ich anschließend direkt in die Kanzlei kommen. Homeoffice gibt es für Auszubildende auch nicht.
Besonders enttäuschend war, dass bei meiner Kündigung alle angesammelten Überstunden verfallen sind. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass meine Arbeitszeit und mein Einsatz nicht angemessen gewürdigt wurden, was die Motivation und Zufriedenheit stark beeinträchtigt hat.
Die Vergütung während meiner Ausbildung entsprach grundsätzlich den Richtlinien der Steuerberaterkammer und wurde jährlich um 50 € erhöht. Allerdings wurde meine Vergütung nicht automatisch angepasst, als die offiziellen Richtwerte der Kammer stiegen. Letztendlich erhielten einige meiner Klassenkameraden aus der Berufsschule mehr Gehalt als ich, obwohl wir die gleiche Ausbildung absolvierten.
Zusätzlich gab es ein Weihnachtsgeld von ca. 160 € und einen 50 €-Wunschgutschein. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Vergütung und Anerkennung meiner Arbeit nicht immer fair oder wertschätzend gehandhabt wurden.
Zu Beginn meiner Ausbildung hatte ich eine Ausbilderin, die fachlich durchaus kompetent war. Irritierend fand ich jedoch, dass sich in der Kanzlei grundsätzlich alle duzten, sie jedoch darauf bestand, von mir gesiezt zu werden, während andere Kolleg:innen sie duzen durften. Das wirkte auf mich etwas wie ein Machtspielchen, wodurch ich mit ihr leider nie richtig warm geworden bin. Nach einiger Zeit ging sie in Elternzeit und verließ die Kanzlei vorerst.
Mein zweiter Ausbilder war neu in der Kanzlei. Persönlich verstanden wir uns gut und es gab viele lockere Momente, allerdings gab es auch Punkte, die mich gestört haben. Er gab mir häufig Aufgaben, die er selbst nicht übernehmen wollte, was er mir so auch direkt gesagt hat. Zudem hatte er eine eher „Null-Bock“-Einstellung und beantwortete viele meiner fachlichen Fragen nicht, sondern verwies darauf, ich solle es selbst herausfinden. Dadurch habe ich leider nicht so viel gelernt und musste mich bei Unklarheiten an andere Kolleg:innen wenden.
Nach knapp zwei Jahren ging auch er in Elternzeit. Für mein letztes halbes Ausbildungsjahr wurde mir nie offiziell mitgeteilt, wer meine neue Ausbilderperson ist.
Der Spaß an der Arbeit hing für mich stark mit einzelnen Kolleg:innen zusammen. Durch eine Arbeitskollegin in meinem Alter und drei weitere tolle Teammitglieder hatte ich zwischenzeitlich viel Freude an meiner Arbeit und bin gerne ins Büro gekommen. Leider haben alle diese Kolleg:innen innerhalb eines Jahres gekündigt, was das Arbeitsumfeld für mich deutlich verschlechtert hat. Danach bin ich oft mit Bauchschmerzen zur Arbeit gegangen.
Negativ in Erinnerung geblieben ist mir auch eine Kollegin, die meine Buchhaltungen korrigierte und mich bei Fehlern anschrie. Das führte dazu, dass ich mehrmals weinend auf der Toilette saß. Erst nachdem ich einem der Chefs davon erzählte, hörte dieses Verhalten mir gegenüber auf. Bis sich diese Kollegin jemand anderen als Ziel suchte.
Während meiner Ausbildung bestanden meine Hauptaufgaben überwiegend aus Buchhaltungen, einfachen Lohnabrechnungen, Postein- und -ausgang, der Arbeit an der Zentrale (Anrufe entgegennehmen, Besucher empfangen) sowie diversen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Spülmaschine ausräumen, Kaffeemaschine entkalken, Müll entsorgen oder interne Botengänge.
Fachlich relevante Arbeiten wie Steuererklärungen durfte ich lediglich zweimal erledigen, Jahresabschlüsse überhaupt nicht, mit der Begründung eines Chefs, dass dies „in der Ausbildung nicht gemacht“ werde. Als ich anmerkte, dass Mitschüler in ihren Kanzleien solche Aufgaben sehr wohl bearbeiten, wurde mir entgegnet, dass diese mich „anlügen“.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, fachlich kaum gefördert zu werden und am Ende der Ausbildung nicht die Kenntnisse zu besitzen, die ich mir erhofft und für meinen Berufseinstieg benötigt hätte.
Wie schon im Vorherigen Punkt beschrieben, waren meine Aufgaben nicht besonders abwechslungsreich und ich habe dementsprechend kaum was gelernt.
Zu Beginn meiner Ausbildung habe ich mich in der Kanzlei wohlgefühlt und empfand den Umgang als respektvoll. Das änderte sich jedoch deutlich, nachdem die Kanzlei 2024 eine andere Kanzlei übernahm und deren Mitarbeiter:innen und Mandanten zu uns kamen. Die Stimmung verschlechterte sich spürbar.
Eine Zeit lang saß ich mit einer Kollegin zusammen, mit der ich mich sehr gut verstand. Neben der Arbeit haben wir auch mal gelacht, woraufhin die Chefs wütend in unser Büro kamen und uns scharf ansprachen. Später entschuldigten sie sich stets bei ihr, jedoch nie bei mir. Dieses Ungleichgewicht im Umgang empfand ich als sehr verletzend und begann, ein Mobbingtagebuch zu führen.
Weitere Situationen verstärkten dieses Gefühl: Während meiner Krankheit bearbeitete niemand meine Buchhaltungen, sodass Fristen verstrichen, den Ärger bekam jedoch ich. Nach meinem Urlaub wurden mir meine Mandanten nicht mehr zurückgegeben, und ich musste regelrecht um Arbeit bitten. Außerdem durfte ich plötzlich nicht mehr an meinem Schreibtisch essen, während es bei anderen weiterhin toleriert wurde.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass mit mir nicht auf Augenhöhe kommuniziert wurde.