Ein Arbeitgeber im positiven Wandel
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Wie viele Leute hier in Rente gehen
- Wie niedrig die Fluktuation ist und wie gut dadurch die Wissensvermittlung zwischen den Generationen funktioniert
- Dass wir ein traditionsreiches Unternehmen sind, das mit dem neuen Vorstand gelernt hat, mutig in die Zukunft zu blicken, ohne die alte Generation abzuhängen.
- Die Freiheiten, die ich hier genieße.
- Die wertschätzende Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus anderen Abteilungen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Mitarbeiter macht Meldung an den Teamleiter, der meldet an den stellvertretenden Abteilungsleiter, der wiederum bespricht das mit dem Abteilungsleiter, der wiederum eskaliert das Thema im nächsten Jour Fixe an den Geschäftsbereichsleiter, der es in der nächsten Leitungsrunde an die stellvertretende Vorständin heranträgt und so weiter und so fort... mal im Ernst jetzt: die Hierarchieketten wären Frederick Winslow Taylor zu lang gewesen.
Verbesserungsvorschläge
Ich wünsche mir noch mehr Gemeinsamkeit auf dem Weg in eine offenere Kultur. Ein Unternehmen unserer Größe, das unmissverständlich im Auftrag der Barmherzigkeit und Nächstenliebe steht, darf und sollte noch kritischer mit sich und seiner Arbeit umgehen, als es das bereits tut. Die Richtung stimmt, aber die Geschwindigkeit ist sehr unterschiedlich und es werden noch nicht alle Bereiche abgeholt. Auch wird sich schon viel mehr und auch öffentlicher als früher mit den Fehlern der eigenen (antiken sowie jüngeren) Vergangenheit auseinandergesetzt, aber bis zum vollständig offenen Dialog fehlen noch ein paar Meter.
Ich wünsche mir außerdem mehr Barrierefreiheit. Dafür tun wir in den Pflegeeinrichtungen alles, aber in der Verwaltung ist ein Arbeiten z.B. im Rollstuhl nur eingeschränkt denkbar. Da ist ganz sicher noch viel Luft nach oben.
Arbeitsatmosphäre
Es ist sicherlich nicht überall im Unternehmen gleich, aber in der Zentralverwaltung ist das Arbeiten sehr angenehm. Nicht nur feiern wir regelmäßig Geburtstage, sondern wir gehen auch gemeinsam essen oder einfach mal spazieren.
Image
Die Bergische Diakonie hat kein schlechtes Image, aber es ist immer noch schlechter, als sie es mittlerweile verdient. Die Sünden der Väter lasten noch auf ihrem Ruf, doch die Gegenwart schreibt eine neue Geschichte. Es hat sich unheimlich viel getan.
Work-Life-Balance
Vollkommen problemlos. Früher gehen oder Home Office, weil die Kinderbetreuung sonst nicht gesichert ist? Ohne Bürokratie sofort machbar. Allerdings wird man auch nicht bevorrechtigt, weil man Kinder im schulpflichtigen Alter hat, Urlaubsplanung und -freigabe finden nach Absprache statt.
Karriere/Weiterbildung
Der Fortbildungen und Seminare gibt es reichlich und diese werden auch gut angenommen. Auch teurere Lehrgänge werden von der Firma übernommen, wenn diese für den Mitarbeiter sinnvoll sind.
Gehalt/Benefits
Die Bergische Diakonie zahlt gut und pünktlich, Sozialleistungen und (beinahe) ein dreizehntes Gehalt gibt es auch.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wir sind erfrischend normal und dafür gebe ich die volle Punktzahl. Wir verklappen weder Sondermüll, noch kaufen wir ausschließlich Fairtrade-Kaffee aus dem Troxler-Haus.
Kollegenzusammenhalt
Wir pflegen ein herzliches, offenes und respektvollen Miteinander. Streits oder Getuschel hinter dem Rücken anderer gibt es fast gar nicht.
Vorgesetztenverhalten
Natürlich kann man, wenn man das unbedingt will, immer ein Haar in der Suppe finden. Ich bin aber zu dankbar für die Dinge, die meine Chefin mir ermöglich, um auf so hohem Niveau zu jammern.
Arbeitsbedingungen
Mir ist durchaus bewußt, dass wir im Marketing mehr Freiheiten haben als die Kolleg:Innen, sagen wir, im Krankenhaus oder Altenheim, die teilweise nur eingeschränkte Zugang zum Internet haben oder an 12 Jahre alten Workstations arbeiten müssen. Dafür habe ich auch solidarisch einen Stern abgezogen. Aber was unsere Abteilung angeht, sind wir geradezu verwöhnt.
Kommunikation
Im Großen und Ganzen okay. Ein paar Dinge (z.B. die schwindelerregenden Hierarchiegebilde) könnten sicherlich noch an das aktuelle Jahrhundert angenähert werden, aber wir sind ja auf einem soliden Weg.
Interessante Aufgaben
In der Kreativbranche fragt man sich manchmal, wie das wohl sein mag, wenn einen der Job langweilt. Ist aber bisher noch nie passiert, von daher wissen wir es nicht.


